Die Nati wehrt sich tapfer, unterliegt Kanada nur knapp und spielt jetzt um Bronze
Die Schweizerinnen traten zum siebten Mal an den Winterspielen gegen Kanada an. Die ersten sechs Duelle gingen allesamt mit einem Torverhältnis von 6:44 verloren. Nun fehlte wenig zur Sensation.
Zwar waren die Schweizerinnen in den ersten zwei Dritteln chancenlos und lagen zur zweiten Pause 0:2 hinten – das Schussverhältnis in den ersten 40 Minuten lautete 35:4 zugunsten der Nordamerikanerinnen. In der 45. Minute verkürzten die Schweizerinnen aber aus dem Nichts durch Rahel Enzler auf 1:2, worauf die Kanadierinnen nicht mehr so souverän agierten. Bisher war die knappste Niederlage ein 1:3 im Halbfinal bei den Winterspielen 2014.
MPP Superstar
Die Schweizerinnen hielten bis zur 22. Minute die Null. Sieben Minuten später fiel das 2:0 für die Nordamerikanerinnen. Beide Tore erzielte Marie-Philip Poulin, die das Team als Captain anführt.
Die 33-Jährige bestreitet ihre fünften Olympischen Spiele und hat in ihren bisherigen vier Finals stets getroffen – bei den drei Triumphen erzielte sie jeweils das Siegtor. Insgesamt steht Poulin bei 20 Treffern, womit sie nun vor Hayley Wickenheiser (18 Tore) die alleinige Rekordhalterin ist.
Nun gegen Schweden
Die Schweizerinnen spielen am Donnerstag um 14.40 Uhr – wie 2014 in Sotschi – gegen Schweden um Olympia-Bronze. Die Skandinavierinnen verloren ihren Halbfinal gegen die USA mit 0:5.
Vor zwölf Jahren gewannen die Schweizerinnen das Spiel um Rang 3 mit 4:3 – das siegbringende 4:2 (59.) erzielte die damals 15-jährige Alina Müller. Auch dann dürften Details entscheidend sein.
Kanada – Schweiz 2:1 (0:0, 2:0, 0:1)
Mailand, Santagiulia Arena. - 9662 Zuschauer. - SR Cooke/Doyle (USA), Buckner/Hajkova (USA/CZE).
Tore: 22. Poulin (Jaques, Watts) 1:0. 29. Poulin (Watts, Shelton) 2:0. 45. Enzler (Müller) 2:1.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Kanada, 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Schweiz: Brändli, Christen, Bächler; Mériguet, Vallario; Sigrist, Wetli; Büchi; Stalder, Müller, Leemann; Marti, Wey, Enzler; Lutz, Herzig, Zimmermann; Quennec, Rüedi, Schaefer; Balzer.
Kanada: Desbiens; Fast, Larocque; Jaques, Shelton; Ambrose, Thompson; Tabin; Fillier, Poulin, Watts; Stacey, Turnbull, Clark; Jenner, Nurse, Maltais; Gardiner, O'Neill, Gosling; Spooner.
Bemerkungen: Schweiz ohne Maurer (Ersatztorhüterin) und Wagner (überzählige Torhüterin). 18. Pfostenschuss Stacey. - Torschüsse: Kanada 46 (13-22-11); Schweiz 8 (1-3-4). (ram/sda)
