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Matthias Iten – von der Wengen-Sensation schwärmt auch Loïc Meillard

Matthias Iten of Switzerland reacts in the finish area during the second run of the men's Slalom race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in Wengen, Switzerland, Sunday, January 18, 2026. (KE ...
Er liess das Heimpublikum jubeln: Matthias Iten brillierte im 2. Lauf mit der Bestzeit.Bild: keystone

Rückenleiden verhindert richtiges Training – von Matthias Iten schwärmt auch Meillard

Matthias Iten sorgt im Slalom von Wengen für die Überraschung: Der 26-Jährige fährt als Sechster nicht nur zu seinem besten Weltcup-Resultat, sondern erfüllt auch die Olympia-Selektionskriterien.
18.01.2026, 18:1918.01.2026, 18:26

Da sitzt er, Matthias Iten, in der Leaderbox von Wengen. Als 23. des ersten Laufs sieht er, wie Fahrer um Fahrer hinter ihn zurückfällt. Vor allem im letzten Sektor verlieren seine Konkurrenten immer wieder viel Zeit auf ihn. Dann wird es zweimal ganz knapp: Michael Matt und Filip Zubcic liegen in den Zwischenzeiten lange vor dem Zuger, doch auch ihnen fehlen am Ende zwei Hundertstel. Erst die Top 5 des ersten Laufs schaffen es, den Aussenseiter noch von der Spitze zu verdrängen.

«Vor heimischem Publikum mit der grünen Zeit ins Ziel zu kommen: Davon träumt man, und dafür trainiert man den ganzen Sommer», sagt Iten, nachdem sein 6. Rang feststeht, sein bestes Resultat im Weltcup. Dieses erreicht er mit der Bestzeit im zweiten Lauf, wobei er natürlich auch davon profitiert, dass die von der Sonne beschienene Piste mit jedem Fahrer an Qualität verliert. Allerdings musste sich der Athlet mit der Startnummer 44 den Einzug in den zweiten Lauf auch erst verdienen.

Immer wieder Rückenprobleme

Iten wurde in seiner Karriere von Verletzungen gebremst. Ein chronisches Rückenleiden führte dazu, dass er mehrmals pausieren musste und bis heute im Vergleich zu seinen Teamkollegen dosiert trainiert. Diese merkten bereits im Herbst, dass Iten, wenn er fährt, oft mit den Besten mithält. «Wir wissen schon länger, dass er schnell ist», sagte Loïc Meillard. «Es ist absolut verdient, dass es heute im Rennen auch geklappt hat.»

Iten gab sein Weltcup-Debüt vor zwei Jahren im Slalom von Adelboden. Bis zu seinen ersten Weltcup-Punkten sollten jedoch fast zwei Jahre vergehen. Diese holte er sich Mitte Dezember mit dem damals bereits sensationellen 10. Platz in Val d'Isère. Es folgte Rang 27 in Alta Badia, ehe er in Madonna ausschied und in Adelboden die Qualifikation für den zweiten Lauf klar verpasste.

Mit Platz 6 in Wengen gewinnt Iten also erst zum dritten Mal Weltcup-Punkte. Doch nicht nur das: Er erfüllt auch die Selektionskriterien für die Olympischen Spiele. Ob er von den Trainern tatsächlich für Bormio nominiert wird, ist eine andere Frage. Argumente für sich hat der Innerschweizer jedoch gesammelt. «Da fehlen mir ein wenig die Worte», sagte Iten. «Bis jetzt war für mich die grosse Herausforderung, mich überhaupt für den zweiten Lauf zu qualifizieren.»

Starke Leistungen wie jene von Wengen führen dazu, dass er eine bessere Startnummer erhält. Gross darüber nachdenken möchte Iten allerdings nicht. «Einfach so weitermachen, dann kommt es gut.»

Yule und Meillard enttäuscht

Nicht am anderen Ende der Gefühlslage, aber dennoch enttäuscht, präsentierten sich die beiden weiteren Schweizer, die in die Punkte fuhren. Meillard trauerte als Vierter dem verpassten Podest nach und ärgerte sich darüber, dass er im zweiten Lauf weder den Rhythmus noch die Spur gefunden habe.

Daniel Yules 18. Platz war zwar sein zweitbestes Resultat der Saison, der Walliser verpasste jedoch die Top 15 und damit das Erreichen der Olympia-Selektionskriterien. Er hat in Kitzbühel noch eine Chance, wobei der Druck gross sein wird. Darauf angesprochen winkte Yule ab: «Wenn ich es in acht Slaloms dieser Saison nicht schaffe, zweimal in die Top 15 zu fahren, habe ich ganz andere Probleme als Olympia.» Auch er hielt fest, dass er es Iten nach dessen Leidensgeschichte besonders gönne, heute im Rampenlicht zu stehen.

Iten selbst wirkte vom plötzlichen Rummel um seine Person etwas eingeschüchtert und beschränkte sich bei der Analyse auf kurze Sätze. «Ich wusste, dass im zweiten Lauf einiges möglich ist, da die Abstände hinten raus sehr eng waren. Aber dass es so kommt, das ist Wahnsinn.» (nih/sda)

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