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Kommentar

Zum Start der Bundesliga ein Liebesbrief: Sportschau, ich liebe dich!



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Ich verehre dich nun schon seit Jahren. Seit Jahren gibst du mir das Gefühl, mich zu verstehen. Und das in einer Zeit, in der so vieles einfach an mir vorbeirauscht, mich überholt, mich stehen lässt. Mit meinen Schwärmereien liege ich meinen Freunden schon seit Jahren in den Ohren. Nun ist es an der Zeit, mich auch dir zu offenbaren.

Liebste Sportschau, meine Liebe zu dir war keine auf den ersten Blick. Dafür bist du zu unauffällig, dafür nimmst du dich zu sehr zurück. Nun gut, es ist nicht deine Aufgabe, dich selbst ins Rampenlicht zu stellen. Deine Aufgabe ist, die Ballkönigin herzurichten. Trotzdem sind viele deiner Kolleginnen der immanenten Versuchung erlegen, auch ein Stück vom Ruhm zu erhaschen. Himmel, geht das schief.

Du hingegen richtest Woche für Woche, ohne einen Gedanken ans eigene Ego zu verschwenden, die Scheinwerfer, justierst die Pegel, ziehst den Vorhang auf. Diese Selbstlosigkeit, diese Disziplin. Ich bin mit beidem nicht gesegnet, und deshalb vergöttere ich dich umso mehr.

«Während alle Welt Effekt zum Programm macht, machst du mit stoischer Ruhe Programm zum Effekt»

Liebste Sportschau, du arbeitest mit der prominentesten Figur des Sportgeschäfts zusammen, und mir persönlich liegt sehr viel an dieser Diva. Deshalb geht mir das Herz auf, wenn ich sehe, wie unglaublich feinfühlig du bei ihr den Schminkpinsel ansetzt: In Zeiten, in denen anscheinend nichts und niemand zu laut glitzern kann, betonst du ihre natürliche Schönheit.

Während alle Welt Effekt zum Programm macht, machst du mit stoischer Ruhe Programm zum Effekt. Kurzfristig oder auf YouTube wird das nichts. Aber ich bin nicht auf der Suche nach einem Ferienflirt oder einer Tinder-Bekanntschaft. Ich suche eine langfristige Beziehung. Und deshalb bist du perfekt für mich.

Liebste Sportschau, deine Gelassenheit gegenüber Trends bewundere ich zutiefst. Gut ist und bleibt gut. Und gut braucht keine Twitter-Hetze, keine gesuchten Facebook-Umfragen, keine Snapchat-Blödeleien. Ich wünschte, ich selber hätte die Grösse, mich diesen Dingen erfolgreicher zu verwehren.

Ich wünschte mir etwas mehr Klassik, etwas mehr Stil, etwas mehr Zeitlosigkeit in einer sich schier unendlich schnell drehenden Welt. Du gibst mir dieses Gefühl. Immer wieder, Woche für Woche. Ich verzeihe dir deine Aussetzer – auch wenn sie schrecklich sind. Dafür freue ich mich umso mehr auf ein Wiedersehen. Am nächsten Samstag.

Ich werde da sein. Mit der Fernbedienung in der Hand auf dich warten. Dann nimmst du mich an der Hand. 90 Minuten lang.

Sportschau

Ich liebe dich!

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