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Das Gewichtheben kämpft mit einem grossen Doping-Problem.
Das Gewichtheben kämpft mit einem grossen Doping-Problem.
Bild: keystone

IOC droht, Gewichtheben aus Olympia-Programm zu streichen – eine neue Disziplin kommt dazu

Wegen grossen Problemen mit Doping und Korruption droht das Gewichtheben von der olympischen Bühne zu verschwinden – dafür wird ab 2024 in Paris erstmals getanzt.
30.07.2021, 09:4330.07.2021, 13:02

Die Sportart passt eigentlich perfekt ins olympische Motto «citius, altius, fortius» – schneller, höher stärker. Wobei die Gewichtheber sich vor allem auf den Aspekt der Stärke konzentrieren. Schon bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen waren die Gewichtheber mit dabei. Doch die Geschichte von 125 Jahren droht demnächst zu Ende zu gehen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) droht gemäss der «New York Times» dem internationalen Gewichtheberverband (IWF) nämlich, die Sportart aus dem Olympia-Programm zu streichen. Der Grund: Doping. Korruption. Und der Unwille, etwas zu ändern.

Kaum eine andere Sportart hat derart stark mit Doping zu kämpfen. In den letzten zehn Jahren wurden mehr als 600 professionelle Gewichtheber positiv auf leistungssteigernde Substanzen getestet. An den Olympischen Spielen 2008 in Peking und 2012 in London gab es rund 60 Fälle und insgesamt 34 Medaillengewinner, die aufgrund positiver Proben ihr Edelmetall wieder abgeben mussten.

Eine Dokumentation der ARD über die grossen Probleme im Gewichtheben.

Das Problem im Gewichtheben beläuft sich aber nicht nur auf die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln, sondern auch auf organisierte Versuche, das zu vertuschen. Tamas Ajan, langjähriger IWF-Präsident, wird in einem 121-seitigen Bericht beschuldigt, über Jahrzehnte Bestechungsgelder angenommen zu haben, um positive Dopingtests zu vertuschen.

Tamas Ajan (rechts) mit IOC-Präsident Thomas Bach.
Tamas Ajan (rechts) mit IOC-Präsident Thomas Bach.
Bild: imago images/Sven Simon

Das IOC hat bereits erste Massnahmen ergriffen und die Delegationen der Gewichtheber verkleinert. Waren in Rio noch 260 Athletinnen und Athleten am Start, sind es heuer in Tokio noch 196. 2024 in Paris sollen dann nur noch 120 starten dürfen. Doch das reicht noch nicht: Das IOC fordert eine umfassende Anti-Doping-Revolution beim Verband der Gewichtheber, sonst droht es, die Sportart komplett aus dem Programm zu nehmen.

Während die nationalen Verbände aus Deutschland, den USA oder China genau dafür kämpfen, wehrt sich die alte Garde aus den früheren sowjetischen Nationen sowie Südamerika. Phil Andrews, CEO des US-Verbands ist besorgt, da dem Sport Millionenverluste drohen: «Die Gefahr ist real, das IOC sitzt uns im Nacken», sagt er gegenüber der «New York Times».

Breakdance neu im Programm

Bei den Spielen 2024 in Paris wird Gewichtheben noch Teil der Olympischen Spiele sein, doch es ist die letzte Chance des Traditionssports. Ihren ersten olympischen Auftritt werden in der französischen Hauptstadt die Breakdancer haben. Es ist der erste Tanzsport überhaupt, der ins olympische Programm aufgenommen wird.

Als weitere junge Olympia-Sportarten sind Surfen, Sportklettern und Skateboarden im Programm, die allesamt in Tokio ihre Premiere feierten oder noch feiern werden. (abu)

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quelle: keystone / martin meissner
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