DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Stefan Bissegger (links) und Stefan Küng bei einer gemeinsamen Flucht an der Tour de Romandie.
Stefan Bissegger (links) und Stefan Küng bei einer gemeinsamen Flucht an der Tour de Romandie.
Bild: keystone

Der Kampf gegen die Uhr an der WM ist auch einer gegen den jeweils anderen Stefan

Sie sind Namensvetter, teilen Herkunft und Talent, auf der Rennstrecke begegnen sie sich jedoch als Konkurrenten: Stefan Küng und Stefan Bissegger zählen heute im WM-Zeitfahren zu den Favoriten.
19.09.2021, 07:17
Dominik Moser / Keystone-SDA

Im Kampf gegen die Uhr hatte die Schweiz mit Fabian Cancellara über viele Jahre einen Medaillengaranten. Die vier WM-Titel des zweifachen Zeitfahr-Olympiasiegers bedeuten heute noch Rekord. Mit Stefan Küng und Stefan Bissegger verfügt die Schweiz nun sogar über zwei Zeitfahr-Spezialisten von Weltklasse-Format. Ein Luxus.

Dass sich die beiden Stefans aus dem Thurgau in jüngster Vergangenheit auf der Rennstrecke oftmals auf Augenhöhe begegnet sind, lag nicht zuletzt daran, dass Bissegger bei den Grossen kaum Anlaufzeit benötigte. Bereits in seinem ersten kompletten Jahr bei den Profis avancierte der gelernte Velomechaniker zum Siegfahrer. Gleich drei der sieben Schweizer World-Tour-Erfolge 2021 gehen auf sein Konto. Insbesondere in den Zeitfahren machte der «Muni», wie er auch genannt wird, seinem Spitznamen alle Ehre.

Küng führt im Direktduell

Im Auftaktzeitfahren an der Tour de Suisse im Juni lieferten sich der 23-jährige Bissegger und der fünf Jahre ältere Küng quasi ein Privatduell um das gelbe Leadertrikot – mit dem besseren Ende für den Routinier.

Das war in dieser Saison nicht immer so: An der Tour de Romandie wie auch vor gut zwei Wochen an der Benelux-Rundfahrt hatte jeweils der Jüngere die Nase vorne. Bei seinem letzten Sieg unweit von Amsterdam nahm Bissegger Küng auf elf Kilometern beeindruckende 20 Sekunden ab. Im Direktduell führt Küng diese Saison dennoch mit 5:3, auch, weil er an der Tour de France zweimal der Schnellere war.

2020 und 2021 eroberte sich Stefan Küng das Trikot des Europameisters im Zeitfahren.

Auch das letzte Aufeinandertreffen – zugleich das erste bei internationalen Titelkämpfen – zwischen den beiden früheren Junioren-Weltmeistern auf der Bahn entschied Küng kürzlich an der EM für sich. Während er seinen Zeitfahr-Titel in Italien erfolgreich verteidigen konnte, verpasste Bissegger das Podest bei seiner EM-Premiere bei der Elite als Vierter nur knapp.

Flach, aber lang

Nun also steht heute Sonntag das WM-Zeitfahren auf dem Programm (erster Start um 14.30 Uhr, Rennende gegen 17 Uhr). Von der Charakteristik her präsentiert sich die Strecke genauso flach wie jene an der EM, mit 43,3 km ist sie allerdings fast doppelt so lang. Dies dürfte eher ein Nachteil für Bissegger sein, der sich über längere Distanzen erst noch beweisen muss.

Viel flacher geht nicht: Das Profil des Zeitfahrens.
Viel flacher geht nicht: Das Profil des Zeitfahrens.

Damit hatte Küng in seinen ersten Profijahren ziemlich zu kämpfen. Seit über einem Jahr performt der fünffache Schweizer Meister im Zeitfahren jedoch auf konstant hohem Niveau. Dass er an den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaille lediglich um vier Zehntel verpasst hatte, steckte der Profi vom Team Groupama-FDJ überraschend gut weg.

Wo das Herz des Radsports schlägt
Radrennen sind in Belgien mehr als nur ein Sport-Ereignis. Sie sind Teil der Kultur. Mit ein Grund, weshalb das Jubiläum 100 Jahre nach der ersten Austragung einer Strassen-WM in Flandern gefeiert wird.

Während die Strassenrennen in der zweiten WM-Hälfte grösstenteils durch den Süden Flanderns, nahe der Grenze zu Wallonien, führen, finden die Zeitfahren im Norden statt. Sie starten in der Küstenstadt Knokke-Heist und enden in der historischen Altstadt von Brügge.

Ganna wohl der Topfavorit

Die Lust auf Revanche scheint bei Küng auch nach der erfolgreichen Titelverteidigung an der EM noch lange nicht gestillt. Auch wenn mit Primoz Roglic und Tom Dumoulin der Olympiasieger und -zweite von Tokio an der WM fehlen, bleibt die Konkurrenz namhaft. Mit Titelverteidiger Filippo Ganna und dem Vorjahreszweiten Wout van Aert sind auch jene zwei Fahrer dabei, die mit Küng im vergangenen Jahr in Imola aufs WM-Podest gestiegen sind.

Das Podest der WM 2020: Van Aert (Silber), Ganna (Gold) und Küng.
Das Podest der WM 2020: Van Aert (Silber), Ganna (Gold) und Küng.
Bild: keystone

Auch dem zweifachen Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar und dem belgischen Jungstar Remco Evenepoel (2019 WM-Zweiter) ist auf den Strassen Flanderns einiges zuzutrauen. Ein WM-Podium mit gleich zwei Schweizer Fahrern wäre übrigens keine Premiere: Das gab es bereits 1996 in Lugano dank Alex Zülle (1.) und Tony Rominger (3.).

Schweizer im Regenbogentrikot
Bei den Männern wurden bislang Hans Knecht (1946), Ferdy Kübler (1951) und Oscar Camenzind (1998) Weltmeister im Strassenrennen. Alex Zülle (1996) und Fabian Cancellara (2006, 2007, 2009 und 2010) holten Gold im Zeitfahren.

Bei den Frauen liessen sich Barbara Heeb (1996) im Strassenrennen und Karin Thürig (2004 und 2005) im Zeitfahren ins regenbogenfarbige Siegertrikot einkleiden. Erfolgreichste WM-Nation mit 32 Gold-, 18 Silber- und 17 Bronzemedaillen ist Belgien. Die Schweiz folgt auf Platz 7 (11/10/9).
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Regenbogen-Parade: Die Strassen-Weltmeister seit 1998

1 / 40
Regenbogen-Parade: Die Strassen-Weltmeister seit 1998
quelle: keystone / michele limna
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Apropos Regenbogen: Wieso diese lesbische Pfarrerin für die «Ehe für alle» ist

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Liveticker

Der EHC Biel dreht die Partie in Bern und gewinnt nach Penaltyschiessen

Artikel lesen
Link zum Artikel