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Daheim stehen sie zu ihm: Wandgemälde für Novak Djokovic in Belgrad.
Daheim stehen sie zu ihm: Wandgemälde für Novak Djokovic in Belgrad.Bild: keystone

«Schäm dich, Australien!» – Die Reaktionen zur Absage an Djokovic

Der Entscheid, Novak Djokovic die Einreise nach Australien zu verweigern, löste kontroverse Reaktionen aus. Serbische Medien sprachen von der «grössten Schande in der Geschichte des Sports».
16.01.2022, 16:0617.01.2022, 06:27

Australiens Premierminister

Scott Morrison begrüsste den Entscheid der Richter. Dieser sei aus Gründen der «Gesundheit, Sicherheit und der Ordnung» gefallen, schrieb der australische Premierminister. Es sei «im öffentlichen Interesse» geschehen.

«Starke Grenzen sind für die australische Lebensweise von grundlegender Bedeutung – genauso wie die Rechtsstaatlichkeit», so Morrison. Jetzt sei es aber an der Zeit, mit den Australian Open weiterzumachen und den Tennis-Sommer wieder zu geniessen.

Australiens Migrationsminister

Alex Hawke hatte über die Ausweisung Djokovics entschieden. Er begrüsse den einstimmigen Entscheid des Gerichts, teilte er mit. «Der starke Schutz der Grenze hat Australien sicher durch die Pandemie geführt, was zu einer der tiefsten Todesfallraten, einer starken wirtschaftlichen Erholung und einer der höchsten Impfraten weltweit führte», schrieb Hawke. Er könne bestätigen, dass Djokovic das Land verlassen habe.

Vereinigung der Tennisprofis

Die ATP bedauerte die Ausweisung des Weltranglisten-Ersten, der noch am Sonntagabend Australien Richtung Dubai verliess. Zwar sei der Entscheid des Gerichts letzten Endes zu akzeptieren. «Unabhängig davon, wie dieser Punkt erreicht worden ist, ist Novak einer der grössten Champions unseres Sports und sein Fehlen bei den Australian Open ist ein Verlust für das Spiel», hiess es in einer Mitteilung.

Andy Murray

Die ehemalige Nummer 1 aus Schottland, ein langjähriger Konkurrent Djokovics, sagte gegenüber der BBC: «Es ist nicht gut für das Turnier, denn es wäre besser, wenn alle Top-Spieler teilnehmen könnten. Es wird natürlich viele Fragen zu den Geschehnissen und der Situation, in die wir geraten sind, geben. Ich hoffe, dass sich dies bei anderen Turnieren nicht wiederholt. Ich habe es weder Novak noch dem Tennis gewünscht und ich hoffe, dass es jetzt vorbei ist.»

Vasek Pospisil

Andere Kollegen und Kolleginnen ergriffen deutlich Partei für den Serben. «Novak wäre nie nach Australien gereist, wenn er nicht von der Regierung eine Ausnahmegenehmigung für die Einreise in das Land erhalten hätte. Er hätte auf die Australian Open verzichtet, wäre zu Hause bei seiner Familie geblieben und niemand hätte sich darüber aufgeregt», schrieb Vasek Pospisil auf Twitter.

«Angesichts der bevorstehenden Wahlen war hier eine politische Agenda im Spiel, die nicht offensichtlicher sein könnte. Das ist nicht seine Schuld. Er ist nicht mit Gewalt ins Land gekommen und hat nicht ‹seine eigenen Regeln gemacht›», so der Kanadier, der ein enger Vertrauter von Djokovic auf der Tour ist.

Weitere Profis

Auch andere wie die Amerikaner John Isner, Reilly Opelka oder dem Djokovic nicht nahestehenden Nick Kyrgios nahmen die Weltnummer 1 in Schutz. Die Französin Alize Cornet schrieb auf Twitter: «Ich kenne den Fall nicht gut genug, um das beurteilen zu können, aber was ich über Novak weiss, ist, dass er immer der Erste ist, der uns Spieler unterstützt, aber keiner von uns hat nun ihn unterstützt.»

Serbiens Staatspräsident

In Djokovics Heimat sorgte die Ausschaffung des besten Tennisspielers der Welt für Entrüstung. Staatspräsident Aleksandar Vucic sagte gegenüber serbischen Medien, die Schikanen gegen Djokovic hätten «beispiellose Ausmasse» angenommen. Eine «Hexenjagd» sei gegen ihn entfacht worden, die Medien hätten eine «Lynchstimmung» erzeugt. «An Novak wollte man ein Exempel dafür statuieren, wie die Weltordnung funktioniert.»

Bild: keystone

Medien in den zwei Ländern

Die serbische Presse fand wie bereits in den Tagen zuvor harsche Worte. «In Melbourne geschah die grösste Schande in der Geschichte des Sports! Schäm dich, Australien! Das Recht hat verloren, die Politik hat gesiegt», schrieb «kurir.rs».

Anders tönte es in den australischen Medien. «Ein korrekter Entscheid, aber beide Seiten sind Verlierer», schrieb «The Australian». Und der «Sydney Morning Herald» meinte: «Novak Djokovic kam nach Australien, um der grösste Spieler in der Geschichte des Männer-Tennis zu werden. Er wird unter bewaffneter Bewachung als (...) toxische Ikone der Anti-Vax-Bewegung gehen.» (ram/sda/afp/dpa)

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148 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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DARTH OLAF
16.01.2022 16:13registriert August 2018
Serbische Medien sprachen von der «grössten Schande in der Geschichte des Sports».

Also, sie meinen schon Djocovids Verhalten? Das ist tatsächlich die grösste Schande.
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RicoH
16.01.2022 16:25registriert Mai 2019
Djokovic hat die Einreisebestimmungen nicht erfüllt. So wie alle anderen "normalen" Menschen musste er wieder abreisen. Das war weder ein politischer Akt, noch eine Hexenjagd.
Und ja, für das AO mag das ein herber Verlust sein. Das ist aber allein Djokovic zu zuschreiben.
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[CH-Bürger]
16.01.2022 16:32registriert August 2018
Serbische Medien:
"Das Recht hat verloren, die Politik hat gesiegt"

Ähm, die Einreisebestimmungen muss man a) kennen und b) befolgen, wenn man in ein richtiges Land mit richtigen Grenzkontrollen einreisen möchte.
Wer sich nicht daran hält, muss die Konsequenzen tragen.

Ich drehe den Spiess um: nach deren Logik könnte ich also in Serbien einreisen, ohne die Bestimmungen zu befolgen.
Offensichtlich ist das ja in Ordnung.....

🤦🏼‍♂️🤦🏼‍♂️

Vucic, Du machst Dich und Dein Land absolut lächerlich!!
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