DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Biles muss sich am Balken den zwei Chinesinnen Guan Chenchen und Tang Xijing geschlagen geben.
Biles muss sich am Balken den zwei Chinesinnen Guan Chenchen und Tang Xijing geschlagen geben.
Bild: keystone

Biles besiegt die Dämonen im Kopf, aber nicht die Chinesinnen: «Machte es für mich»

Simone Biles bestreitet zum Abschluss der Olympischen Kunstturn-Wettkämpfe doch noch einen Gerätefinal und sichert sich am Schwebebalken Bronze. Die Amerikanerin feiert einen Sieg über sich selbst.
03.08.2021, 13:0703.08.2021, 14:47

Als Simone Biles ihre Übung am Schwebebalken beendet hatte, schien die Welt der 1,42 m grossen Ausnahmeathletin zumindest für einen Moment wieder in Ordnung zu sein. Sie strahlte, legte ihre Hand aufs Herz, stieg vom Podium und fiel ihrer Betreuerin in die Arme. Auch die Führende und spätere Zweite Tang Xijing aus China jubelte über den gelungenen Auftritt von Biles und stellte sich in die Reihe der Gratulantinnen.

Zum Abschluss der Wettkämpfe im Ariake Gymnastics Centre präsentierte sich die grösste Kunstturnerin aller Zeiten doch noch einmal der Sportwelt. Bereits beim Einmarsch in die Halle wurde sie mit einer Standing Ovation empfangen, danach brandete immer wieder Jubel auf, als die Hallensprecherin den Namen von Biles nannte. Obwohl offiziell keine Zuschauer zugelassen waren, befanden sich dank Delegationsmitgliedern, Funktionären und Journalisten mehrere Hundert Menschen in der Halle.

«Ich habe es für mich gemacht», sagte Biles danach. «Und ich bin stolz, dass ich es geschafft habe, noch einmal zu turnen.» Im Teamfinal hatte sie sich nach einem völlig verpatzten Sprung aus dem Wettkampf zurückgezogen. Danach passte sie aufgrund mentaler Probleme für alle weiteren Finals, inklusive jenem im Mehrkampf, am Sprung und am Boden, wo sie 2016 in Rio de Janeiro Olympiasiegerin geworden war.

Die Erleichterung steht Biles nach Abschluss ihrer Übung ins Gesicht geschrieben.
Die Erleichterung steht Biles nach Abschluss ihrer Übung ins Gesicht geschrieben.
Bild: keystone

Sie seien alles Menschen und nicht einfach nur Attraktionen, so Biles. Es gebe Dinge, die hinter den Kulissen geschehen würden, von den die Leute keine Ahnung hätten. In ihrem Fall war von einer Blockade die Rede, im Englischen «Twisties» genannt. Ein in Turn-Kreisen bekanntes Phänomen, das sehr gefährlich sein kann, da sich die Athleten während ihren komplexen Rotationen in der Luft verlieren können. Nur aufgrund ihrer Klasse hatte Biles bei ihrem Amanar-Sprung im Team-Final einen Sturz vermieden.

Die 24-Jährige aus Texas war im Vorfeld von Tokio als designierter Superstar der Spiele gehandelt worden. Ausser am Stufenbarren war die 19-fache Weltmeisterin an jedem Gerät die Favoritin auf den Olympiasieg. Fünf Mal Gold schien für Biles bereit zu liegen und damit die Egalisierung der neun Olympiasiege der Russin Larissa Latynina, der erfolgreichsten Olympionikin aller Zeiten.

Auch von der Konkurrenz erhält die Amerikanerin viel Zuspruch.
Auch von der Konkurrenz erhält die Amerikanerin viel Zuspruch.
Bild: keystone

Ähnlich grosser Applaus wie bei Biles brandete nach der Reckübung von Daiki Hashimoto auf. Der Japaner holte sich vier Tage vor seinem 20. Geburtstag nach Gold im Mehrkampf und Silber mit dem Team auch den Olympiasieg am Königsgerät. Silber ging an Tin Srbic aus Kroatien, Bronze an Nikita Nagorni aus Russland. Alle anderen Final-Teilnehmer stürzten oder liessen sich einen groben Fehler zu Schulden kommen.

Ebenfalls einen chinesischen Sieg gab es am Barren, an dem Zou Jingyuan seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Der Weltmeister von 2017 und 2018 turnte wiederum eine Übung nahe der Perfektion und wurde dafür mit einer Note von 16.233 belohnt. Der Deutsche Lukas Dauser gewann Silber, Bronze holte der Türke Ferhat Arican. (abu/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Alle Medaillenentscheidungen vom 3. August in Tokio

1 / 28
Alle Medaillenentscheidungen vom 3. August in Tokio
quelle: keystone / christian bruna
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Nico dachte, Pilates sei easy – dann kam der Schmerz

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Ein Dankeschön an das Duo, welches diese wunderbare Schweizer Tennis-Ära geprägt hat

In der Nacht auf heute um 1 Uhr war es so weit. Das Tennis-TV-Duo Stefan Bürer und Heinz Günthardt hatte soeben den Dreisatz-Sieg von Daniil Medwedew gegen Novak Djokovic kommentiert. Es war ihr letzter Auftritt als Kommentatoren-Duo beim SRF und so richteten die beiden ihre Abschiedsworte an die Zuschauer.

Seit 1995 waren Bürer/Günthardt zusammen am Mikrofon. All die schönen Tennis-Momente, die wir in den letzten 26 Jahren erleben durften – sie sind in unseren Erinnerungen an ihre Stimmen …

Artikel lesen
Link zum Artikel