Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Marco Streller

Wer ist bloss dieser ominöse Kerl auf dem Foto? bild: watson

Who the fuck ist eigentlich Marco Streller? Auf Stimmenfang in Porto

Vor dem Hinspiel zwischen Basel und Porto haben wir uns gefragt «Who the fuck ist eigentlich Porto»? Vor dem Rückspiel in Portugal haben wir den Spiess umgedreht und in den Gassen von Porto gefragt: «Who the fuck ist eigentlich Marco Streller?»

10.03.15, 12:20 05.08.15, 07:44

corsin manser, porto



video: watson

«Wenn man ihm einen Sack über den Kopf ziehen würde, dann sähe er bestimmt ganz passabel aus.» Etwa so kann man Danielas Gestik deuten, als ich sie frage, ob sie denn den Mann auf dem Foto vor ihr hübsch finde. Vor ihr liegt nicht irgendein Nobody, sondern einer der besten Schweizer Stürmer der letzten Jahre: Marco Streller. Von Rorschach bis nach Genf längst eine Kultfigur.

Daniela und ihre Kolleginnen, welche in einem Strassencafé von Porto das Nichtstun zelebrieren, sehen auf dem Foto jedoch lediglich einen Mann im Trainingsanzug – der ohne Kopf eine bessere Figur machen würde. Mich nimmt es dennoch Wunder, ob die Bewohner und Bewohnerinnen Portos wissen, wer denn der Captain und die grosse Integrationsfigur des FC Basel ist. Es wird ja wohl jemand Marco Strellers Gesicht erkennen. Oder etwa nicht?

Super Bock vs. Sagres 

Während sich in der rotblauen Gedankenwelt vor dem Achtelfinal-Knüller der Champions League alles um den angekündigten Rücktritt des FCB-Leitwolfs dreht, beschäftigt die Bewohner Portos etwas ganz anderes: Die Sonne ist wieder da! Frühling! Raus an die frische Luft, in die malerische Altstadt oder runter zum fast schon kitschig anmutenden Fluss Douro! Eis schlecken oder ein kühles Super Bock zischen.

Piedro Porto

Pedro klärt mich über die portugiesische Bierrivalität auf.  bild: watson

Und zwar nur Super Bock. Denn Cerveja Sagres geht gar nicht. «Das trinkt man nur in Lissabon», erklärt mir Pedro. Jener Pedro, welcher eigentlich gar nichts von Fussball hält und dem es auch egal ist, ob Basel jetzt in Deutschland oder in der Schweiz liegt. Ich verzeihe ihm: Ich wusste ja schliesslich auch nicht, welches Bier ich hier hätte bestellen müssen.

Doch nicht nur der Bierzwist spaltet Portugal in zwei Lager. Die Rivalität zwischen der Hauptstadt Lissabon und der Metropolregion Porto – zu der auch die zweitgrösste Stadt des Landes Vila Nova de Gaia gehört – zieht sich auch durch andere Lebensbereiche. «Die Menschen in Porto verdienen jenes Geld, welches die Lissabonner mit beiden Händen aus dem Fenster werfen», lautet eine gängige Phrase in Porto.

John, der Porto-Bündner

In Sachen europäischer Klubfussball hat Porto heuer die Nase vorne. Benfica und Sporting Lissabon sucht man in der Runde der letzten 16 der Königsklasse vergebens. Doch zurück zu Marco Streller: Den hat bis jetzt weder Pedro noch sonst wer erkannt.

John Porto

Frühling in Porto: John mit seiner Mutter. bild: watson

«Das ist doch ein Torhüter, nicht?»

John, geboren in Chur.

Doch dann keimt Hoffnung auf. Ich treffe auf John. Geboren in Chur. Chur? Ja, Chur. «Dann kennst du ja bestimmt diesen Mann auf dem Foto?», frage ich zuversichtlich. «Ja, natürlich», antwortet John, «den habe ich schon mal gesehen. Das ist doch ein Torhüter, nicht?» Äähm ... nein, nicht wirklich. 

Viele «Nein, kenne ich nicht» später ...

Klappe auf, die – gefühlte – fünfzehnte: Nein, Stopp! Klappe gleich wieder zu. Miguel, den ich etwa eine Stunde nach dem Porto-Bündner am Bahnhof antreffe, will nämlich, dass ich das Mikrofon und die Kamera sofort wieder wegstecke. «Wir können später miteinander reden. Über Liebe zum Beispiel», schlägt er vor und blickt dabei auf seine Begleiterin. «Aber jetzt noch nicht. Ich muss erst noch Anna rumkriegen, ihr Zug fährt in zehn Minuten.»

Ob er es geschafft hat? Alleine ist Miguel auf alle Fälle nicht. Auf den zahlreichen Parkbänken und in den vielen einladenden Cafés herrscht in Porto momentan Flirt-Alarm. Letzte Woche habe es noch stark geregnet, sagt man mir. Aber jetzt sei der Winter überstanden. Das Thermometer zeigt teilweise über 20 Grad an. Kein Wunder, möchte Miguel über Liebe reden. 

Fail, fail, fail!

Liebe? Schönes Thema. Doch ich bin wegen Marco Streller hier. Noch gebe ich nicht auf.

Corsin zu einem ein Rohr schleppenden Bauarbeiter: «Kennen Sie diesen Mann?»

Ein Rohr schleppender Bauarbeiter zu Corsin: «Nein.»

Corsin zu zwei holländischen Erasmus-Studenten, die in der Sonne Schach spielen und Super Bock trinken: «Kennt ihr diesen Mann?»

Schach spielende und in der Sonne Super Bock trinkende holländische Erasmus-Studenten zu Corsin: «Nein.»

Corsin zu Taxifahrer: «Kennen Sie diesen Mann?»

Taxifahrer zu Corsin: «Nein.»

Taxifahrer Porto

Ein Auge auf die Autobahn, ein Auge auf Marco Streller.  bild: watson

Apropos Taxifahrer

Es bleibt nicht das einzige Mal, dass ich den Taxifahrer überfordere. Als ich mit einer 50-Euro-Note bezahlen möchte, verdreht er nur die Augen, beginnt zu lachen und gibt mir zu verstehen, dass er nie und nimmer genug Wechselgeld in der Tasche habe.
Doch dann haut er zwei weitere Taxichauffeure an, welche mit ihm irgendeinen Deal machen. Ich komme schlussendlich trotzdem noch zu meinem Wechselgeld.

Am Abend haben wir das gleiche Problem übrigens noch einmal. Dieses Mal mit einer 20-Euro-Note.

Streller und Simeone: Bei der Geburt getrennt?

Doch aufgeben? Am liebsten würde ich mich zur rund zehnköpfigen Studentengruppe gesellen, welche gerade am Fluss sitzt und sich ein kühles Getränk gönnt. Und dabei ungefähr so viel Spass zu haben scheint wie Marco Streller, als er im letzten Herbst im Joggeli gegen Liverpool den Siegestreffer erzielte.

Und wie spreche ich diese Gruppe nun am besten an? Na logisch, mit einem «Hey, kennt ihr diesen Mann auf dem Foto?» 

Kühles Getränk trinkender Junge auf einmal zu Corsin: «Marco Streller».

Im Ernst jetzt? Er hat ihn tatsächlich erkannt! Darauf muss ich sofort mit der ganzen Gruppe anstossen. Und zwar mit einem ... Cider. Von Somersby. Es ist halt doch nicht alles Super Bock in Porto. Doch das ist mir egal. Genauso egal, wie dass der Junge mit dem kühlen Getränk Marco Streller zuerst für Diego Simeone gehalten hat.

Denn es ist schön hier in Porto. Auch ohne Super Bock und Fussball. Und bis zum Anpfiff am Dienstagabend denk' auch ich mir: «Who the fuck ist eigentlich Marco Streller?»

An der Uferpromenade des Douro: Cheers! bild: Watson

Die FCB-Pressekonferenz in Porto

Kennst du schon die watson-App?

Über 100'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wird von Apple als «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Abonniere unseren Daily Newsletter

7
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • droelfmalbumst 10.03.2015 14:06
    Highlight aaaaah Porto <3 eine der schönsten städte überhaupt!!!
    3 1 Melden
    • corsin.manser 10.03.2015 14:16
      Highlight Gell?! Könnte man ruhig eine Weile bleiben ... :)
      5 1 Melden
  • Angelo C. 10.03.2015 13:58
    Highlight Who the fuck is Alice :-)?!


    4 1 Melden
  • Flaco 10.03.2015 12:54
    Highlight Kann mich jemand aufklären, ob es als cool und gebildet gilt bei jeder Gelegenheit (in diesen Berichttitel gleich mehrmals) das amerikanische F-Wort zu brauchen?
    Wenn ja, dann bin ich froh dass ich da eine Bildungslücke habe.
    Muss denn Alles was über den Teich schwappt 1:1 übernommen werden?
    Auch wenn es noch so (übrigens offensiver) quatsch ist?
    WATSON, das kann nicht ihr Ernst sein!
    5 23 Melden
    • rYtastiscH 10.03.2015 13:47
      Highlight Schon mal den Slogan von Watson gelesen? "News unfucked" Wer so einen Slogan hat, darf in seinen etwas lockereren Beiträgen so oft "Fuck" sagen wie er will! Desweiteren ist es nicht "offensiv", denn übersetzt heisst es in diesem Zusammenhang soviel wie "Wer zum Teufel...". Ach und noch etwas, "Fuck" hat seinen Ursprung nicht in Amerika. Ihre Bildungslücke scheint ganz wo anderes vorhanden zu sein.
      18 3 Melden
    • Bruno Sigrist 10.03.2015 20:32
      Highlight Da helfe ich dir doch gerne:
      http://www.lmgtfy.com/?q=Wort+fuck+ursprung
      0 1 Melden

Knall in Basel! FCB schmeisst Trainer Wicky raus – Alex Frei übernimmt interimistisch

Der FC Basel trennt sich per sofort von Trainer Raphael Wicky. Nach der 1:2-Niederlage in der 2. Qualifikationsrunde für die Champions League bei PAOK Saloniki hat der FCB seinen Cheftrainer nach einer internen Analyse freigestellt. Ersetzt wird Wicky durch U18-Trainer Alex Frei, der die Mannschaft interimistisch übernimmt. Der Nati-Rekordtorschütze wird am Samstag beim Auswärtsspiel gegen Xamax auf der Bank sitzen. Unterstützt wird er dabei von Marco Schällibaum, der 1999 bereits …

Artikel lesen