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Novak Djokovic konnte zuletzt in Melbourne trainieren – trotzdem bleibt offen, ob er die Australian Open bestreiten darf.
Novak Djokovic konnte zuletzt in Melbourne trainieren – trotzdem bleibt offen, ob er die Australian Open bestreiten darf.Bild: keystone

4 Gründe, warum Novak Djokovics Visum doch noch annulliert werden kann

12.01.2022, 14:4512.01.2022, 15:42
Dario Bulleri
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Am kommenden Montag startet in Melbourne bereits das Australian Open – trotzdem ist nach wie vor nicht sicher, ob mit Novak Djokovic das grosse sportliche Aushängeschild tatsächlich dabei sein wird. So ist die Teilnahme der serbischen Weltnummer 1 nach wie vor unsicher.

Der 34-Jährige ist seit geraumer Zeit für das Turnier gemeldet und hält sich nach zähen Problemen bei der Einreise nun in Melbourne fit. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen – dieses hat Migrationsminister Alex Hawke. Und Hawke lässt sich Zeit: Wie australische Medien berichten, gibt es gleich mehrere Gründe, die dazu führen könnten, dass Djokovics Visum doch noch abgelehnt werden könnte. Hier eine Übersicht.

COVID-Erkrankung als mangelhafter Grund

Mittlerweile ist bekannt, dass Djokovic als Ungeimpfter nach Australien einreisen konnte, da er im Dezember positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Dies belegen diverse öffentlich gewordene Dokumente.

Das Problem: Djokovic befolgte dabei nicht die offiziellen Einreisekriterien der australischen Behörden, sondern diejenigen von Tennis Australia. Der Verband hatte allen Spielern eine Anleitung verschickt, wie man dieses Jahr nach Australien einreisen kann.

Dabei wurde auch eine Infektion in den letzten sechs Monaten aufgeführt – ein Grund, der eigentlich nicht reichen dürfte. So sind genesene Ausländer sind nur dann von der Impfpflicht befreit, wenn sie beweisen können, dass sie sich auch vor der Infektion aus medizinischen Gründen nicht haben impfen lassen können.

Nach dem Formfehler im Prozess um die Annullierung des Visums durfte Djokovic trotz allem im Land bleiben. Allerdings könnte sich Alex Hawke aufgrund von fehlenden Gründen gegen eine Impfung des Serben dazu entscheiden, das Visum erneut zu annullieren.

Quarantäne ignoriert

Hawke könnte sich auch dafür entschieden, Djokovic auszuweisen, wenn er den Serben als potenzielle Gefährdung der australischen Bevölkerung sieht. Ein Grund dafür könnte beispielsweise die Tatsache sein, dass Djokovic in Serbien im Dezember die Quarantäneregel verletzt hat. Djokovic wurde am 16. Dezember positiv auf das Coronavirus getestet, war aber in den kommenden Tagen dennoch unterwegs und wurde dabei regelmässig ohne Maske fotografiert.

Am 17. Dezember nahm Djokovic an einer Preisverleihung für Kinder in seiner Tennisakademie in Belgrad teil. Er posierte dabei entspannt und ohne Maske für gemeinsame Fotos. Djokovic schrieb auf einem Statement auf Instagram, er habe zu diesem Zeitpunkt noch nicht von seinem positiven Test gewusst – ein Gerichtsdokument bestätigt hingegen, der Serbe sei am 16. nicht nur getestet, sondern auch bereits diagnostiziert worden.

Am 18. Dezember führte Djokovic dann ein Interview mit der französischen Sportzeitung «L'Équipe», obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits wusste, positiv zu sein. Für ein Fotoshooting nahm er dabei auch seine Maske ab. «Das war, nach genauerem Nachdenken, eine Fehleinschätzung und ich sehe ein, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen», so Djokovic dazu.

Mit diesen Handlungen verstiess Djokovic allerdings gegen das Gesetz. «An die Öffentlichkeit zu gehen trotz eines positiven Tests, ist ein klarer Regelbruch», erklärte Serbiens Premierministerin Ana Brnabic gegenüber der BBC.

Fragezeichen um positiven Test

Djokovic konnte nur die Vorgaben für die Einreise von Tennis Australia erfüllen, indem er eine überstandene Corona-Infektion in den letzten sechs Monaten beweisen konnte. Dies tat der Serbe mit einem positiven Befund am 16. Dezember und einem negativen am 22. Dezember. Allerdings hinterlassen auch diese Tests einige Fragen.

So berichten etwa sowohl Tennisjournalist Ben Rothenberg als auch der «Spiegel», Djokovics Test vom 16. sei je nach Zeitpunkt, wenn man den QR-Code scannt, negativ.

Weitere Zweifel an Djokovics Test liessen der «Spiegel» und die IT-Experten von «Zerforschung» aufkommen. Diese fanden heraus, dass der Zeitstempel von Djokovics positivem Test vom 26. Dezember sein soll. Erst an diesem Tag soll das Dokument in die Datenbank eingepflegt worden sein. Der Serbe wäre demnach wohl kaum am 16. Dezember positiv getestet worden.

Ein serbischer IT-Experte entgegnete dem Bericht des Spiegels, dass dieser Zeitstempel wohl nicht wie angenommen dann erstellt wird, wenn der PCR-Test durchgeführt wird, sondern stets, wenn das Resultat heruntergeladen wird. Zweifel am vorgewiesenen Test bleiben dennoch bestehen.

Ein dritter Punkt, der die Autoren beim «Spiegel» stutzig gemacht hat, sind die Seriennummern der beiden durchgeführten Tests. Der positive hat die Nummer 7371999, der negative die Nummer 7320919. Der negative Test hat also eine leicht tiefere Nummer – dies überrascht, da normalerweise eine höhere Nummer mit einer späteren Durchführung des Tests einhergeht.

Falsche Angaben auf dem Einreiseformular

Ein weiterer Punkt, welcher derzeit geprüft werden soll, sind mögliche Fehlinformationen auf dem Einreisedokument, welches Djokovic vor seiner Reise nach Australien ausfüllen musste. In diesem erklärte der Serbe, er sei in den 14 Tagen vor seinem Flug nach Australien nicht gereist.

Ob diese Angabe stimmt, wird derzeit bezweifelt. Djokovic weilte am 25. Dezember noch immer in Serbien, wurde am 31. Dezember und am 2. Januar allerdings gemäss «The Age» in spanischen Marbella gesichtet. Dies wird durch ein Video bestätigt, das vom Twitter-Account «SotoTennis» verbreitet wurde.

In seinem am Mittwoch veröffentlichten Statement erklärte Djokovic, er habe das Formular nicht selbst ausgefüllt, sondern sein Agent habe dies getan und damit «einen menschlichen Fehler begangen». Dies mag stimmen, würde Djokovic bei einem Fehler aber nicht in Schutz nehmen. Im Formular wird festgehalten, dass eine Fehlinformation rechtliche Folgen haben kann. Die Maximalstrafe ist eine zwölfmonatige Haftstrafe.

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