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Olympia-Slalom der Männer
1. Andre Myhrer (SWE) 1:38.99
2. Ramon Zenhäusern (SUI) +0.34
3. Michael Matt (AUT) +0.67
8. Daniel Yule (SUI) +1.13
14. Loic Meillard (SUI) +1.33
Out: Hirscher (AUT), Kristoffersen (NOR), Aerni (SUI)
Ramon Zenhäusern fährt ausgerechnet bei Olympia zum ersten Mal auf ein Slalom-Podest.
Ramon Zenhäusern fährt ausgerechnet bei Olympia zum ersten Mal auf ein Slalom-Podest.Bild: EPA/EPA

Zenhäusern holt Slalom-Silber: «Ein Märchen, ein Traum. Ich bin sprachlos, überglücklich»

22.02.2018, 06:5822.02.2018, 13:40

Dank einem starken zweiten Lauf sichert sich Ramon Zenhäusern die Silbermedaille im Slalom. Der Zwei-Meter-Mann errang die erst dritte Schweizer Medaille im Slalom und die erste nach 38 Jahren

«Das ist Wahnsinn! Das werde ich noch lange nicht realisieren. Das ist ein Märchen, das ist ein Traum. Ich bin sprachlos, überglücklich. Unglaublich. Im 1. Lauf fuhr ich konstant, da war ich bei den Leuten. Da wusste ich, dass ich im 2. Lauf alles geben muss und das ist mir dann auch geglückt.»
«Der Lauf ist mir sicher auch entgegengekommen. Als es ums Podest ging, konnte ich nicht mehr zuschauen, es war so spannend. Es ist so surreal. Danke allen, die in der Schweiz aufgestanden sind und mir die Daumen gedrückt haben.»

Geschlagen wurde Zenhäusern lediglich vom Schweden André Myhrer, der um 38 Hundertstel schneller war. Bronze ging an den Österreicher Michael Matt. Henrik Kristoffersen, der Führende nach dem ersten Lauf, schied im zweiten Lauf ebenso aus wie Topfavorit Marcel Hirscher im ersten.

Daniel Yule:

«Das ist schön, für Ramon ist das natürlich super. Den Podestplatz haben wir von ihm eigentlich schon lange erwartet, im Training war er immer unglaublich schnell.»

Bei Halbzeit hatte Zenhäusern, der Zwei-Meter-Riese aus Visp, lediglich auf Platz 9 gelegen, allerdings nur 32 Hundertstel hinter dem Drittplatzierten. Und somit war vor dem entscheidenden Durchgang schon klar gewesen: Wenn Zenhäusern ein guter Lauf gelingt, ist noch vieles möglich. Gleiches galt für Daniel Yule, der vor dem zweiten Lauf nur zwei Ränge hinter Zenhäusern gelegen hatte und schliesslich Achter wurde. Loïc Meillard belegte Platz 14. Der Berner Luca Aerni schied aus.

Die Medaillengewinner im Slalom stehen etwas schräg im Zielhang.
Die Medaillengewinner im Slalom stehen etwas schräg im Zielhang.Bild: EPA/EPA

Zenhäusern stand noch nie auf dem Podium eines Weltcup-Slaloms, doch sein Coup ist dennoch kein Zufall. Wer in Wengen Vierter und in Kitzbühel Sechster wird, der kann auch noch weiter nach vorne stossen. Zudem gewann der Walliser Ende Januar auch den Parallel-Slalom von Stockholm.

Jacques Lüthy, der 1980 an den Spielen in Lake Placid Dritter geworden war, stand als bisher letzter Schweizer bei Olympia auf einem Slalom-Podium. Der einzige Sieg geht noch viel weiter zurück: Edy Reinalter gewann 1948 in St.Moritz Gold.

Hirscher ohne Saft und Kraft

Die Überraschung des Rennens hatte sich schon im ersten Lauf ereignet. Der Österreicher Marcel Hirscher, der grosse Favorit, schied aus und scheiterte bei seinem Versuch, nach der Kombination und dem Riesenslalom ein drittes Mal Gold zu gewinnen.

Sechs der acht Weltcup-Slaloms dieser Saison hat Marcel Hirscher gewonnen, doch beim wichtigsten Rennen kam der Seriensieger nicht ins Ziel. Hirscher lag im ersten Lauf nach zwei Fehlern schon bei der Zwischenzeit 68 Hundertstel zurück, ehe er nach einem weiteren Patzer ausschied. Das war ein aussergewöhnliches Ereignis. Der letzte Ausfall im Slalom datiert vom 14. Februar 2016, ist also über zwei Jahre her. (sda)

Team Schweiz reagiert auf die gewonnenen Ski-Medaillen

Video: srf

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