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Federers Widersprüche

Vor Wimbledon sieht sich der Baselbieter mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Auf dem Papier sieht es gut aus: Sieg in Stuttgart, Finalteilnahme in Halle. Doch auf dem Platz zeigte sich Federer in letzter Zeit oft fahrig, ungeduldig und unzufrieden mit sich selbst.

Simon Häring / Nordwestschweiz



Dass er zum zweiten Mal in diesem Jahr nach nur einer Woche die Führung in der Weltrangliste wieder an den Spanier Rafael Nadal abgeben musste, war für Roger Federer verkraftbar. Dass er seinen Titel in Halle nicht verteidigen konnte, schmerzte dann doch, zumal sie unliebsame Folgen hat. Es gibt ja nicht vieles, das der Baselbieter in seiner 20-jährigen Profi-Karriere noch nicht erlebt hat, doch ausgerechnet vor seinem Lieblingsturnier in Wimbledon, wo er den neunten Titel anstrebt, sieht er sich mit Unbekannten konfrontiert. «Ich habe ja im Vorfeld noch nie zwei Finals gespielt», sagte der 36-Jährige, der in Stuttgart und Halle in zwölf Tagen neun Spiele bestritt.

Spain's Rafael Nadal bites the cup the after defeating Austria's Dominic Thiem in the men's final match of the French Open tennis tournament at the Roland Garros stadium, Sunday, June 10, 2018 in Paris. Nadal won 6-4, 6-3, 6-2. (AP Photo/Thibault Camus)

Rafael Nadal kehrt wegen Federers Finalniederlage wieder auf den Tennisthron zurück. Bild: AP/AP

Zwar gewann Federer ein Turnier und erreichte einen Final und sagte auch: «Doch, ich bin ganz zufrieden.» Doch auf dem Platz zeigte er sich oft von einer ungewohnten Seite: mit sich hadernd, fahrig, ungeduldig, unzufrieden mit sich selbst. Einmal beförderte er einen Ball nach einem Fehler unters Hallendach. Der angestaute Frust – er musste raus. Alleine der Ausbruch war ungewöhnlich, und noch ungewöhnlicher war die Folge: Federer wurde vom Schiedsrichter verwarnt. Klar, das ist nur eine kleine Episode, nicht weiter schlimm. Aber sie ist für Federers Woche in Ostwestfalen und den aktuellen Gemütszustand bezeichnend: Vieles ist ungewiss, vieles nicht so, wie es sein sollte.

Das sind die wichtigsten Rekorde von Roger Federer

Das Reizthema Ausrüster

Angefangen mit der seit Monaten ungeklärten Frage, ob die seit zwei Jahrzehnten erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ausrüster Nike doch noch weitergeht. Ob Federers Manager Tony Godsick die vermeintliche Millionen-Offerte des japanischen Herstellers Uniqlo nur als Druckmittel verwendet. Selbst der sonst so souveräne Federer reagiert inzwischen gereizt auf Fragen nach dem Stand der Verhandlungen. «Ich beabsichtige nicht, mit Ihnen darüber zu sprechen. Nicht, dass es ein Problem gäbe. Aber es ist eine Situation, die schon vor langer Zeit hätte geklärt werden müssen.» Zwar sagte der Schweizer in Stuttgart, die Situation sei für ihn nicht belastend, ein Störfaktor ist sie dennoch.

11.06.2018, Baden-Wuerttemberg, Stuttgart, Tennis, ATP-Tour: Roger Federer spricht waehrend einer Pressekonferenz. (KEYSTONE/DPA/Sebastian Gollnow)

Eher ungern gibt Roger Federer Auskunft zum Reizthema «neuer Ausrüster». Bild: dpa

Roger Federer gilt als akribischer Planer, der die Fäden gerne in den eigenen Händen hält. Zwischen Stuttgart und Halle fuhr er für eine Nacht in die Schweiz, das Training blieb auf der Strecke, wie er selber immer wieder betonte. Entsprechend unwohl fühlte er sich von der Grundlinie. Zwar vertraut er darauf, dass er den Rhythmus in Wimbledon finden werde, wie er mit der Situation umzugehen hat, löst aber auch bei ihm Unsicherheiten aus.

Zuweilen verstrickte er sich auch in Widersprüche. In Halle beklagte er zunächst, das Training sei zu kurz gekommen. Nach dem Final sagte er hingegen: «Ich glaube nicht, dass ich extrem viel Training brauche. Totale Erholung ist das absolut Wichtigste.»

Federers Erfolgsrezept – die wissenschaftliche Erklärung

Video: srf

Schwächen beim Return

Nach zwei Tagen Pause steigt Federer am Mittwoch wieder ins Training ein. «Spezifisch, hart, intensiv und qualitativ gut», soll es sein. «Ich habe jetzt viel Tennis in den Beinen, zuletzt genug pausiert und genug trainiert. Ich wollte endlich wieder Turniere bestreiten», sagt Federer, der noch Schwächen beim Return ausgemacht hat. Die Frage, wie viel und hart er im Vorfeld trainieren will, umtreibt ihn mehr als anderswo. Er müsse sich genau überlegen, was Sinn mache. Dazu passt auch, dass er immer wieder betont, wie elementar für ihn ist, dass er ohne Verletzung durch die Vorbereitung gekommen ist. Es zeigt, auch wenn er das so nie sagen würde: Stuttgart und Halle waren nur das Vorspiel.

24.06.2018, Nordrhein-Westfalen, Halle: Tennis, ATP-Tour, Einzel, Herren, Finale. Roger Federer aus der Schweiz geht in die Knie im Spiel gegen Coric aus Kroatien. (KEYSTONE/dpa/Friso Gentsch

Nicht wie gewünscht: Besonders der Return bereitet Federer momentan etwas Sorgen. Bild: dpa

Der Hauptakt folgt in Wimbledon, wo er seinen neunten Titel anstrebt. Und obwohl er die Führung in der Weltrangliste an Rafael Nadal hat abtreten müssen, führt er dort die Setzliste an. Seit 2002 wird in Wimbledon bei der Ermittlung der Setzliste ein spezieller Schlüssel angewendet, der neben der Weltrangliste die in den letzten zwei Jahren erzielten Resultate auf Rasen stärker gewichtet. Federer macht so die 50 Punkte Hypothek auf Nadal wett und wird am Mittwoch als Führender der Setzliste bestätigt. Sicher ist auch, dass er als Titelverteidiger am Montag um 14 Uhr Schweizer Zeit ins Turnier startet. In Zeiten der kleinen Unsicherheiten kann das nur hilfreich sein. Auch für Federer. (aargauerzeitung.ch)

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