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Olympia 2026: Müde Malorie Blanc bekam Pause – nun fährt sie im Super-G

Malorie Blanc of Switzerland poses during a press conference of the women's Swiss Ski alpine skiing speed team prior to the 2026 Olympic Winter Games in Cortina d'Ampezzo, Italy, on Friday,  ...
In der Abfahrt lief es Malorie Blanc nicht – trotzdem ist sie im Super-G wohl die grösste Schweizer Hoffnung.Bild: keystone

Wegen mentaler Müdigkeit bekam Malorie Blanc eine Pause – nun könnte sie die Saison krönen

Mit ihrem ersten Weltcupsieg im Super-G von Crans-Montana sorgt Malorie Blanc vor knapp zwei Wochen für ein in dieser Saison seltenes Erfolgserlebnis der Schweizer Speedfahrerinnen. Bei Olympia läuft es ihr aber noch nicht.
12.02.2026, 05:5412.02.2026, 06:32
marcel hauck, cortina d'ampezzo / keystone-sda

Noch ist Malorie Blanc nicht so recht bei Olympia angekommen. Vor ihrem ersten Einsatz in der Abfahrt vom Sonntag sagte die 22-jährige Walliserin, sie sei noch «am Beobachten, am Entdecken» und sie finde erst langsam heraus, warum Olympia für viele Athletinnen so wichtig sei. Blanc ist ein Olympia-Neuling, der in der letzten Saison mit dem 2. Platz in der Abfahrt von St. Anton wie ein Wirbelwind an der Spitze auftauchte. Ähnlich überraschend kam Ende Januar im Super-G von Crans-Montana der erste Weltcupsieg.

Noch aber fehlt es der Unterwalliserin an Konstanz. Eine Wiederholung des Exploits in der Heimat wäre im Olympiarennen vom Donnerstag eine grosse Überraschung. Sie findet die Strecke Olimpia delle Tofane zwar «richtig spannend», fand aber in den Abfahrtstrainings und dem Rennen keinen Zugang dazu. Es fehlen ihr die technischen Schwierigkeiten, in den langen Kurven und den flacheren Passagen verfügt sie nicht über die geforderten Gleiterfähigkeiten. Auch wenn sie sich überzeugt zeigt, dass sie in dem Bereich Fortschritte gemacht habe.

KEYPIX - The winner Malorie Blanc of Switzerland celebrates with the trophy after the podium ceremony of the women's Super-G race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in Crans-Montana, Switzer ...
In Crans-Montana siegte Malorie Blanc.Bild: keystone

Mentale Müdigkeit

Crans-Montana scheint in diesen Tagen, da sich das auch von Verletzungen gebeutelte Schweizer Speedteam wie schon zuvor in dieser Saison schwer tut, weit weg. Blanc kann in ihrem Alter und mit wenig Erfahrung kaum die Teamleaderin sein. «Freude», verspüre sie über den überraschenden Sieg in der engeren Heimat, «aber ansonsten merke ich persönlich keinen grossen Unterschied.»

Dennoch macht es stark den Anschein, dass der Erfolg in Crans-Montana Blanc stärker ausgelaugt hat, als sie selber denkt. In der Abfahrt war sie mit Platz 20 die schlechteste des Schweizer Quartetts. Folgerichtig wurde sie für die Team-Kombination nicht aufgeboten. «Wir haben in den letzten Tagen eine mentale Müdigkeit bei Malorie festgestellt», erklärte der Cheftrainer Brat Tschuor den Entscheid.

Switzerland's Malorie Blanc competes during an alpine ski women's downhill race, at the 2026 Winter Olympics, in Cortina d'Ampezzo, Italy, Sunday, Feb. 8, 2026. (AP Photo/Jacquelyn Mart ...
Noch fand Malorie Blanc auf der Tofane keinen Zugang.Bild: keystone

«Meine Saison ist jetzt schon richtig gut», stellte Blanc fest. «Und ich bin noch jung, das sollte man nicht vergessen.» Das erklärt vielleicht den Leistungsabfall, der sich in Cortina schon in den Trainings abgezeichnet hat. Nach der Abfahrt sprach sie zwar von «einer guten Erfahrung» in ihrem ersten Olympiaeinsatz. Trotzdem hatte auch sie mehr von sich erwartet.

Erst vier Top-10-Plätze

Das möchte sie nun im Super-G am Donnerstag (11.30 Uhr) nachholen. Eine Medaille zu erwarten wäre wohl vermessen. Neben den beiden Podestplätzen stehen bislang nur zwei weitere Ränge in den Top 10 in Blancs Palmarès. Den 12. Platz von der WM im letzten Jahr in Saalbach möchte sie aber zumindest verbessern.

Und wer weiss: Mittlerweile hat sie den Trubel mit dem ersten Weltcupsieg und den ziemlich überwältigenden ersten Eindruck im Olympiatrubel etwas hinter sich gelassen und kann wieder befreit Ski fahren. Das war wohl die Absicht der Trainer, ihr ein paar Tage Pause zu geben, um den Kopf zu lüften. (nih/sda)

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2 Kommentare
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Auch wenn es nur war wie gegen Ajoie – ein 4:0 als Versprechen
Ein Sieg ist nie selbstverständlich. Aber etwas anderes als ein Sieg wäre eine Schmach gewesen. Die Schweizer erfüllten die Pflichtaufgabe gegen Frankreich wie aus dem Lehrbuch und siegten 4:0.
Es war ein wenig wie bei einem Spiel gegen Ajoie in unserer heimischen Liga. Eine Niederlage gegen den 16. und Letzten der WM 2025 war im Grunde undenkbar und wäre als Schmach gewertet worden. So wie immer noch jede Niederlage gegen Ajoie den Schwefelhauch der Schmach in sich trägt. Dazu kommt: Bei den Franzosen spielen ja wichtige Spieler unseres ewigen Schlusslichtes: Torhüter Antoine Keller, Verteidiger-Titan Thomas Thiry, der Leitwolf Pierre-Edouard Bellemare, ein ehemaliger NHL-Profi oder Kevin Bozon. Der Vergleich mit Ajoie macht also durchaus Sinn, um die Kräfteverhältnisse zu veranschaulichen.
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