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Wieso Fluchen zu besserer Leistung führt

«Herrgott noch mal!» – Wieso Fluchen zu besserer Leistung führt

Wer flucht, hält länger durch. Eine neue Studie hat jetzt den psychologischen Mechanismus für den positiven Effekt der unanständigen Wörter aufgeschlüsselt.
02.01.2026, 07:1402.01.2026, 07:14
Sabine Kuster / ch media

«Fluchen ist buchstäblich ein kalorienneutrales, drogenfreies, kostengünstiges und leicht verfügbares Mittel, das uns zur Verfügung steht, wenn wir einen Leistungsschub brauchen.» So bringt der englische Psychologe Richard Stephens die Ergebnisse einer neuen Studie auf den Punkt, die im Journal American Psychologist veröffentlicht wurde. Er hat mit seinem Team untersucht, warum Leute, die Fluchen, bessere Leistungen erbringen, als solche, die sich anständig zurückhalten.

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Vielleicht hilft Zähne zusammenbeissen: Aber besser wäre fluchen, um uns körperlich selbst zu übertreffen.Bild: getty

Dazu führten sie mit 192 Teilnehmenden ein Experiment durch: Diese mussten Liegestützen auf einem Stuhl machen und dazu entweder ein Schimpfwort ihrer Wahl oder ein neutrales Wort alle zwei Sekunden wiederholen.

In der Folge wurden die Teilnehmenden befragt. Zum Beispiel zu ihrem mentalen Zustand, wie viele positive Emotionen sie empfanden, wie abgelenkt oder wie selbstbewusst sie sich fühlten. Die Fragen umfassten auch eine Messung des psychologischen «Flows», einem Zustand, in dem Menschen auf angenehme, konzentrierte Weise in eine Aktivität eintauchen.

Mehr Ablenkung und Selbstvertrauen durch die Enthemmung

Die Resultate zeigten, dass jene Teilnehmenden, die während der Liegestützen geflucht hatten, ihr Körpergewicht deutlich länger halten konnten als die anderen. Der Grund dafür sahen die Forschenden in der gestiegenen Enthemmung, die mit Fluchen einhergeht: Dies hat mehr Flow, mehr Ablenkung und mehr Selbstvertrauen zur Folge.

Bekannt gewesen war bereits, dass Leute, die fluchen, auch ihre Hand länger im Eiswasser halten können. Und bestimmt hilft Fluchen auch beim Erreichen des nächsten Griffs im Klettern. Zudem fühlt sich das Fluchen für die meisten Menschen gut an.

Fluchen ist also ein Erfolgsrezept in vielen Situationen. Studienautor Stephens erklärt sich damit auch, warum die Benutzung wüster Wörter trotz gesellschaftlicher Ächtung so alltäglich ist. «In vielen Situationen halten sich Menschen – bewusst oder unbewusst – davon zurück, ihre volle Kraft einzusetzen», sagt Stephens. Dabei sei Fluchen eine leicht zugängliche Methode, um sich selbst zu helfen und sich konzentriert, selbstbewusst und weniger abgelenkt zu fühlen. Und sich dadurch ein wenig mehr anzustrengen.

Die Forschenden wollen nun herausfinden, ob Fluchen auch hilft, in Situationen und mit Herausforderungen besser klarzukommen, die keine körperliche Aktivität beinhalten. (aargauerzeitung.ch)

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