Sport
Kommentar

Kommentar zum Cupsieg des FC Basel: Ein tückischer Titel

Die Fans feiern den FC BAsel auf dem «Barfi».
Die Fans feiern den FC BAsel auf dem «Barfi».bild: twitter/fcbasel1893
Kommentar

Ein tückischer Titel für den FCB – und jetzt wartet eine knifflige Entscheidung

20.05.2019, 08:1020.05.2019, 08:10
sebastian Lavoyer / ch media

Cupsieg hin oder her: Euphorie wäre in Basel fehl am Platz. Dafür hat zu vieles nicht gestimmt beim FCB. Und darüber darf dieser erste Titel unter neuer Führung nicht hinwegtäuschen. Zuerst die Entlassung von Raphael Wicky nach bloss zwei Spielen, dann nach 15 Jahren mit internationalen Spielen in Basel das Ausscheiden in der Europa-League-Quali unter Nachfolger Marcel Koller. Man hatte das Ziel «Rückeroberung der Meisterschaft» ausgerufen – und dann tauchte man im Herbst in Bern mit 1:7. Ein Debakel.

Vieles hat man in Basel seit dem Umbruch falsch eingeschätzt. Zuallererst das Ausmass an Veränderung, das man dem Klub zugetraut hat. Das war wohl nicht nur ein Fehler der aktuellen Führung rund um Präsident Bernhard Burgener, die in der Anfangseuphorie auch den bewährten Coach Urs Fischer mit Neuling Raphael Wicky ersetzte und im Winter nach einer ersten Aufholjagd mit Manuel Akanji und Renato Steffen zwei wichtige Teamstützen ziehen liess. Nein, vermutlich hat auch die alte Führung um Bernhard Heusler dem Verein mit ihrem geschlossenen Rücktritt etwas gar viel zugemutet.

Zwar hat Marcel Koller den FCB in der zweiten Saisonhälfte stabilisieren können. Aber schon vor der Winterpause hat er die Mannschaft gegen sich aufgebracht. Der Kulturwechsel vom lockeren Wicky zum strengen Koller war für das Team eher ein Kulturschock. Dieser scheint überwunden. Dafür sprechen die Resultate. Dafür spricht auch dieser Sieg im Cup gegen den FC Thun.

Die Mannschaft spielt wenigstens nicht gegen den Trainer. Doch die Distanz zu YB ist noch immer gewaltig. Das zeigte das 1:3 vor einer Woche in Bern. Da hat der FCB zwar vier Tore weniger kassiert als im Herbst, war aber – so die Statistiken – ähnlich unterlegen. Auch der Cupsieg gegen Thun, ein ersatzgeschwächtes Team praktisch ohne Finalerfahrung, war wenig berauschend.

Wie weiter also? Mit oder ohne Koller? Er habe noch ein Jahr Vertrag, sagte der Trainer selbst. Aber: «Was im Sommer passiert, weiss ich nicht.» Sein Stuhl wackelt, sonst würde er kaum so reagieren. Strellers Ausweichen, wenn er auf den Trainer angesprochen wird, stützt diese Theorie.

Basels Spieler feiern den Cupsieg, nach dem Schweizer Fussball Cupfinalspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Thun, am Sonntag 19. Mai 2019, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Darf der strenge Koller in Basel bleiben?Bild: KEYSTONE

Überhaupt ist der Sportchef zurückhaltender geworden, wohl auch demütiger. Er kündigt nicht die Rückeroberung des Meistertitels an, sondern will die Distanz zu YB verkürzen. Schwierig genug, wenn man bei den Löhnen sparen muss. Über 20 Millionen Franken. Das könnte Koller helfen, im Amt zu bleiben. Wobei es eigentlich keine Rolle spielen darf. Streller ist nicht zu beneiden.

Die Highlights des Cupfinals.Video: YouTube/SRF Sport
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Alle Schweizer Cupsieger seit 1990
1 / 39
Alle Schweizer Cupsieger seit 1990

2026: FC St.Gallen – Stade Lausanne-Ouchy 3:0

quelle: keystone / jean-christophe bott
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Schiedsrichter testen Videoassistenten VAR in der Praxis
Video: srf
«Er ist kaputt»: Sein Absturz ist das grosse Mysterium der NFL
Justin Herbert galt als künftiger Super-Bowl-Quarterback – jetzt spielt er aber eine absolute Horrorsaison. Der 28-Jährige ist aber nicht das einzige Problem der Los Angeles Chargers.
0 Siege aus 6 Spielen: Die Los Angeles Chargers, die als Teil des erweiterten Favoritenkreises in die Saison gestartet waren, sind bisher die grösste Enttäuschung der NFL. Am Sonntag waren sie bei der 6:22-Niederlage in Kansas City einmal mehr erschreckend schwach und brachten gerade offensiv kaum etwas zu Stande.
Zur Story