Jutta Leerdam ist Olympiasiegerin – Verlobter Jake Paul weint im Publikum
Jutta Leerdam liefert bei ihrem ersten Rennen bei den Olympischen Spielen 2026 richtig ab – und wie: Die niederländische Eisschnellläuferin sicherte sich über 1000 m mit olympischem Rekord die Goldmedaille. Vor vier Jahren holte sich die 27-Jährige über dieselbe Distanz Silber.
Vor den Spielen hatte Leerdam, die Verlobte des Influencers und Boxers Jake Paul, für Kritik gesorgt, weil sie mit dem Privatjet und nicht mit dem Rest des niederländischen Teams angereist war. Ein früherer Fussballer und Journalist schimpfte in einer TV-Sendung: «Ich finde ihr Verhalten entsetzlich, wie das einer Diva. Ich finde das absolut lächerlich. Als Trainer hätte ich das nicht toleriert.»
Ein weiterer Journalist kritisierte Leerdams Präsenz. Auf Instagram folgen der Sportlerin über fünf Millionen Menschen, dementsprechend gross ist auch die mediale Aufmerksamkeit. «Man könnte fast meinen, sie sei die einzige Vertreterin der Niederlande», so der Journalist, der aber auch Positives daran sieht. Schliesslich rücke sie die Sportart auf die internationale Landkarte.
Für Ärger sorgte sie auch, indem sie mehrere Medienanfragen der niederländischen Journalisten ablehnte. Der Journalistenverband des Landes legte gar offiziellen Protest beim Team ein. Daraufhin erklärte sich Leerdam dennoch bereit, mit der Presse zu sprechen, gab aber nur dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender NOS ein Interview, die restlichen Medienvertreterinnen und -vertretern gingen trotz einer Stunde Wartezeit leer aus.
Ireen Wüst und Irene Schouten, zwei Legenden des niederländischen Volkssports, kritisierten sie dafür scharf. Vielleicht habe Leerdam mit ihrer Social-Media-Gefolgschaft nicht nötig, mit den Medien zu sprechen, so Wüst, «aber sie hat eben auch eine Vorbildrolle. Wenn die grossen Stars wie Leerdam keine Interviews mehr geben, werden andere nachziehen. Und wenn irgendwann niemand mehr spricht, dann …» Schouten ergänzte: «Dann gibt es keine Geschichten mehr – und für die Medien ist es dann irgendwann vorbei.»
Dass sie aber definitiv mehr ist, als nur eine Influencerin und «Luxus-Queen», wie beispielsweise Sport 1 schrieb, zeigte sie am Montagabend. Die 1000 m absolvierte sie auf Kufen in 1.12,31 Minuten und damit so schnell wie noch nie eine Frau bei Olympischen Spielen zuvor. Dies tat Leerdam übrigens unter den Augen ihres berühmten Verlobten Jake Paul, der seine Freudentränen nach dem Erfolg nicht verbergen konnte.
Schon Femke Kok hatte zuvor einen neuen olympischen Rekord aufgestellt. Leerdams Landsfrau musste sich dennoch mit Silber begnügen. Die Japanerin Miho Takagi holte sich Bronze. Die Schweizerin Kaitlyn McGregor zeigte als 17. einen soliden Lauf. «Ich bin sehr, sehr zufrieden», erklärte die 31-Jährige danach beim SRF, «damit hätte ich nicht gerechnet.» Einige Fehlschritte hätten ein besseres Resultat verhindert.
Die Kritik an Olympiasiegerin Jutta Leerdam versteht McGregor nicht: «Sie bringt unserem Randsport Aufmerksamkeit und das gefällt mir.» Auch die deutsche Dreifach-Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma verteidigte Leerdam, die auch schon sieben Mal WM-Gold gewann. Die sei zwar ein «Glamour-Girl», aber am Ende zähle nur eines. «Vom Startschuss bis zum Zieleinlauf geht es ausschliesslich um die schnellsten Zeiten – und da hat sie oft die Nase vorn.» So wie nun auch bei den Olympischen Spielen.
