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Italy's Dominik Paris celebrates after winning the men's super-G at the alpine ski World Championships in Are, Sweden, Wednesday, Feb. 6, 2019. (AP Photo/Marco Trovati)

Dominik Paris stand mit 18 Jahren vor dem Nichts. Jetzt ist er Weltmeister. Bild: AP

Dank der Schweiz vom Schlawiner zum Ski-Weltmeister: 5 Fakten über Dominik Paris

Dominik Paris erringt an den Weltmeisterschaften in Are im Super-G seinen ersten grossen Titel. Der 29-Jährige hat ein bewegtes Leben hinter sich – mit vielen Highlights und einem grossen Rückschlag.



Vom Schulabbrecher über die Schweiz zum Weltmeister

Dass Dominik Paris überhaupt als Skifahrer durchstartete, verdankt er auch ein Stück weit der Schweiz. Als 15-Jähriger hatte Paris genug von der Schule – er wollte sich den Traum vom Skirennfahrer erfüllen und versuchte, als Handlanger auf dem Bau das notwendige Geld zu verdienen.

Paris legt noch heute gerne Hand an.

Wie die NZZ schreibt, sei er damals aber lieber durch die Wirtshäuser gezogen, weil er nicht «Nein» sagen könne. Paris wurde dick und träge, stagnierte in der Folge auf der Skipiste. Mit 18 Jahren stand er sportlich vor dem Nichts. 

Paris musste weg. Weg von seiner Heimat, weg von seinen Kollegen. Statt in die Wirtshäuser zu gehen, hiess es ab sofort: harte Arbeit. Dazu ging der Italiener in die Schweiz. Auf einer Alp im Bündnerland hatte er sich einen Job besorgt – nicht des Geldes wegen, sondern weil er fit werden wollte. 

«In der Zeit auf der Alp lernte ich, wie wichtig es ist, sich auf das zu konzentrieren, was einem wichtig ist, und dass es keinen Ersatz für harte Arbeit gibt. Mir wurde klar, dass ich Profi-Skirennfahrer werden wollte. Das war meine Motivation, mein Leben zu ändern und alles zu versuchen, um den Traum wahr werden zu lassen.»

Dominik Paris im Jahr 2014

Paris stand mit den Sennen täglich um 3.30 Uhr auf, trieb die 120 Kühe zusammen, molk sie, machte den Stall. Am Feierabend ging es mit Bergläufen und Krafttraining weiter. Nach dem Sommer war er 14 Kilo leichter und hatte eine neue Einstellung: «Die Zeit der Flausen war vorbei. Ich hatte mich von der Jugend verabschiedet und auf das Erwachsenenleben umgeschaltet», erklärt Paris. Im folgenden Winter gewann er sein erstes Rennen im Europacup. 

Die Erfolge von Dominik Paris

Weltmeisterschaft:
1x Gold im Super-G 2019
1x Silber in der Abfahrt 2013
Weltcup:
10 Abfahrtssiege
2 Super-G-Siege

Der tödlich verunglückte Bruder

Nach seinem bis dato grössten Erfolg, dem Abfahrtssieg in Kitzbühel 2013, erlebte Dominik Paris im Sommer darauf einen harten Schicksalsschlag. Sein zwei Jahre älterer Bruder René, der in seiner Jugend ebenfalls erfolgreicher Skirennfahrer war, starb bei einem Töffunfall im heimischen Südtirol. 

«Es war ein Schock. Ich war in der Nähe und hörte von einem Unfall. Ich fuhr hin und sah meinen Bruder auf der Strasse liegen.»

Dominik Paris

Paris lenkte sich auf der Piste ab, trainierte noch intensiver. Er beschrieb das Skifahren damals als seine Therapie. «Mit mehr Zeit und Abstand habe ich gelernt, mit diesem Schicksal weiterzuleben. Er hätte gewollt, dass ich weitermache und hart daran arbeite, mir meine Träume zu erfüllen.»

Der Sänger einer Heavy-Metal-Band

Dominik Paris hat neben dem Skifahren eine weitere grosse Leidenschaft: Das Singen und Musik machen. Früher mochte er es auch mal etwas geselliger, wie dieses Video mit Ski-Kollege Siegmar Klotz zeigt:

Dominik Paris 2013

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Video: YouTube/FerienregionUltental

Schon immer war der Italiener aber vor allem den etwas heftigeren Tönen angetan. Seit 2017 ist er Sänger und Texter der Band «Rise of Voltage»:

Dominik Paris heute:

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Video: YouTube/Robi Hofer

«Es ist eigentlich kein Singen, eher ein Brüllen. Aber das ist meine Art, mich mit Freunden zu entspannen.»

Dominik Paris

Der gute Freund Feuz

Auf der Rennstrecke sind sie harte Konkurrenten, doch daneben verstehen sich Beat Feuz und Dominik Paris äusserst gut, wie sie schon mehrmals betonten. Dass die beiden so gut miteinander auskommen, habe wohl mit ihrer Herkunft zu tun, erklärt Feuz. Beide kämen sie aus ähnlichen Bergdörfern, Paris aus Ulten, Feuz aus Schangnau:

«Und wenn man die Ultner nach Schangnau verpflanzen würde und die Schangnauer nach Ulten, dann würden sich wahrscheinlich alle wie zu Hause fühlen.»

Beat Feuz

«Wir haben uns auch schon vor einem Rennen vorgenommen, dass wir zusammen auf dem Podest stehen.»

Dominik Paris

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Birthday party for feuz...!!

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Dominik Paris und Beat Feuz sind schon lange gut befreundet.

Der Gesprächsstoff wird ihnen ohnehin nicht so schnell ausgehen, beide sind im vergangenen Sommer erstmals Vater geworden. 

«Weil sich auch unsere Freundinnen sehr gut verstehen, sehen wir uns ziemlich oft.»

Beat Feuz

epa07317962 Dominik Paris (L) of Italy and Beat Feuz (R) of Switzerland react in the finish area during the Men's Downhill race of the FIS Alpine Skiing World Cup in Kitzbuehel, Austria, 25 January 2019.  EPA/CHRISTIAN BRUNA

Beat Feuz gratuliert Dominik Paris in Kitzbühel zum Sieg. Bild: EPA/EPA

Der Dialekt

Wenn Dominik Paris mal wieder ein Rennen gewinnt, darf man sich immer besonders auf das Siegerinterview freuen. Einerseits weil der aufgestellte Italiener kein Blatt vor den Mund nimmt, andererseits wegen seines Dialekts. 

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Paris bei einem Interview im ORF. Video: streamja

Während die Sportjournalisten beim Transkribieren ins Schwitzen kommen («Hast du etwas verstanden?» – «Nein, kein Wort»), können die Fernsehzuschauer schon etwas schmunzeln. Es klingt nach Deutsch, es ist Deutsch und trotzdem versteht man meistens nicht viel.

Der Dialekt kommt aus Paris' Heimat. Dem 3000-Seelendorf Ulten, welches – wenig überraschend – im Ultental liegt. Wir werden seinen Dialekt auch bei zukünftigen Siegen wieder bestaunen können – auch wenn Paris seinem Freund Feuz in der WM-Abfahrt am Samstag gerne den Vortritt lassen darf.

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Video: watson/Angelina Graf

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