Zenhäusern ringt nach Wengen-Enttäuschung nach Worten: «Lustig ist es nicht»
3,54 Sekunden Rückstand und 45. von 50 Fahrern im Ziel: Ramon Zenhäusern erlebte im Slalom von Wengen eine herbe Enttäuschung. Und das ausgerechnet eine Woche nach dem Befreiungsschlag in Adelboden. Dort wurde der 33-jährige Walliser 15. und schaffte damit die halbe Olympia-Qualifikation. Ein weiteres Top-15-Resultat benötigt Zenhäusern noch, um eine Chance zu haben, in Mailand und Cortina dabei zu sein. Die beiden letzten Möglichkeiten dazu bieten sich ihm in Kitzbühel und Schladming.
Nach seinem Lauf in Wengen zeigte sich der Slalomspezialist aber ratlos. «Ich weiss nicht, was ich sagen soll», erklärte er im SRF-Interview, «ich habe mich nicht so langsam gefühlt. Aber es war wirklich extrem langsam, ich hatte im Ziel fast das Gefühl, dass die Zeitmessung nicht gestimmt hat.»
So richtig erklären konnte er sich seinen Auftritt nicht. «Es wird irgendwas im Kopf gewesen sein», mutmasste Zenhäusern, «wahrscheinlich wollte ich zu viel.» Unter anderem die Olympia-Qualifikation sei in seinen Gedanken herumgeschwirrt und er wollte es unbedingt gut machen. «Und dann funktioniert es irgendwie nicht mehr.»
Im Interview beim SRF rang er mehrmals nach Worten. In den Trainings laufe es ihm gut, auch sonst fühle er sich gut in Form. Eigentlich verfüge er also über das Können, nur kann er dies im Wettkampf zu selten zeigen. «Das Leben geht weiter», stellt ein konsternierter Zenhäusern fest und fügt an: «Lustig ist es nicht, aber ich kann jetzt nur weiter hoffen und probieren. Vielleicht klappt es noch, vielleicht auch nicht.»
An die nächsten Rennen will der 2,02-m-Hüne noch nicht denken. «Aktuell ist eine sehr grosse Enttäuschung da. Ich bin richtig langsam hier runtergefahren. Das habe ich nicht so erwartet», sagt Zenhäusern mit einem Kopfschütteln. «Dass ich mich hier so habe einschüchtern lassen und verkopfe, ist eindrücklich mit der Erfahrung, die ich habe.» (nih)
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