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Eismeister Zaugg

Olympia 2026: Eismeister Zaugg über den Auftaktsieg der Schweizer

France's goalkeeper Antoine Keller looks on after failing to make a save during a preliminary round match of men's ice hockey between Switzerland and France at the 2026 Winter Olympics, in M ...
Frankreich-Goali Antoine Keller kassierte gegen die Schweiz vier Gegentreffer.Bild: keystone
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Auch wenn es nur war wie gegen Ajoie – ein 4:0 als Versprechen

Ein Sieg ist nie selbstverständlich. Aber etwas anderes als ein Sieg wäre eine Schmach gewesen. Die Schweizer erfüllten die Pflichtaufgabe gegen Frankreich wie aus dem Lehrbuch und siegten 4:0.
12.02.2026, 16:5212.02.2026, 16:52
Klaus Zaugg, Mailand

Es war ein wenig wie bei einem Spiel gegen Ajoie in unserer heimischen Liga. Eine Niederlage gegen den 16. und Letzten der WM 2025 war im Grunde undenkbar und wäre als Schmach gewertet worden. So wie immer noch jede Niederlage gegen Ajoie den Schwefelhauch der Schmach in sich trägt. Dazu kommt: Bei den Franzosen spielen ja wichtige Spieler unseres ewigen Schlusslichtes: Torhüter Antoine Keller, Verteidiger-Titan Thomas Thiry, der Leitwolf Pierre-Edouard Bellemare, ein ehemaliger NHL-Profi oder Kevin Bozon. Der Vergleich mit Ajoie macht also durchaus Sinn, um die Kräfteverhältnisse zu veranschaulichen.

Die Frage, ob diese Partie ein wenig an ein Meisterschaftsspiel gegen Ajoie erinnere, mochten allerdings weder Andrea Glauser noch Christian Marti beantworten. Sie fanden es wohl ein wenig respektlos, eine Auftaktpartie eines Olympischen Turniers mit dem Alltag der National League zu vergleichen. Am Ende siegten die Schweizer 4:0. Wie erwartet. Und Frankreich war tatsächlich ein wenig wie Ajoie: Tapfer in den Zweikämpfen, nie mutlos, aber immer ein wenig überfordert. Viel Leidenschaft, zu wenig Talent.

Und doch: Dieser Sieg war nicht selbstverständlich. Vor 24 Jahren starteten die Schweizer 2002 hoffnungsfroh in der Favoritenrolle ebenfalls gegen Frankreich ins Olympische Turnier von Salt Lake City. Sie lagen ständig im Rückstand und retteten gerade noch ein schmähliches 3:3 – damals wurde noch nicht in jeder Partie eine Entscheidung ausgespielt. David Aebischer, unser einziger NHL-Profi, stand im Tor. Die Schweizer kamen nicht über die Gruppenspiele hinaus.

Heute sind 10 NHL-Profis dabei und nichts ist mehr wie 2002. Die Schweizer sind der Favoritenrolle souverän gerecht geworden, sorgten mit zwei frühen Toren dafür, dass die Dinge nicht aus den Fugen geraten konnten und kontrollierten das Spiel mit 43:27 Torschüssen. Mit einer Startphase wie aus dem Lehrbuch für die Vermeidung von bösen Überraschungen: Konzentriert, direkt, bissig und dominant, mit der Körpersprache von Siegern. Die Franzosen hatten nie den Hauch einer Chance. Und dazu der «obligatorische» Shutout von Leonardo Genoni. Er hat nun zum fünften Mal hintereinander bei einem Titelturnier in 60 Minuten keinen Gegentreffer zugelassen.

France's Sacha Treille, right, tries to tip the puck past Switzerland's goalkeeper Leonardo Genoni during a preliminary round match of men's ice hockey between Switzerland and France at ...
Leonardo Genoni liess sich gegen Frankreich nicht bezwingen.Bild: keystone

Siege sind nie selbstverständlich. In der heimischen Liga verlieren die Favoriten immer wieder mal gegen Ajoie. Grosse Teams zeichnen sich auch mit der Art und Weise aus, wie sie mit der Favoritenrolle umgehen. So wie die Schweizer jetzt gegen Frankreich. Dieses 4:0 ist ein Versprechen.

Eigentlich beginnt das Turnier erst gegen Kanada richtig. Es ist erst die dritte Partie auf der Olympischen Bühne gegen die kanadischen NHL-Profis. 2006 gewann die Schweiz in Turin 2:0 und 2010 folgte in Vancouver eine 2:3-Niederlage nach Penaltys, ebenfalls in den Gruppenspielen. Gegen die Kanadier sind die Schweizer also ganz und gar nicht in der Rolle von Ajoie.

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