Sie verbindet Nationen – Noélie (2) ist der heimliche Star der Bob-Rennen
Der französische Bobpilot Romain Heinrich beendet den ersten Tag des Zweierbob-Wettkampfs im 10. Rang – doch das Resultat ist gleich nach der Zieldurchfahrt Nebensache. Heinrich wird von Partnerin Nadja Pasternack geherzt und winkt mit dem gemeinsamen Töchterchen Noélie (2) in die Kameras.
Pasternack ist Schweizerin. Sie wird am Freitag und Samstag den Zweierbob von Melanie Hasler anschieben, mit der sie kürzlich Europameisterin wurde.
Das nationenübergreifende Leben im olympischen Dorf hat seine Tücken und seine Freuden. Die kleine Noélie logiert mit den Grosseltern in einer Wohnung ganz in der Nähe und darf das olympische Dorf in Cortina und den Eiskanal besuchen. «Ich nehme mir gerne noch eine halbe Stunde, um sie zu besuchen», sagt Pasternack. «Ich vermisse sie jeweils sehr.» Die beiden sind sich etwas Zusatzaufwand gewöhnt.
Das Duo Hasler/Pasternack hat sich ein Diplom zum Ziel gesetzt, das es für die ersten acht Schlitten gibt. Mehr liegt wohl auch für Romain Heinrich nicht drin. Nach zwei von vier Läufen fehlt Frankreich I eine halbe Sekunde aufs Podest.
Bester Schweizer Pilot ist bei Halbzeit Michael Vogt. Mit seinem Anschieber Amadou Ndiaye belegt er Rang 7. Der Rückstand auf die Bronzemedaille beträgt 35 Hundertstel. Timo Rohner/Tim Annen und Cédric Follador/Luca Rolli sind auf den Plätzen 14 und 16 bereits vorentscheidend zurückgebunden.
Die Medaillen werden wohl wie schon vor vier Jahren in Peking unter den deutschen Schlitten verteilt. Gold scheint für Johannes Lochner reserviert. Der Topfavorit führt mit 0,80 Sekunden Vorsprung auf seinen Dauerrivalen, den Doppel-Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich. Offen ist der Kampf um Bronze. Der Vorsprung des Deutschen Adam Ammour (+1,24 Sekunden) auf den Amerikaner Frank del Duca beträgt lediglich 10 Hundertstel. (ram/sda)
