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Roger Federer

Swiss Indoors: Roger Federer hält sich weiterhin fern

ARCHIV - RUECKTRITT ROGER FEDERER - MEILENSTEINE ROGER FEDERER - 2019 - BASEL: 10. TURNIERSIEG IN BASEL - ZU DEN MEILENSTEINEN VON DER KARRIERE UND IM LEBEN VON ROGER FEDERER STELLEN WIR IHNEN FOLGEND ...
Zehnmal gewann Roger Federer die Swiss Indoors.Bild: keystone

Kein Ende in Sicht im grotesken Trauerspiel um Roger Federer und sein Heimturnier in Basel

Noch immer schwebt der Rekordsieger wie ein Phantom über dem Turnier, das er meidet, und bei dem er sich derzeit wohl nicht sehr willkommen fühlt. Leidtragende sind die Fans und das Turnier.
23.10.2025, 09:0223.10.2025, 09:02
Simon Häring / ch media

Auch in diesem Jahr sind die Swiss Indoors Basel ein Leckerbissen für Tennisliebhaber. Mit Taylor Fritz und Ben Shelton sind zwei Spieler aus den Top Ten dabei. Mit Félix Auger-Aliassime (Brüssel) und Casper Ruud (Stockholm) stehen zwei im Feld, die als Turniersieger anreisen, mit Stan Wawrinka ein dreifacher Grand-Slam-Sieger aus der Schweiz und mit dem 18-jährigen Henry Bernet ein Kind der Stadt, das mit seinem Spiel schon jetzt die Herzen höher schlagen lässt und zum Träumen verleitet.

Und doch geistert noch immer, auch sechs Jahre nach seinem letzten Auftritt in Basel und drei Jahre nach seinem Rücktritt, ein Name durch die St.-Jakobshalle, bei dem Präsident Roger Brennwald schmallippig wird: Roger Federer. Aufgewachsen in der Region, einst Balljunge beim Turnier, heute Rekordsieger (zehn Titel) und eine globale Lichtgestalt des Sports.

Swiss-Indoors director Roger Brennwald, left, and Roger Federer, right, after the final match at the Swiss Indoors tennis tournament at the St. Jakobshalle in Basel, Switzerland, 28 October 2012. (KEY ...
Die Beziehung zwischen Roger Brennwald und Roger Federer ist angespannt.Bild: KEYSTONE

Nostalgie Ja, Federer Nein

Eine schöne Geschichte, eigentlich. Auch für Brennwald, der sonst gerne in Nostalgie schwelgt und Geschichten erzählt – wie jene von Björn Borg. Die frühere Nummer 1 der Welt sprach er einst in den Katakomben von Roland Garros an: «Ich fragte, was ich tun müsse, damit er in Basel spiele. Und er meinte nur: ‹Wo ist Basel?›» Borg kam – und gewann 1977 das Turnier.

Fast alle Grossen aus der Geschichte des Männertennis haben irgendwann einmal in Basel gespielt: Pete Sampras, Andre Agassi, Boris Becker, John McEnroe, Jimmy Connors und Stefan Edberg. Brennwald erzählt das – zu Recht mit Stolz. Weil das alles eindrücklich beweist: Die Swiss Indoors waren schon vor Federer ein grosses Turnier, und sie sind es noch immer.

Tournament Director Roger Brennwald speaks during a press conference at the Swiss Indoors tennis tournament at the St. Jakobshalle in Basel, Switzerland, on Sunday, October 27, 2024. (KEYSTONE/Georgio ...
Brennwald holte schon einige grosse Namen nach Basel.Bild: keystone

Ein Federer-Poster, sonst nichts

Umso bedauerlicher ist das Trauerspiel um den 20-fachen Grand-Slam-Sieger, an dem beide – Federer und das Turnier – nicht ganz unschuldig sind. Das Turnier schweigt den Rekordsieger fast tot. Nur eine Reminiszenz lässt sich bei einem Streifzug durch die Halle finden. Bezeichnenderweise zeigt das übergrosse Bild im Foyer des Haupteingangs Federer von hinten.

Man mag das als spitzfindige Beobachtung betrachten. Doch es steht in starkem Kontrast zum traditionsbewussten Erbe, das im Tennis gepflegt wird – und das auch Präsident Roger Brennwald sehr am Herzen liegt.

A poster of Roger Federer is displayed in the entrance area of the Swiss Indoors tennis tournament at the St. Jakobshalle in Basel, Switzerland, on Friday, October 25, 2024. (KEYSTONE/Georgios Kefalas ...
Diese Wand erinnert an Roger Federer.Bild: keystone

Federer gab Brennwald einen Korb

Als Federer seinen Rücktritt verkündete, zeigte Brennwald Grösse, indem er eine Verabschiedung in Aussicht stellte. «Die riesige Fangemeinde freut sich darauf, wenn die Legende den Lichtkegel der Scheinwerfer von Basel betreten wird», hiess es. Doch kurz darauf teilten Federer und die Swiss Indoors mit, er fühle sich emotional dazu noch nicht in der Lage. «Die Feier zu Hause in Basel wird eine ganz besondere Bedeutung für mich haben und kommt für mich zu kurz nach London.» Dazu kam es nie.

Und dazu wird es auch nie mehr kommen. Im Sommer 2023 hatte Federer gegenüber CH Media erklärt, dass er sich keinen Abschied von seinem Heimturnier wünscht. Für ihn sei «das Märchen zu Ende geschrieben.»

Schanghai und Seoul statt Basel

Auf Federer und eine Verabschiedung angesprochen, sagte Brennwald jüngst zur NZZ: «Kein Kommentar, das Kapitel ist für uns abgeschlossen».

Dazu muss man wissen, dass die Beziehung zwischen Roger Brennwald und Federer auch Belastungsproben ausgesetzt war, nachdem es 2012 Unstimmigkeiten bei der Antrittsgage gegeben hatte. Zuvor hatte Federer Interesse bekundet, das Turnier dereinst zu übernehmen. Auch dazu wird es nie kommen. Inzwischen veranstaltet Roger Federer den Laver Cup.

Basel und den Swiss Indoors ist er entwachsen. Seine Bühne ist global. Vor wenigen Tagen spielte er in Schanghai Doppel, danach rührte er in Korea die Werbetrommel für einen seiner nach wie vor zahlreichen Sponsoren. Dass das in der Heimat mitunter Befremden auslöst, liegt auf der Hand.

Verschwundener Ball ist zurück

Es passt zu diesem Trauerspiel um Roger Federer und die Swiss Indoors, das mitunter einer Provinzposse gleicht und um eine skurrile Episode reicher ist: Ein von Federer signierter Ball war aus der Werbevitrine am Basler Euro-Airport verschwunden. Wo er abgeblieben war, wollte keiner wissen. Für das Verschwinden verantwortlich sein, wollte niemand.

Die Vitrine mit dem Ball von Roger Federer
Der Ball von Roger Federer verschwand zwischenzetilich spurlos.Bild: zvg

Inzwischen gibt es immerhin in dieser Geschichte Entwarnung: Der unter äusserst mysteriösen Umständen verschwundene Tennisball ist nicht mehr verschollen. Nur von Roger Federer fehlt in Basel dieser Tage jede Spur. (riz/aargauerzeitung.ch)

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