Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A girl touches the hearse carrying the body of the late boxing champion Muhammad Ali during his funeral procession through Louisville, Kentucky, U.S., June 10, 2016. REUTERS/Adrees Latif

Der Grösste ist tot! Lang lebe Mohammed Ali!
Bild: ADREES LATIF/REUTERS

Louisville verabschiedet sich von Muhammad Ali – und Erdogan reist früher ab als geplant



Blumen, Fotos, Jubelrufe: Für Louisville war, ist und bleibt Muhammad Ali der Grösste. Bewohner und Angereiste säumen die Strassen, um dem berühmtesten Sohn der Stadt die letzte Ehre zu erweisen.

Mit einem Trauerzug durch die Heimatstadt der gestorbenen Box-Legende Muhammad Ali haben Hunderte Menschen in Louisville Abschied von ihrem Helden genommen. Ein Konvoi startete am Freitagmorgen in der Stadt im US-Staat Kentucky zu Orten, die in der Kindheit und frühen Karriere des Champions bedeutend waren. Fans reihten sich am Strassenrand mit T-Shirts und Fotos des dreifachen Weltmeisters im Schwergewicht auf.

Der Trauerzug für Mohammad Ali

Video: reuters

Nach dem Trauerzug sollte Ali im privaten Kreis auf dem historischen Friedhof Cave Hill Cemetery beigesetzt werden. Für die anschliessende Trauerfeier hatten die Veranstalter ganz nach dem Willen Alis kostenlose Tickets vergeben. Die 15'000 Eintrittskarten waren nach einer Stunde vergriffen. Louisville begleitet den Tod des Boxers, der am vergangenen Freitag im Alter von 74 Jahren in Phoenix im Bundesstaat Arizona gestorben war, mit zahlreichen Trauerveranstaltungen.

«Er ist der Grösste», rief eine Frau am Muhammad Ali Boulevard, wo sich Hunderte bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel versammelt hatten, um den Trauerzug vorbeifahren zu sehen. Das kleine Haus im Westen der Stadt, wo Ali aufgewachsen ist, hatte sich seit dem Tod des Boxers vor einer Woche zu einer Pilgerstätte verwandelt. Dort hing ein rotes Paar Boxhandschuhe über der Gedenktafel vor dem rosafarben gestrichenen Haus. Auch Blumen, Fotos und Plüschtiere hatten Fans niedergelegt. Viele schrieben Botschaften auf Poster, um dem herausragenden Sportler, der sich auch lange nach dem Ende seiner Karriere für politische und soziale Ziele einsetzte, für sein Engagement zu danken.

Louisville verabschiedet sich von Muhammad Ali

Neben Alis Witwe Lonnie, seiner ältesten Tochter Maryum und weiteren Verwandten kamen unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und laut Medienberichten auch Jordaniens König Abdullah II. in die Stadt. Erdogan hat seinen Besuch allerdings vorzeitig abgebrochen. Die türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtete, dass Erdogan die Möglichkeit verweigert worden sei, aus dem Koran zu zitieren. Der Präsident und der Leiter der staatlichen Religionsbehörde, Mehmet Görmez, wollten zudem ein Kleidungsstück aus Mekka am Sarg von Ali niederlegen, meldete Dogan. Ali, der in der schwarzen Bürgerrechtsbewegung vielen Afroamerikanern als Leitfigur diente und sich offen gegen Rassismus aussprach, wurde nach seinem Übertritt zum Islam im Jahr 1964 auch zu einer starken Stimme der muslimischen Gemeinde weltweit.

Bei der Gedenkzeremonie wurden am Freitagabend Ortszeit Trauerreden von Witwe Lonnie, Alis langjährigen Freund John Ramsey sowie Ex-Präsident Bill Clinton, Komiker Billy Crystal und Sportjournalist Bryant Gumbel erwartet. Am Donnerstag hatte der kalifornische Imam und Gelehrte Zaid Shakir bereits einen muslimischen Gottesdienst für Ali abgehalten. (sda/dpa)

Muhammad Ali

Die 50 besten Sprüche von Muhammad Ali – welches war der Beste?

Link zum Artikel

Gefeiert, gehasst, vergessen, verehrt – das erstaunliche Leben des Muhammad Ali

Link zum Artikel

01.10.1975: Der «Thrilla in Manila» zwischen Ali und Frazier wird zum (ewigen?) Höhepunkt der Box-Geschichte

Link zum Artikel

30.10.1974: Die «Biene» Ali sticht «Bär» Foreman im «Rumble in the Jungle»

Link zum Artikel

25.12.1971: Als Muhammad Ali durch Zürich bummelte und einen Tag später im Hallenstadion einen blonden Deutschen vermöbelte

Link zum Artikel

08.03.1971: Ali gegen Frazier ist der «Kampf des Jahrhunderts» – und die Auferstehung eines Champions

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Unvergessen

Die Schande von Istanbul – die Nati jubelt bei ihrer schönsten Niederlage

16. November 2005: Die Schweiz qualifiziert sich trotz einer 2:4-Niederlage in der Türkei für die WM in Deutschland. Weil die Türken nach dem Schlusspfiff auf die Schweizer losgehen, geht das Spiel als «Schande von Istanbul» in die Geschichte ein.

Zur Freude bleibt keine Zeit, zum Shake-Hands erst recht nicht – und das obwohl sich die Schweiz dank dem 2:0-Heimsieg und der 2:4-Niederlage in der Türkei erstmals seit zwölf Jahren wieder für eine Fussball-WM qualifiziert.

Kaum pfeift der belgische Schiedsrichter Franck De Bleeckere das Barrage-Rückspiel im Şükrü-Saracoğlu-Stadion von Istanbul ab, sprinten die Nati-Helden los, als ob es um ihr Leben ginge. Richtung Katakomben. Einfach weg von hier. Es wird ein Spiessrutenlauf.

Die TV-Zuschauer …

Artikel lesen
Link zum Artikel