DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Michelle Gisin strahlt mit ihrer Goldmedaille um die Wette.
Michelle Gisin strahlt mit ihrer Goldmedaille um die Wette.Bild: keystone

Gisin im Himmel, Smith und Valieva in der Hölle – das lief am Donnerstag in Peking

Der 14. Tag der Winterspiele in Peking brachte Freud und Leid aus Schweizer Sicht. Im Hoch sind Michelle Gisin und Wendy Holdener, die einen Doppelsieg in der Kombi feierten. Für ein kleines Drama sorgte Fanny Smith, die nach dem vermeintlichen Gewinn der Bronzemedaille disqualifiziert wurde.
17.02.2022, 17:55
Dario Bulleri
Dario Bulleri
Dario Bulleri
Folgen

Gisin vor Holdener – Schweizer Show in der Kombi

Schweizer Doppelsieg in der Kombination: Michelle Gisin fuhr im Slalom traumhaft sicher zu Gold. Die 28-jährige Obwaldnerin, schon 2018 in Pyeongchang in dieser Disziplin Olympiasiegerin, nahm Teamkollegin Wendy Holdener mehr als eine Sekunde ab. «Ich kann noch gar nicht emotional sein. Es ist nichts mehr in mir drin», so die Engelbergerin nach ihrem Sieg, «im Spezial-Slalom hatte ich es noch vergeben, heute habe ich den Lauf voll runtergezogen.»

Gemischte Gefühle gab es bei der zweitplatzierten Holdener. Die Schwyzerin vergoss nach Gisins Zieleinfahrt Tränen, dass es nicht zum Olympiasieg gereicht hatte, und musste von ihrer Teamkollegin getröstet werden. Später konnte sie sich aber doch noch freuen: «Es ist ein super Schweizer Tag und ich bin mit vielem happy heute», sagte sie im Interview mit dem SRF.

Ein weiterer herber Dämpfer gab es für Mikaela Shiffrin, neben Gisin die Topfavoritin auf Gold. Nach einer starken Abfahrt schied sie, wie schon im Riesen- und im Spezialslalom, nach wenigen Toren aus.

Bronze-Drama um Fanny Smith

Der olympische Skicross der Frauen gipfelte für Fanny Smith in einem Drama. Die 29-jährige Waadtländerin wurde im Final nachträglich disqualifiziert und verpasste Bronze. Zur Überraschung nicht nur der Schweizer Athleten und Betreuer im Zielraum, wertete die Jury nach mehrminütiger Konsultation der Videobilder eine Aktion von Smith vor dem Zielsprung gegen Daniela Maier als regelwidrig, sodass die Waadtländerin auf Rang 4 zurückversetzt wurde.

Der Entscheid stiess bei fast allen Beteiligten auf Unverständnis. «Das ist ein völliger Unsinn und schwer zu akzeptieren», sagte der Schweizer Trainer Ralph Pfäffli. Und auch SRF-Expertin Sanna Lüdi, selbst Skicrosserin, machte deutlich, was sie von Disqualifikation hält: «Das ist einfach nur ein Witz, man kann es nicht anders sagen. Eine solche Situation geht so schnell. Sie hat einfach das einzige gemacht, was in dieser Situation möglich war.»

Die Bronzemedaille erbte damit die Deutsche Daniela Maier, welche nach dem Zwischenfall mit Smith zu Beginn überfordert schien. Gleich nach dem Jury-Entscheid stand sie Smith zur Seite und beteuerte immer wieder, die Disqualifikation sei unfair. Im Interview mit SRF meinte sie dann schliesslich: Es tut mir unglaublich Leid für Fanny. Sie war so lieb und hat mich im Ziel auch noch getröstet. Dass es jetzt so gekommen ist, ist zwar gut für mich, aber es tut mir wirklich leid. Trotzdem versuche ich, diesen Moment jetzt zu geniessen.

Smith selbst wollte sich am Donnerstag nicht mehr äussern. Gold sicherte sich wie erwartet die Schwedin Sandra Näslund. Silber ging an Marielle Thompson, die kanadische Olympiasiegerin von 2014.

Valieva zerbricht am Druck

Nach dem Doping-Wirbel der vergangenen Tage waren im Eiskunstlauf alle Augen auf die 15-jährige Kamila Valieva gerichtet. Die Russin lag nach dem Kurzprogramm in Führung und war damit vor der Kür die grosse Favoritin auf die Goldmedaille.

Doch offensichtlich war der Druck für die junge Athletin zu viel. Valieva unterliefen gleich mehrere Fehler, sie kam einige Male zu Fall und gab so die sicher geglaubte Medaille aus der Hand. Die 15-Jährige fiel noch vom Podest und musste sich mit Rang 4 zufriedengeben.

Die Russin wusste gleich nach ihrem Auftritt, dass das wohl nicht reichen würde. Noch auf dem Eis brach Valieva in Tränen aus und verliess das Eis sichtlich geknickt. Immerhin stellte sich das Publikum trotz der Dopingvorwürfe hinter das Supertalent und feuerte dieses euphorisch an.

Aber nicht nur Waljewa lief enttäuscht aus dem Stadion, auch Alexia Paganini musste eine Enttäuschung verkraften. Die in den USA geborene Athletin fiel noch um drei Positionen zurück und wurde nur 22. Mit ihren 168,91 Punkten blieb sie rund 23 Punkte und damit sehr deutlich unter ihrer Bestleistung der EM 2020 (192,88) und auch unter dem Wert der diesjährigen EM im Januar (178,10).

Schweizer Curlerinnen mit erfolgreicher Hauptprobe

Die Schweizer Curlerinnen bleiben in Peking im Hoch. Nach einem 8:4-Sieg gegen Japan beendeten die Schweizer Curlerinnen um Skip Silvana Tirinzoni die Round Robin des Olympia-Turniers auf dem 1. Platz. Mit 8:1 Siegen stellten sie die zweitbeste Round-Robin-Bilanz eines Frauenteams an Olympischen Spielen auf, einzig gegen Schweden musste man eine knappe Niederlage einstecken.

Das letzte Gruppenspiel wird den Schweizerinnen gleich ein doppelt gutes Gefühl geben. Mit dem Sieg geht nicht nur das resultatmässige Hoch weiter, das Duell mit Japan war sogleich die Hauptprobe für den Halbfinal. Auch in der Runde der letzten vier trifft das Team Tirinzoni auf die Asiatinnen, welchen fünf Siege und vier Niederlagen zu Rang 4 reichten. Im zweiten Halbfinal duellieren sich Schweden und Grossbritannien.

Volle Konzentration: Silvana Tirinzoni und ihr Team erlaubten sich im letzten Spiel der Round Robin keinen Ausrutscher.
Volle Konzentration: Silvana Tirinzoni und ihr Team erlaubten sich im letzten Spiel der Round Robin keinen Ausrutscher.Bild: keystone

Achtungserfolg für Briguet

Der Freestyler Robin Briguet schaffte den Einzug in den Halfpipe-Final der besten zwölf am Samstag. Der Walliser klassierte sich in der Qualifikation im 11. Rang. Der 22-Jährige legte den Grundstein zum Final-Einzug im ersten von zwei Runs, als er für seine gelungene Darbietung 72,25 Punkte erhielt.

Im Gegensatz zu Briguet verpasste Rafael Kreienbühl den Kampf um die Medaillen. Beim Junioren-Weltmeister von 2017 öffnete sich im zweiten Run nach einem sauber gestandenen Double-Cork 1260 die Bindung, womit der Traum vom Final platzte.

Der Wettkampf wurde von zwei heftigen Stürzen des Finnen Jon Sallinen und des Neuseeländers Ben Harrington überschattet. Sallinen krachte bei einem Sprung in einen Kameramann und verpasste somit den Finaleinzug, verletzte sich aber wie auch Harrington nicht.

Kanadierinnen zurück auf dem Olymp

Die kanadischen Frauen sind Olympiasiegerinnen im Eishockey. Sie gewannen im Final das Prestigeduell gegen die USA 3:2 und revanchierten sich damit für die Niederlage vor vier Jahren in Pyeongchang.

Zum reinbeissen: Gold schmeckt halt doch um einiges besser als Silber.
Zum reinbeissen: Gold schmeckt halt doch um einiges besser als Silber.Bild: keystone

Der Sieg der Kanadierinnen, die im Halbfinal die Schweiz 10:3 besiegt hatten, war über das ganze Turnier gesehen hochverdient. Sie gewannen alle ihre sieben Partien mit einem Torverhältnis von 57:10. Für das Mutterland des Eishockeys war es der fünfte Olympiasieg nach 2002, 2006, 2010 und 2014.

Der Medaillenspiegel

Nach 92 von 109 Entscheidungen:

So geht's morgen weiter

Mit Material der Keystone-SDA

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Alle Schweizer Doppelsiege bei Olympischen Winterspielen

1 / 14
Alle Schweizer Doppelsiege bei Olympischen Winterspielen
quelle: keystone / diego azubel
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Olympia 2022? Pff! Diese 11 Alltags-Disziplinen sind viel anstrengender

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Co-Trainerin beim Schweizer Erzrivalen – diese Kanadierin mischt die Hockey-WM auf
Die Kanadierin Jessica Campbell schreibt an der Eishockey-WM in Finnland derzeit Geschichte. Als erste Frau steht die 29-Jährige an einer Männer-WM an der Bande. Das DEB-Team verspricht sich von seiner Assistenztrainerin frischen Wind und eine neue Perspektive.

Noch selten hat eine Personalie im Trainerstaff eines WM-Teams für so viele Schlagzeilen gesorgt wie in diesem Jahr: Mit Jessica Campbell gehört bei Deutschland zum ersten Mal eine Frau zum Trainerstaff eines Männer-Teams. Die 29-jährige Kanadierin ist beim DEB-Team Assistenztrainerin von Headcoach Toni Söderholm. Weil der Deutsche Eishockey-Bund so viele Medienanfragen kriegte, wurde am Mittwoch allein für Campbell eine Pressekonferenz arrangiert.

Zur Story