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Damir Dzumhur fühlt sich ungerecht behandelt.
Damir Dzumhur fühlt sich ungerecht behandelt.Bild: keystone

Corona-Fälle bringen French Open in Bedrängnis – Dzumhur droht nach Ausschluss mit Klage

22.09.2020, 14:24

Seit Montag läuft in Paris die Qualifikation für die French Open, doch bereits ziehen dunkle Wolken über dem von Mitte Mai auf die kommenden zwei Wochen verschobenen Grand-Slam-Turnier auf. In Frankreich steigen die Corona-Zahlen kontinuierlich an, mittlerweile werden über 13'000 neue Fälle pro Tag gemeldet. Davon betroffen ist auch das dritte Major-Turnier des Jahres. Fünf Spieler mussten gemäss dem französischen Tennisverband FFT wegen Corona-Fällen von der Quali ausgeschlossen werden.

Zwei Spieler wurden selbst positiv auf Covid-19 getestet, die drei anderen standen in engem Kontakt mit einem positiv getesteten Trainer. Namen nannte der Veranstalter keine, laut Informationen der spanischen Sportzeitung «Marca» soll es sich bei den betroffenen Personen aber um Denis Istomin, Ernesto Escobedo, Bernabé Zapata, Pedja Kristin und Damir Dzumhur handeln. Sie alle verschwanden jedenfalls von der Teilnehmerliste der Qualifikation und befinden sich nun in einer siebentägigen Quarantäne. Insgesamt wurden seit vergangenem Donnerstag rund 900 Tests durchgeführt.

Dzumhur bestätigte am Montag auf Instagram sein Turnier-Aus: «Leider wurde mein Trainer Petar Popovic heute Morgen positiv getestet, nachdem er am Donnerstag noch negativ war. Deshalb wurde ich aus dem Turnier genommen und habe keine Chance mehr, teilzunehmen», so die bosnische Weltnummer 114, die sich zudem über die Endgültigkeit der Entscheidung beklagte. «Mein Trainer bekam keine Möglichkeit auf einen zweiten Test. Dabei sind wir sicher, dass es ein falsches positives Ergebnis war, da mein Coach bereits infiziert war und Antikörper hat.» Auf Instagram veröffentlichte Dzumhur später einen zweiten Test, der bescheinigt, dass sein Trainer am Montag negativ getestet wurde.

bild: instagram

Gegenüber «L'Equipe» erklärte Dzumhur, dass er und sein Trainer rechtlich gegen das French Open vorgehen wollen, falls sein Ausschluss nicht rückgängig gemacht wird: «Wir haben uns mit einem Anwalt in Verbindung gesetzt. Wenn ich daran gehindert werde, auf dem Platz zu kämpfen, werde ich vor Gericht kämpfen. Wir werden eine Beschwerde einreichen und sehen, was herauskommt.»

Für Dzumhur, der beim French Open schon zweimal die dritte Runde erreicht hat, geht es um viel Geld. Der 28-jährige Bosnier wäre in der Qualifikation gesetzt gewesen und hätte nur schon für das Antreten in der 1. Runde 10'000 Euro erhalten. Hätte er die Quali überstanden, hätte er bereits über 100'000 Euro auf sicher gehabt.

Dzumhur will für seine French-Open-Teilnahme kämpfen – wenn nötig sogar vor Gericht.
Dzumhur will für seine French-Open-Teilnahme kämpfen – wenn nötig sogar vor Gericht.Bild: keystone

Dzumhur befürchtet zudem, dass die Veranstalter mit verschiedenen Massstäben messen. «Am Sonntag fragte mich mein Trainer: Glaubst du wirklich, dass sie das Gleiche mit Rafael Nadal getan hätten? Dass sie ihn disqualifiziert hätten, wenn ein Mitglied seines Teams positiv gewesen wäre? Ich glaube nicht. Hätten sie der betreffenden Person die Möglichkeit gegeben, einen zweiten Test zu machen? Ich bin mir ziemlich sicher, ja.»

Es sei viel einfacher, dies mit einem tiefer platzierten Spieler zu tun, ist sich Dzumhur sicher. «Das ist unfair. Offenbar gelten nicht für alle die gleichen Rechte.» Hilfe naht für Dzumhur aber offenbar von höchster Stelle. Der Bosnier teilte mit, dass sich Novak Djokovic höchstpersönlich bei ihm gemeldet und Unterstützung angeboten habe.

Dem French Open droht unterdessen weiteres Ungemach. Gemäss der «Marca» könnten die fünf Fälle nur der Anfang gewesen sein: Neben einer vom Turnier bestätigten, namentlich nicht genannten Spielerin sollen insgesamt 15 weitere Profis von positiven Coronavirus-Fällen betroffen sein. Dennoch planen die Organisatoren nach wie vor mit Zuschauern: Statt wie geplant 11'500 Zuschaur sind pro Tag aber nur noch 5000 Personen auf der Anlage zugelassen. Steigen die Fälle unter den Profis allerdings weiter, stehen dem dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres noch weitere Massnahmen ins Haus.

Wohl keine ausländische Fans in Melbourne

Während das French Open geradewegs auf einen Corona-Sturm zusteuert, beginnt für das Australian Open die Planung die Austragung 2021. In Down Under hofft man darauf, im kommenden Januar rund 30'000 Zuschauer pro Tag auf die Anlage im Melbourne Park zu lassen. Das kündigte Turnierchef Craig Tiley am Dienstag in einem Interview mit dem Sender Channel 9 an. Der Zugang zum ersten Grand-Slam-Turnier der neuen Saison soll aber nur Australiern gestattet sein. Ausländische Fans könne man wegen der internationalen Reisebeschränkungen mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit nicht begrüssen, sagte Tiley.

Beim Happy Slam wird's nächstes Jahr nicht ganz so «happy» wie gewohnt.
Beim Happy Slam wird's nächstes Jahr nicht ganz so «happy» wie gewohnt.Bild: www.imago-images.de

Das Australian Open ist vom 18. bis 31. Januar 2021 geplant. Wie zuletzt beim US Open und ab Sonntag auch beim French Open sollen die Spieler in einer sogenannten Blase untergebracht werden und nur zwischen Anlage und Hotel pendeln dürfen. «Wir werden sehr viel vom French Open lernen und haben bereits sehr viel vom US Open gelernt. All diese Erfahrungen werden wir sammeln, um das bestmögliche Australian Open zu organisieren», sagte Tiley.

Die Pläne der Veranstalter sehen bislang vor, dass die Spielerinnen und Spieler zwei Wochen vor Beginn des Turniers nach Australien kommen. Der Bundesstaat Victoria, in dem Melbourne liegt, war lange Zeit sehr stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Inzwischen hat sich die Lage verbessert. (pre/sda)

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