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epa08736069 Rafael Nadal of Spain holds his trophy after winning against Novak Djokovic of Serbia in their men?s final match during the French Open tennis tournament at Roland ?Garros in Paris, France, 11 October 2020.  EPA/YOAN VALAT

Der obligate Biss darf nicht fehlen – Nadal mit seiner 13. Coupe des Mousquetaires. Bild: keystone

Federers Rekord eingestellt! Nadal deklassiert Djokovic und holt seinen 20. Major-Titel

Rafael Nadal gewann am French Open sein 20. Grand-Slam-Turnier und schliesst damit zu Rekordsieger Roger Federer auf. Im Final deklassierte der Spanier, der auf dem Sand von Paris zum 13. Mal triumphierte, die Weltnummer 1 Novak Djokovic 6:0, 6:2, 7:5.



In der Welt ist in Zeiten von Corona nichts mehr, wie es mal war. Doch eines bleibt in Stein gemeisselt: Wenn im Stade Roland-Garros Tennis gespielt wird, hält am Ende Rafael Nadal die Coupe des Mousquetaires in die Höhe - an diesem Sonntag halt einfach mit einer Maske in pinker Farbe mit der schwarzen Silhouette Nadals darauf.

Der Matchball und der Jubel:

Rafael Nadal:

«Es war ein hartes Jahr für mich Hier zu gewinnen, bedeutet alles für mich. Für mich ist jetzt nicht der Zeitpunkt, um mich mit Roger zu vergleichen. Für mich zählt heute nur der 13. Titel in Roland-Garros. Hier habe ich die wichtigsten Momente meiner Karriere erlebt.»

Dabei hatte diesmal doch so viel gegen den 34-jährigen Spanier gesprochen. Nasskalter Herbst statt Frühsommer-Sonne, neue Bälle, mit denen es nach ersten Aussagen Nadals «fast unmöglich» sei, Sandplatz-Tennis zu spielen, nur ein Vorbereitungsturnier mit frühem Aus, ein Final unter geschlossenem Dach, obwohl er doch praktisch nie Hallenturniere gewinnt. Und das gegen die Nummer 1 der Welt, gegen die er drei der letzten vier Partien verloren hatte. Aber eben, in Paris ist alles anders.

Novak Djokovic:

«Einen riesigen Respekt für Rafa. Was er immer wieder in Paris abliefert, ist nicht von dieser Welt. Heute musste ich das am eigenen Leib erfahren.»

Fehlendes Selbstvertrauen? Denkste. Es dauerte 54 (!) Minuten, ehe Djokovic sein erstes Game gewann. Nadal spielte aggressiv, mit unglaublicher Präzision und in der Defensive stark wie eh und je. Nur im dritten Satz gelang es dem Serben, der seinen zweiten Roland-Garros-Titel anstrebte, nach einem Break zum 3:3 für ein kleines bisschen Spannung zu sorgen. Nach 2:41 Stunden nützte der Linkshänder von der Ferieninsel Mallorca aber seinen ersten Matchball mit einem Ass.

Die Gratulation von Federer

Von der historischen Dimension dieses 20. Grand-Slam-Titels wollte er zunächst nichts wissen. «Hier zu gewinnen bedeutet mir schon alles», sagte er. Roger Federer zeigte sich aber beeindruckt. «Ich habe grössten Respekt für meinen Freund Rafa», schrieb der Schweizer, der nun nicht mehr alleine an der Spitze steht, auf Twitter. «Es ist eine echte Ehre, ihm zu diesem 20. Grand-Slam-Sieg zu gratulieren. Ich hoffe, 20 ist für uns beide nur ein weiterer Schritt auf unserem gemeinsamen Weg.»

Neben der 20 verblassen die weiteren Bestmarken, die Nadal am Sonntag aufstellte. Er feierte seinen 100. Matchgewinn in Roland-Garros (bei zwei Niederlagen). Er hält neu auch den Rekord für die längste Zeitdifferenz zwischen dem ersten und (bislang) letzten Grand-Slam-Sieg, 15 Jahre und 4 Monate. Zwischen Federers Wimbledonsieg 2003 und dem Australian-Open-Titel 2018 waren es «nur» 14 Jahre und 7 Monate.

Die Pokalübergabe:

«Ich hatte Zweifel vor dem Turnier, die Vorbereitung war nicht optimal», bekräftigte Nadal am Ende noch einmal. «Aber Zweifel sind gut, sie helfen einem, bescheiden zu bleiben. Mein Selbstvertrauen wurde aber von Tag zu Tag grösser.» Er freue sich sehr, vergass aber auch nicht die «traurige Situation» mit der weltweiten Pandemie zu betonen. Obwohl er im gesamten Turnier keinen Satz abgab, meinte er: «Ich möchte nie mehr unter diesen Bedingungen spielen müssen.»

Nahe an der Perfektion

Djokovic zog uneingeschränkt den Hut vor der Leistung Nadals. «Ich fühlte mich eigentlich gut in Form, aber heute wurde ich auf der ganzen Linie ausgespielt», erklärte der Serbe, dessen zuvor einzige Niederlage in diesem Jahr die Disqualifikation am US Open war. «Vor allem in den ersten beiden Sätzen spielte er praktisch perfekt.» Die Zahlen bestätigen diese Einschätzung. Im ersten Satz schlug Nadal zehn Winner und beging nur gerade zwei unerzwungene Fehler. Überhaupt ist seine Finalbilanz in Paris unfassbar: In 13 Finals verlor er nur gerade siebenmal einen Satz.

Bei 20 Grand-Slam-Titeln - 13 in Paris, 4 am US Open, 2 in Wimbledon und 1 in Australien - und dem Gleichstand für Federer muss es für Nadal in dieser Form nicht bleiben. Immerhin steht bereits in weniger als acht Monaten wieder ein French Open im Programm. (sda)

Doch noch der Biss in den Pokal:

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