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Odermatt feiert seinen 6. Weltcupsieg.
Odermatt feiert seinen 6. Weltcupsieg.Bild: keystone

Marco Odermatt eine Klasse für sich – Murisier und Caviezel in den Top 10

Marco Odermatt fährt im ersten Weltcup-Super-G des Winters in einer eigenen Liga. Mit dem überlegenen Sieg in Beaver Creek, Colorado, setzt der Nidwaldner auch im Kampf um den Gesamtweltcup ein deutliches Zeichen.
02.12.2021, 17:1803.12.2021, 13:40

Odermatts unermessliche Qualitäten sind hinlänglich bekannt. Doch der Nidwaldner versteht es trotzdem immer wieder, die Skiwelt ins Staunen zu versetzen – dann zum Beispiel, wenn er sich wie am Donnerstag in seiner eigenen Welt bewegt, wenn er seine Konkurrenten in Grund und Boden fährt.

Es war eine weitere Machtdemonstration Odermatts, ähnlich der im letzten Super-G des vergangenen Winters bei seinem Sieg in Saalbach-Hinterglemm, den er mit 62 Hundertsteln eingefahren hatte. Nun betrug die Marge auf den Zweitbesten, den Olympiasieger und Gewinner der Abfahrt in Lake Louise, den Österreicher Matthias Mayer, sogar 78 Hundertstel. Dahinter sorgte der kaum bekannte Broderick Thompson mit Rang 3 für die Überraschung des Tages. Der Kanadier hatte zuvor erst einmal im Super-G Weltcup-Punkte geholt, dank Platz 24.

Das Siegerpodest mit Mayer (links) und Thompson (rechts).
Das Siegerpodest mit Mayer (links) und Thompson (rechts).Bild: keystone

Der gut umgesetzte Plan

Odermatt löste die schwierige, zuweilen komplizierte Aufgabe, die auch im Kreis der bestandenen Athleten einige Ausfälle forderte, auf der berüchtigten Piste «Birds of Prey» bravourös. Er verstand es wie kein Zweiter meisterhaft, das Limit auszuloten und trotzdem die Kontrolle über seine Ski zu bewahren. Die vorerst gehegte Befürchtung, im Mittelteil der Strecke einen Spitzenplatz vergeben zu haben, bestätigte sich nicht einmal im Ansatz. Auf die Unsicherheit folgte bald einmal die Gewissheit, ein weiteres Mal Ausserordentliches geleistet zu haben. «Ich hatte einen Plan, und den habe ich offenbar sehr gut umgesetzt.»

Odermatt führte eine Schweizer Delegation an, die auch als Team überzeugte. Justin Murisier schaffte in seinem erst sechsten Weltcup-Super-G mit Rang 8 sein zweitbestes Ergebnis in dieser Disziplin, Gino Caviezel egalisierte mit Platz 10 seinen bisherigen Super-G-Bestwert.

Murisier schaffte sein zweitbestes Ergebnis in einem Weltcup-Super-G.
Murisier schaffte sein zweitbestes Ergebnis in einem Weltcup-Super-G.Bild: keystone

Stefan Rogentin steigerte seine persönliche Bestmarke um fünf Plätze und belegte gemeinsam mit Beat Feuz Rang 12. Urs Kryenbühl, der wegen fehlender Corona-Impfung nicht nach Lake Luise reisen konnte, kehrte gut zehn Monate nach seinem schlimmen Sturz in Kitzbühel mit Platz 16 in den Rennbetrieb zurück.

Das deutliche Zeichen

Erster im Riesenslalom in Sölden, Vierter in der Abfahrt in Lake Louise, und nun wieder Erster im ersten von zwei Super-G in Beaver Creek – das ist ein Leistungsausweis eines Fahrers, der schon zu Beginn des Olympia-Winters deutliche Zeichen an die Konkurrenz im Kampf um den Gesamtweltcup sendet. Es ist eine erste Bilanz eines Athleten, der gegenwärtig als Einziger in der Lage scheint, in drei Disziplinen ganz vorne mitzumischen.

Odermatt nutzte gleich die erste Gelegenheit, den Ruf des derzeit vielseitigsten Alpinen zu bestätigen – dort, wo er vor zwei Jahren ebenfalls im Super-G den ersten seiner mittlerweile sechs Weltcup-Siege errungen hatte. Es war damals ein weiterer Schritt in der (erwarteten) Entwicklung des Nidwaldners. Der Hochbegabte hatte nach der auf schnellstem Weg vollzogenen Etablierung im Zirkel der Besten die nächste Ebene erreicht.

Zwei Jahre danach hat sich Odermatt nunmehr aufgemacht, den im vergangenen Winter knapp verpassten Coup im zweiten Anlauf zu landen. Die erste Phase des Unternehmens «Gewinn der grossen Kristallkugel» stimmt auf jeden Fall zuversichtlich.

In der Weltcup-Gesamtwertung hat Odermatt als Führender 165 Punkte mehr als der Franzose Alexis Pinturault. Sein vermutlich grösster Rivale im Kampf um den grössten Glaspokal hat zum Auftakt der vier Speed-Rennen in Beaver Creek als Sechster überzeugt – und immerhin den Schaden auf den entfesselten Nidwaldner einigermassen in Grenzen gehalten. (jaw/sda)

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