Langläuferin Weber nach Rauswurf aus Sprint-Team sauer: «Weder fair noch akzeptabel»
Das hat Anja Weber so nicht kommen sehen. Die Schweizer Trainer haben sie aus dem Aufgebot für den Team-Sprint gestrichen. Stattdessen nominierten sie für den olympischen Wettkampf am Mittwoch Nadja Kälin.
Begründet wurde der Wechsel mit den letzten Resultaten und der Formkurve. Kälin war zu Beginn der Spiele hervorragende Vierte im Skiathlon geworden. Weber belegte in jenem Rennen Platz 25 und im Einzel-Sprint, der in der klassischen Technik gelaufen wurde, Rang 18.
Im vergangenen Winter hatte die 24-jährige Weber an der WM in Trondheim an der Seite von Nadine Fähndrich die Bronzemedaille im Team-Sprint gewonnen. Entsprechend ging sie davon aus, auch an den Olympischen Spielen von Mailand-Cortina ihre Chance zu erhalten.
«Allerdings wurde mir gerade mitgeteilt, dass ich nicht ausgewählt wurde», schrieb Weber am Montagabend auf Instagram. «Überzeugende und transparente Argumente wurden mir nicht genannt. Die Art und Weise, wie der gesamte Prozess abgewickelt wurde, war weder fair noch akzeptabel», kritisierte sie.
Aus Rücksicht auf den Team-Sprint habe sie aufs Rennen über 10 Kilometer verzichtet. «Ich habe immer das Team an erste Stelle gesetzt, auch wenn das bedeutete, dass ich mich aus einem Einzelrennen zurückziehen musste, obwohl ich während der gesamten Saison die stärkste Schweizer Athletin war.»
Sie respektiere die Verantwortung, die eine Selektion mit sich bringe, diese Auswahl sei nie einfach. «Aber Transparenz, Fairness und ehrliche Kommunikation müssen immer die Grundlage sein», betonte Weber. (ram)
