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Merken Sie sich den Namen dieser 15-Jährigen: CiCi Bellis wandelt auf den Spuren von Martina Hingis

Yes! CiCi Bellis feiert einen Sieg, den auch sie selber nicht für möglich gehalten hätte.
Yes! CiCi Bellis feiert einen Sieg, den auch sie selber nicht für möglich gehalten hätte.Bild: Darron Cummings/AP/KEYSTONE
Teenie-Sensation in New York

Merken Sie sich den Namen dieser 15-Jährigen: CiCi Bellis wandelt auf den Spuren von Martina Hingis

Sie ist die jüngste Siegerin an den US Open seit Anna Kurnikova 1996 – damals war CiCi Bellis noch gar nicht auf der Welt. In New York schickte die mit einer Wildcard ausgestattete Amerikanerin die Nummer 12 des Turniers, Dominika Cibulkova, nach Hause.
27.08.2014, 10:3827.08.2014, 13:26
Ralf Meile
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Bald ist es soweit. Bald erlebt die Sportwelt den ersten Star, der im neuen Jahrtausend geboren wurde. Das ist vielleicht das erste, was einem auffällt, wenn man die Biografie der erst 15-jährigen Catherine Cartan Bellis studiert: Geboren am 8. April 1999. Das ist jung, blutjung.

Doch das hinderte das Mädchen, das sich «CiCi» nennt und in der Weltrangliste erst auf Rang 1208 auftaucht, nicht an ihrem bislang grössten Triumph. In der ersten Runde der US Open in New York besiegte sie Dominika Cibulkova. Die Slowakin ist beileibe keine Unbekannte auf der Tour: Sie stand anfangs Saison im Final der Australian Open und ist als Nummer 12 des Turniers angetreten.

Sie sieht nicht nur sehr jung aus, sie ist es auch: CiCi Bellis strahlt während ihres ersten Spiels an einem Grand-Slam-Turnier.
Sie sieht nicht nur sehr jung aus, sie ist es auch: CiCi Bellis strahlt während ihres ersten Spiels an einem Grand-Slam-Turnier.Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

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«Bleib locker, du hast nichts zu verlieren»

Doch gegen Bellis war für die zehn Jahre ältere Favoritin kein Kraut gewachsen. Die Teenagerin aus San Francisco gewann sensationell mit 6:1, 4:6, 6:4.

Dabei war Bellis im dritten Satz mit 1:3 zurückgelegen. «Da sagte ich mir einfach: ‹Bleib ruhig und denke nicht daran, wer auf der anderen Seite des Netzes steht. Bleib locker, du hast nichts zu verlieren.›»

Die Entscheidung: Cibulkova haut den Ball ins Netz, das Publikum bejubelt den Sieg seines neuen Darlings.Video: Youtube/Joey Katz

Jüngste Siegerin seit Kurnikova 1996

Bellis schaffte es augenscheinlich, cool zu bleiben. Zudem seien die begeisterten Fans, die auf Court 6 ihren Namen skandierten, äusserst motivierend gewesen. «Das gab mir unheimlich viel Kraft», strahlte sie. «Ich liebe es, vor Publikum zu spielen.» Bellis wird sich daran gewöhnen können.

Hingis war noch jünger
Martina Hingis gewann ihr erstes Spiel an einem Grand-Slam-Turnier an den Australian Open 1995. Damals war die Ostschweizerin erst 14 Jahre alt. Im gleichen Jahr, noch vor ihrem 15. Geburtstag, erreichte Hingis an den US Open sogar die Achtelfinals.

Vor 18 Jahren hat an den US Open letztmals eine so junge Spielerin ein Match gewonnen. Damals siegte Anna Kurnikova, die später zu einer Ikone ihrer Sportart wurde. Und weil die beiden Williams-Schwestern als Aushängeschilder des amerikanischen Tennissports nicht jünger werden, katapultiert diese Sensation Bellis in ihrer Heimat flugs ins Rampenlicht.

«Ihre Präsenz auf dem Court ist nicht normal für eine 15-Jährige»

US-Nationaltrainer Leonardo Azevedo weiss, dass er erst einen Rohdiamanten vor sich hat, den es nun zu schleifen gilt. Aber die Voraussetzungen für eine grosse Karriere sind da. «Ihre Präsenz auf dem Court ist nicht normal für eine 15-Jährige», sagt Azevedo und nennt das aggressive Grundlinienspiel, die Vorhand und die Wettkampf-Einstellung als Stärken seines Schützlings.

«Es ist verrückt, dass ich wirklich hier auf diesem Platz stehe und mit Spielerinnen trainiere und spiele, die ich vom Fernseher her kannte», schwärmte Bellis nach dem Vorstoss in die zweite Runde, der ihr 60'420 Dollar einbringen wird. «Es ist wirklich verrückt, aber ich liebe es.»

An der Medienkonferenz nach dem Sieg erklärt CiCi Bellis unter anderem, wie sie zu ihrem Rufnamen gekommen ist.Video: Youtube/SportsMagicianjj

Beim nächsten Auftritt in New York wird vielleicht auch Mutter Lori im Stadion sein, wenn CiCi gegen die Kasachin Sarina Dijas (WTA 48) antritt. Den überraschenden Sieg ihrer Tochter gegen Cibulkova sah sie nicht, weil sie wegen zu grosser Nervosität lieber im Hotelzimmer geblieben war.

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