Von Allmen witzelt mit SRF-Moderator: «Hoffentlich ist die Kamera kaputt»
Zum vierten Mal in Folge heisst der Sieger der Lauberhornabfahrt Marco Odermatt. Am Samstagabend wurde er in Wengen deshalb gebührend gefeiert. Der 28-jährige Nidwaldner war aber nicht der einzige Einheimische bei der Siegerehrung. Auch Franjo von Allmen und Alexis Monney waren als Vierter und Fünfter dabei. Dominik Paris konnte als Sechster wegen einer Fussverletzung nicht teilnehmen.
Von Allmen wurde fast so laut bejubelt wie Sieger Odermatt. Der Lokalmatador aus dem Berner Oberland zeigte sich überwältigt von der Kulisse: «Wenn ich hier so in die Menge schaue, ist es einfach nur schön. Als Schweizer Fahrer am Lauberhorn zu fahren und hier stehen zu können, macht Spass.»
Der 24-Jährige hat einmal mehr eine spektakuläre Fahrt hinter sich, im Kernen-S erlebte von Allmen eine Schrecksekunde. Den Sturz verhinderte er nur knapp, mit einem Ski fuhr er dabei gar über die Werbebande und räumte eine Kamera ab. «Ich hoffe, dass die Kamera kaputt gegangen ist», spasste er am Abend. Auf die gespielte Empörung von SRF-Moderator Paddy Kälin sagte von Allmen: «Na wenn sie mir die in den Weg stellen.»
Von Allmen war lange auf Podestkurs, wurde dann aber noch von Giovanni Franzoni verdrängt. Der Super-G-Sieger vom Freitag schwärmte: «Dieser 3. Platz ist vielleicht sogar noch schöner als der Sieg gestern, weil die Abfahrt am Lauberhorn legendär ist. Auch der 24-jährige Italiener sorgte für einen Lacher, als er über sein Nasenpflaster sprach. Eigentlich hatte er mit Dominik Paris gewettet, dass der Routinier im Super-G ebenfalls ein solches tragen müsse, sollte Franzoni das 2. Abfahrtstraining gewinnen. Paris wollte aber ein pinkes Nasenpflaster, was Franzoni nicht auftreiben konnte. «Ich hatte manchmal Probleme mit dem Atmen», erklärte der Senkrechtstarter vom Gardasee das Tragen dieses Relikts aus dem Fussball der 90er-Jahre.
Mit Odermatt und Vincent Kriechmayr das Podest zu teilen, sei eine Ehre, sagte Franzoni und gab damit den Auftakt für die gegenseitigen Lobpreisungen unter dem Top-Trio. Wie es gewesen sei, nach seiner eigentlich starken Fahrt so deutlich geschlagen zu werden, wurde Kriechmayr gefragt. «Ich bin es mittlerweile gewöhnt», sagte der 34-jährige Österreicher und fügte an: «Ich hatte geglaubt, dass ich es ihm schwieriger mache, aber es war unglaublich. Ein grosses Kompliment an Marco Odermatt.» Traurig war Kriechmayr angesichts des zweiten Platzes aber nicht: «Ich hätte natürlich gern die österreichische Hymne gehört, aber ich muss schon sagen: Die Stimmung hier in der Schweiz bei der Schweizer Hymne mit so einem Sieger ist schon gewaltig.»
Auch Odermatt schwärmte von der Kulisse am Lauberhorn: «Hier in Wengen ist es speziell. Die Fans und die Stimmung geben mir das Prozent Extramotivation.» Zum Lob Kriechmayrs sagte er: «Von ‹Vinc› weiss man ja, dass er gerne tiefstapelt, aber es ist schon ein schönes Kompliment.» Kriechmayr sei in dieser Saison ebenfalls sehr schnell, müsse aber die Fehler abstellen, die er jeweils drin hat. «Das weiss er selbst. Sonst wäre er schon öfters weiter vorne gewesen.»
Moderator Kälin wunderte sich fast etwas über die ausschliesslich positiven Worte zwischen den Konkurrenten. Odermatt erklärte: «Der Skisport ist da eine Ausnahme. Der Sport ist so am Limit, jeder riskiert sehr viel und wenn einer schneller ist, dann hat er das meistens verdient. Das respektiert man und weiss, dass der eine Superfahrt gezeigt hat.»
