DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Berner Fans feiern im Stadion nach dem Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Luzern, am Samstag, 28. April 2018 im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

YB hat es geschafft! Nach 32 Jahren kommt der Meisterkübel wieder einmal nach Bern. Bild: KEYSTONE

Kommentar

Von den Bernern lernen, heisst siegen lernen – vor allem für die Zürcher ...

Am Freitagabend die ZSC Lions, jetzt YB: Die Berner sind im Besitze des Urwissens, wie man Meisterschaften gewinnt. Eine Polemik.



YB ist Meister! Kein anderes sportliches Ereignis hat in den letzten 100 Jahren die Bernerinnen und Berner so aufgewühlt wie dieser erhoffte, erdauerte, ersehnte Triumph in Gelb und Schwarz. Und es ist kein Zufall, dass es die Berner sind, die uns endlich von der schier unerträglichen Überlegenheit des FC Basel erlöst haben.

So feiert YB den ersten Meistertitel seit 32 Jahren:

YB ist Meister geworden, weil YB seit dieser Saison wieder vom bernischen Sportsgeist erfüllt ist. Auf diese Saison ist spät, aber nicht zu spät, Fredy Bickel als YB-Sportchef abgesetzt und durch Christoph Spycher ersetzt worden. Fredy Bickel war aus Zürich nach Bern gekommen. Christoph Spycher ist Urberner. Die aus Zürich wissen nicht, wie man Meister macht.

Schenk und Leuenberger als ZSC-Architekten

Aber halt! Am Freitag sind ja die ZSC Lions Meister geworden. Ja, das stimmt. Die ZSC Lions sind sogar eines der erfolgreichsten und mächtigsten Sportunternehmen im Land. Aber eben auch nur, weil sie nach Berner Art geführt werden.

Der Architekt, der die sportliche Organisation der ZSC Lions gebaut hat, ist der Urberner Simon Schenk. Ein Zürcher wäre dazu gar nicht in der Lage gewesen. 

Zurich's player Patrick Geering holds up the trophy after winning the Swiss championship title, during the seventh match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, on Friday, April 27, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Die ZSC Lions sind Schweizer Meister – angeführt wurden sie von einem «Berner» aus der Ostschweiz. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Als Simon Schenk die sportliche Führung der ZSC Lions abgab um sich «nur» noch ums Farmteam (GCK Lions) zu kümmern, bescherten die von ihm geschaffenen, stabilen Strukturen den ZSC Lions weitere sportliche Triumphe und Titel. Aber die Dinge sind unter dem in Zürich assimilierten Bündner Edgar Salis und ohne Aufsicht von Bernern immer mehr aus dem Ruder gelaufen.

Nun hat einer mit dem sportlichen Urwissen der Berner die Zürcher wieder auf den rechten Weg zurückgebracht: Sportchef Sven Leuenberger. Ja, er ist Ostschweizer. Kein Berner. Das erkennen wir sogar an seinem Dialekt.

Aber Sven Leuenberger ist sportlich durch und durch Berner. Beim SCB war er 13 Jahre lang Spieler und beim SCB hat er das sportliche managen und siegen ab 2007 als Sportchef gelernt. Er ist inzwischen der charismatischste und smarteste Sportchef im Land. Kein Wunder haben ihn die Zürcher im letzten Sommer aus Bern geholt, um die ZSC Lions wieder konkurrenzfähig zu machen.

In Bern schiessen Stadien wie Pilze aus dem Boden

Die Zürcher sind im 21. Jahrhundert offensichtlich nicht mehr dazu in der Lage, ihre Sportunternehmen ohne die Hilfe der Berner oder das in Bern ausgebildete Personal zu managen. Das gilt nicht nur im Eishockey. Mehr noch im Fussball. Es gibt inzwischen keinen Zürcher mehr, der den Nobelklub GC führen kann und mag. Das eigentlich Sportunternehmen des Zürcher Freisinns, der Zürcher Geld-Aristokratie, muss inzwischen von einem freundlichen Architekten namens Stephan Anliker aus dem bernischen Langenthal auf Kurs gehalten werden.

GC Praesident Stephan Anliker auf dem Rasen nach dem Fussball Meisterschaftsspie der Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich und den Berner Young Boys im Letzigrund, am Samstag, 29. Juli 2017, in Zuerich. (KEYSTONE/Valeriano Di Domenico)

Mit Stephan Anliker versucht ein Berner, den Rekordmeister GC einigermassen auf Kurs zu halten. Bild: KEYSTONE

Immer mehr zeigt sich: Die wahre, die einzige Sportstadt der Schweiz ist und bleibt Bern. Die Berner haben auch eindrücklich bewiesen, dass selbst in Städten mit einer linken Mehrheit wunderbare Sportpaläste gebaut werden können. Im ganzen Bernbiet sind in den letzten Jahren Stadien gebaut oder renoviert worden: In Langnau, in Bern und in Biel. In Zürich ist es bis heute nicht gelungen, ein neues Hockey- oder Fussballstadion zu bauen. Dabei hat der Weltfussballverband FIFA seinen Sitz in Zürich.

Das Areal des ehemaligen Hardturm Stadions liegt brach, am Donnerstag, 14. April 2011 in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Auf der Hardturm-Brache sollte längst ein Stadion stehen. Bild: KEYSTONE

Warum sind die Berner im Sport sportlich, politisch und baulich so erfolgreich, besser als die Zürcher und letztlich auch besser als die Basler, die uns mit einer völlig vom Fussball dominierte sportliche Monokultur höchstens noch langweilen?

Berner Sport-Urwissen für Zürich

Oft wird vergessen, dass die Berner ab dem 15. Jahrhundert einen der reichsten und mächtigsten Stadtstaaten Europas aufgebaut haben. Sie waren reich, mächtig, mit besten Beziehungen zu allen Kaisern und Königen Europas, als die Zürcher ihre Zeit noch mit Religionskriegen und Saubannerzügen gegen die Innerschweizer verschwendeten. Sie lernten dann zwar dank der protestantischen Arbeitsethik das Geld zählen und Geldverdienen und heute ist Zürich einer der grossen Finanzplätze der Welt.

YBs Goalie Marco Woelfli, Gregory Wuethrich und Roger Assale, von links, feiern in der Garderobe ihren Meistertitel  nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Luzern, am Samstag, 28. April 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

So wird in der Schweizer Sport-Hauptstadt gefeiert. Bild: KEYSTONE

Aber wie man über alle Lager, Religionen und Ideologien Allianzen schmiedet, Macht gewinnt und ausübt, das haben die Zürcher noch immer nicht so gut gelernt wie die Berner. Deshalb haben sie so grosse Mühe, Sportpaläste zu bauen und ohne die Hilfe der Berner Meisterschaften zugewinnen oder Sportunternehmen zu managen.

Die Berner leben gerne vom Geld, das die reichen Zürcher in den Lastenausgleich für die Kantone einzahlen müssen. Dafür geben sie ihr sportliches Urwissen gerne an die Zürcher weiter.

GC, Basel und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Meister

Unvergessene Schweizer Fussball-Geschichten

Ein Carlos Varela in Höchstform: «Heb de Schlitte, du huere Schissdrägg»

Link zum Artikel

Die «Nacht von Sheffield» – Köbi Kuhn sorgt für den grössten Skandal der Nati-Geschichte

Link zum Artikel

Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

Jörg Stiel stoppt den Ball an der EM mit Köpfchen – weil er es kann

Link zum Artikel

Elf kleine Schweizer liegen 0:2 zurück und sorgen dann für Begeisterung in der Heimat

Link zum Artikel

Im Heysel-Stadion werden 39 Menschen zu Tode getrampelt

Link zum Artikel

Filipescu macht den FC Zürich in Basel in der 93. Minute zum Meister

Link zum Artikel

Cabanas fordert Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

Märchenprinz Volker Eckel legt GC mit 300-Millionen-Versprechen aufs Kreuz

Link zum Artikel

Der «entführte» Raffael wird zum Fall für die Polizei – und muss ein Nachtessen blechen

Link zum Artikel

Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

YB-Fans zünden Feuerwerk in Bern – so schön (und coronakonform) kann Meisterfeier sein

Mit einem 3:0-Heimsieg gegen Lugano war offiziell, was längst nur noch Formsache war: Die Young Boys gewinnen zum 15. Mal den Schweizer Meistertitel – zum vierten Mal in Serie. Da coronabedingt keine grosse Feier möglich ist, haben sich die YB-Fans etwas Spezielles einfallen lassen.

Pünktlich um 22 Uhr wurde in der ganzen Stadt Bern Feuerwerk gezündet. Die koordinierte Aktion wurde von der Fangruppierung «Ostkurve Bern» in einem eindrücklichen Video festgehalten.

(zap)

Artikel lesen
Link zum Artikel