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Push-up-Trick für Frauen: So sollen Liegestütze plötzlich leicht werden

In den sozialen Medien wird dieser Trick als echter Gamechanger für Frauen dargestellt. Stimmt das wirklich?Video: watson

Diese Technik soll Frauen bei Push-ups helfen

In den sozialen Medien heisst es, man müsse einfach den Winkel der Hände auf dem Boden um einige Zentimeter verändern, damit Frauen sich bei Liegestützen etwas weniger anstrengen müssen. Wir haben diesen Trick einer Expertin aus der Romandie vorgelegt.
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28.04.2026, 20:4128.04.2026, 22:15
Fred Valet
Fred Valet
Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Ein weiteres Social-Media-Phänomen, das man in zehn Sekunden wieder vergessen hat? Bestimmt. Doch im Gegensatz zu vielen viralen Videos ist hier nichts besonders Dummes oder Gefährliches dabei. Glaubt man den Tausenden von Internetnutzern, die lautstark behaupten, diese Information habe ihr Training verändert, hätten wir es hier mit einer spektakulären anatomischen Entdeckung zu tun.

Wenn du im Moment TikTok oder Instagram öffnest, ist es sehr wahrscheinlich, dass du auf eine Frau triffst, die Liegestütze mit fast schon übertriebener Leichtigkeit macht.

Kurze Zusammenfassung? Eine erstaunlich einfache Technik soll ihnen das Training erheblich erleichtern: Sobald man auf dem Boden ist, muss man nur die Hände nach aussen drehen, anstatt sie nach vorne zu halten.

Das ist alles? Ja, das ist alles.

Weil wir nicht mehr jeden Internet-Hack blind glauben wollen, der uns auf dem Handy entgegenpoppt, haben wir kurzerhand eine Bekannte als Testperson eingespannt. Als ultrasportliche und leidenschaftliche Läuferin hat Ivanka es dennoch nie geschafft, auch nur einen einzigen Liegestütz zu beenden, ohne mitten in der Bewegung zu Boden zu sinken.

Ihr Urteil?

«Ah ja, lustig, das ist tatsächlich ein bisschen einfacher.»

«Ein bisschen» reicht uns schon, um eine Expertin einzuschalten – um den Hype zu checken und zu verstehen, warum dieses Phänomen seit Tagen das Internet flutet. Auch Véronique Lugrin sind die Clips aufgefallen: «Ja, davon gibt es gerade viele – wohl eher zu viele.»

Dass die Sportphysiotherapeutin und Konditionstrainerin weniger aus dem Häuschen ist als das Internet, hat einen einfachen Grund: Das Ganze ist weder neu noch geheimnisvoll. «Das ist keine virale Erfindung, sondern schlicht eine anatomische Gegebenheit, die der Medizin seit Jahrzehnten bekannt ist», erklärt die Gründerin des Zentrums Enmouvement in Lausanne.

«Wissenschaftlich ist das längst belegt: Studien zeigen, dass Frauen im Schnitt einen anderen und grösseren Winkel zwischen Ober- und Unterarm haben als Männer.»
Véronique Lugrin, Sportphysiotherapeutin, Konditionstrainerin und Gründerin des Zentrums Enmouvement

Konkret heisst das: 14–17 Grad bei Frauen, 9–12 Grad bei Männern. «Der Unterarm steht bei Frauen also etwas weiter vom Körper ab, was manche Bewegungen angenehmer machen kann.»

Wie zum Beispiel Liegestütze? «Ja, wie Liegestütze.»

Etwas genauer:

«Aus biomechanischer Sicht hat der Winkel nicht nur Einfluss darauf, wie Knochen im Arm und Rumpf zusammenarbeiten, sondern auch darauf, in welche Richtung die Muskeln arbeiten. Darum kann es für Frauen – je nach Körperbau – manchmal etwas schwieriger sein, klassische Liegestütze sauber auszuführen.»
Véronique Lugrin

Ist damit alles geklärt und weiter? Nicht ganz. Denn wenn man sich diese Videos anschaut, könnte man fast meinen, diese Art von Liegestützen sei besonders effektiv.

Aber wichtig ist die Nuance: «Die Handposition kann zwar den Komfort und das Körpergefühl verbessern, aber es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass sie die Übung bei Frauen effizienter macht», warnt die Expertin. Kurz gesagt: Schwitzen bleibt angesagt – Muskeln wachsen nicht von selbst.

Warum denken manche, Liegestütze seien für Frauen schwieriger? «Zunächst muss man wissen, dass es für alle am Anfang schwierig ist», sagt uns die Sportphysiotherapeutin.

Aber...

«Die relative Kraft des Oberkörpers ist bei Frauen im Durchschnitt geringer. Das hängt mit Unterschieden in Muskelmasse, Training und Biologie zusammen.»
Véronique Lugrin

Véronique Lugrin verweist auf Studien zu diesem Thema: «Im Durchschnitt verfügen Männer über eine höhere Muskelkraft (40–60 % mehr im Oberkörper), hauptsächlich aufgrund einer grösseren Muskelmasse und eines höheren Testosteronspiegels.»

Und die Frauen? «Im Schnitt sind sie ermüdungsresistenter und haben bei längeren Belastungen eine gleich gute, teils sogar bessere muskuläre Ausdauer.»

Das Wichtigste ist: «mindestens zweimal pro Woche Krafttraining zu machen, die grossen Muskelgruppen zu trainieren und sich regelmässig zu bewegen, um die Gesundheit zu fördern», schliesst die Expertin.

Die gute Nachricht: Die Hände nach aussen zu drehen, wie es TikTok predigt, ist gar keine so schlechte Idee. Und wenn's hilft, mehr Krafttraining zu betreiben, wieso auch nicht? (fwa)

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