Die besten Bilder der Australian Open 2026
Zum Abschied ein Bierchen – Wawrinka erobert ein letztes Mal die Herzen der Fans
Goodbye, Stan!
Trotz eines starken Auftritts gegen die Weltnummer 9 ist für Stan Wawrinka in der 3. Runde der Australian Open Schluss. Der Schweizer unterliegt Taylor Fritz 6:7 (5:7), 6:2, 4:6, 4:6.
«Es war ein hartes Match in dieser Ambiance», sagte der Amerikaner. «Ich kann niemandem vorwerfen, heute für Stan gewesen zu sein. Er ist ein grossartiger Spieler und ich habe so viel Respekt für seine Leidenschaft, die er in dieser Woche noch einmal zeigen konnte.»
Für den Romand, der seinen Rücktritt auf Ende Jahr angekündigt hat, war es der letzte Auftritt in Melbourne. Nach seinem Ausscheiden sind beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres nun keine Athletinnen und Athleten aus der Schweiz mehr vertreten. «Es war eine grossartige Reise und ich habe es hier immer geliebt», sagte Wawrinka und organisierte zwei Bier, um mit Turnierdirektor Craig Tiley anzustossen:
Stan Wawrinka pulls a Stone Cold Steve Austin and pulls out a beer during his last Australian Open
— The Tennis Letter (@TheTennisLetter) January 24, 2026
What a legend
😭😭😭😭😭😭 pic.twitter.com/Kj4mZ3kwU9
An einem von grosser Hitze geprägten Tag musste sich Wawrinka nach knapp dreistündigem Kampf geschlagen geben. Er verlangte Fritz alles ab, konnte am Ende aber nicht mehr die Kräfte mobilisieren, die ihn zwei Tage zuvor zum Sieg im Fünfsatzkrimi gegen Arthur Géa getragen hatten.
Dennoch feierten die Fans in der John Cain Arena, dem zweitgrössten Platz der Anlage, den 40-Jährigen bei seinem letzten Auftritt in Melbourne. 2014 hatte er am Australian Open den ersten seiner drei Major-Titel gewonnen. «Die Stimmung war noch einmal fantastisch, vielen Dank», sagte Wawrinka an das Publikum gerichtet.
Als Knackpunkt erwies sich der dritte Satz: Wawrinka wehrte beim Stand von 4:5 und Aufschlag Fritz zunächst drei Satzbälle in Folge ab und erspielte sich danach einen Breakball, den er jedoch nicht nutzen konnte. Anschliessend servierte sich der aufschlagstarke 1,96 Meter grosse Amerikaner zum Satzgewinn und liess im vierten Durchgang bei eigenem Service kaum mehr etwas zu.
Trotz des Ausscheidens darf sich Wawrinka über ein gelungenes Turnier in Down Under freuen. Dank seiner zwei Siege wurde er zum ältesten Spieler in der 3. Runde eines Major-Turniers, seit Ken Rosewall dies 1978 im Alter von 44 Jahren gelungen war. «Ich weiss nicht, ob das die Statistik ist, die man anführen will, aber ich nehme es», scherzte Wawrinka.
Er wird in der Weltrangliste, wo er aktuell Platz 139 belegt – einen Sprung nach vorne machen und den angestrebten Top 100 näher kommen. Das würde bedeuten, dass sich Wawrinka bei den nächsten Grand-Slam-Turnieren aus eigener Kraft qualifizieren könnte und nicht auf eine Wildcard angewiesen wäre.
Djokovic siegt trotz Boboli
Novak Djokovic gewinnt in der 3. Runde des Australian Open gegen Botic van de Zandschulp. Der 38-Jährige setzte sich 6:3, 6:4, 7:6 (7:4) gegen seinen acht Jahre jüngeren Gegner durch.
Lange hatte Djokovic keine Probleme. Dann knickte er mit dem Fuss um und verlor etwas den Rhythmus. Am Ende rettete er den Sieg in drei Sätzen aber doch ins Ziel. Für Djokovic war es der 400. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier. Das war vor ihm noch keinem Tennisspieler gelungen. In Melbourne war es der 102. Sieg von Djokovic – so viele schaffte bislang nur Roger Federer.
Sinner mit Mühe weiter
Titelverteidiger Jannik Sinner hat der grossen Hitze getrotzt und sich ungeachtet heftiger Krämpfe ins Achtelfinal von Melbourne gekämpft. Der Weltranglisten-Zweite aus Italien rang am bislang heissesten Tag des diesjährigen Turniers den Amerikaner Eliot Spizzirri mit 4:6, 6:3, 6:4, 6:4 nieder, geriet dabei aber an seine körperlichen Grenzen.
Bei Temperaturen von bis zu 38 Grad hatte Sinner grosse Probleme mit Krämpfen und konnte phasenweise kaum noch laufen. «Ich weiss nicht, was ich machen soll», sagte der 24-Jährige an sein Trainerteam gerichtet. Im dritten Satz musste Sinner seinen Aufschlag zum 1:3 abgeben, ehe die Partie wegen der grossen Hitze unterbrochen wurde, um das Dach über der Rod Laver Arena zu schliessen.
Unter dem geschlossenen Dach und bei laufender Klimaanlage hatte der Italiener zwar immer noch körperliche Probleme, bekam die Schwierigkeiten jetzt aber einigermassen in den Griff. Nach 3:45 Stunden verwandelte Sinner seinen zweiten Matchball. Im Achtelfinal trifft er nun auf Landsmann Luciano Darderi.
Keys ohne Satzverlust weiter
Bei den Frauen bleibt Vorjahressiegerin Madison Keys souverän. Die US-Amerikanerin erreichte den Achtelfinal ohne Satzverlust. Nach rund 75 Minuten hatte sie sich gegen Karolina Pliskova mit 6:3, 6:3 durchgesetzt. Nun trifft Keys auf ihre Landsfrau Jessica Pegula, die gegen die Russin Oxana Selechmetjewa in zwei Sätzen gewann.
Osaka gibt Forfait
Naomi Osaka gibt für ihre Partie, die am Samstagabend Ortszeit angesetzt war, Forfait. Die Japanerin erlitt eine Bauchverletzung, die sie bereits bei ihrem letzten Match beeinträchtigt hatte. Damit zieht Qualifikantin Maddison Inglis aus Australien kampflos in den Achtelfinal ein. (ram/sda/dpa)
