Wawrinka verliert und verabschiedet sich von den French Open – Schweizer Frauen überzeugen
Wawrinka sagt Roland Garros: «Au revoir»
Stan Wawrinka (ATP 113), dem Turniersieger von 2015, war am French Open in Roland-Garros kein Sieg mehr vergönnt. Der 41-jährige Romand unterliegt Jesper de Jong (ATP 106) nach gut drei Stunden Spielzeit 3:6, 6:3, 3:6, 4:6.
Immerhin gewann Wawrinka diesmal einen Satz. Vor einem Jahr, als viele auch schon damit rechneten, dass es der letzte Auftritt des Schweizern an der Stätte seiner grössten Erfolge gewesen sein könnte, unterlag er dem Briten Jacob Fearnley in drei Sätzen.
Gegen Jesper de Jong lag für Wawrinka diesmal viel mehr drin. Am Anfang spielte Wawrinka zu wenig effizient. Erst seine achte Breakmöglichkeit nützte er, was ihm den zweiten Satz eintrug. In den Sätzen 3 und 4 wogten die Vorteile hin und her. Die entscheidenden Ballwechsel gewann indessen der Niederländer, der zuvor in dieser Saison auf der ATP-Tour noch kein Einzel siegreich hatte gestalten können.
Paris verabschiedete Stan Wawrinka mit einer Zeremonie. Die Fans skandierten und sagen Stans Namen. Amélie Mauresmo, die Turnierdirektorin, und Gilles Moretton, der Präsident des französischen Tennisverbands, fanden rührende Worte. Wawrinka gewann das French Open vor elf Jahren und stand in den darauffolgenden Jahren nochmals in den Halbfinals und im Final.
Stan Wawrinkas Karriere und seine Abschieds-Tournée geht weiter. Und tatsächlich gibt es eine Chance, dass er auch in Paris, wo sie ihn so lieben, nochmals antritt. Denn sollte das Masters-1000-Hallenturnier von Paris Ende Saison noch eine Wildcard für ihn haben, erscheint unvorstellbar, dass Wawrinka diese Chance nicht nochmals ergreifen würde.
Bandecchi siegt bei Grand-Slam-Debüt
Susan Bandecchi, die 27-jährige Tessinerin, die sich erstmals für ein Grand-Slam-Turnier qualifiziert hatte, eliminierte die als Nummer 31 gesetzte Spanierin Cristina Bucsa mit 6:4, 2:6, 6:4.Weiter geht es für Bandecchi am Donnerstag. Dann trifft sie auf die seit einem Jahr für Australien spielende Daria Kasatkina, die vor vier Jahren in der Weltrangliste Platz 8 belegte.
Susan Bandecchi feierte mit Abstand den grössten Sieg ihrer Karriere - und nutzte die Gunst der Stunde. Nachdem sie im zwölften Anlauf endlich die Qualifikation für ein Grand-Slam-Turnier geschafft hatte, erhielt sie mit Bucsa eine Gegnerin zugelost, die sich in einer Krise befindet. Bucsa gewann die letzten zwei Jahre (!) auf Sand kein Einzel mehr. Bandecchi besiegte erstmals eine Top-70-Spielerin und überstand erst zum zweiten Mal an einem Tour-Event die Startrunde – vier Jahre nach einem Sieg in Lausanne über Oceane Dodin.
Teichmann schlägt die Weltnummer 20
Jil Teichmann, letzte Woche Halbfinalistin in Rabat, besiegte Ludmila Samsonowa (WTA 20), einst die Nummer 12 der Welt, mit 6:4, 6:4. Teichmanns Sieg über Samsonowa erfolgte nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Samsonowa gewann diese Saison erst drei Partien auf der WTA-Tour und spielt ganz und gar nicht wie eine Top-20-Spielerin. Im Juli muss sie die Punkte für die Halbfinalqualifikation 2025 in Wimbledon ersetzen; der Russin droht im Ranking ein tiefer Fall.
Jil Teichmann hat alle bisherigen drei Duelle gegen Samsonowa gewonnen. Und die Bielerin gewann erst zum zweiten Mal (vier Jahre nach dem Sieg über Viktoria Asarenka in Paris) an einem Major-Turnier gegen eine gesetzte Gegnerin. Teichmann trifft in der zweiten Runde am Mittwoch auf die Polin Magdalena Frech.
Auch Golubic weiter
Am späten Montagnachmittag setzte sich auch die vierte Schweizerin am French Open durch. Viktoria Golubic kam gegen die Ungarin Panna Udvardy (WTA 59) in nur 67 Minuten zu einem 6:0, 6:2-Sieg. Die nächste Gegnerin von Golubic am Donnerstag steht noch nicht fest. (riz/hkl/sda)
