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Historisches Rennen: Gisin unterwegs zum Premierensieg. Bild: keystone

Michelle Gisin feiert ersten Weltcupsieg und beendet lange Schweizer Slalom-Durststrecke

Der 20. Januar 2002 ist kein historisches Datum mehr in der Geschichte des Schweizer Skisports. Fast 19 Jahre nach Marlies Oester kann endlich wieder eine Schweizerin einen Weltcup-Slalom gewinnen: Michelle Gisin triumphiert in Semmering.



Olympiasiegerin wurde Michelle Gisin 2018 in Pyeongchang bereits, in der Kombination. Doch im Weltcup musste die 27-jährige Engelbergerin lange auf ihren ersten Sieg warten. Umso schöner fällt dieser nun kurz vor dem Jahreswechsel aus.

«Verrückt», sei das, strahlte sie im ersten Siegerinterview. Sie wisse fast gar nicht, was sie sagen soll, meinte die nicht als wortkarg bekannte Gisin. «Genau an dem Ort, an dem ich genau heute vor acht Jahren erstmals im Weltcup starten durfte, kann ich nun erstmals gewinnen.» Bei ihrem Debüt Ende 2012 hatte sie sich auf Anhieb für den 2. Lauf qualifiziert. Doch Zwischenrang 17 konnte sie nicht verteidigen, sie schied aus.

Die grosse Schwester ist sprachlos.

Zurück in die Gegenwart. Bei Halbzeit zwei Hundertstel hinter Mikaela Shiffrin auf Rang 2, konnte Gisin in der Entscheidung noch einmal zulegen. Sie gewann elf Hundertstel vor der Österreicherin Katharina Liensberger und Shiffrin. Sowohl im Gesamt- wie im Disziplinenweltcup liegt Gisin auf Rang 2 hinter Petra Vlhova.

Durstrecke und Erfolgsserie gestoppt

Mit ihrem Sieg beendete Gisin im Nachtslalom in Niederösterreich eine lange Schweizer Durststrecke. Am 20. Januar 2002 hatte die Berner Oberländerin Marlies Oester in Berchtesgaden als bislang letzte Schweizerin einen Slalom gewonnen. 162 «Zickzack»-Rennen dauerte es, bis sie abgelöst wurde.

Marlies Oester ist nicht mehr in dieser Bildstrecke der letzten Schweizer Weltcupsieger

Mit ihrem Triumph stoppte Gisin auch die wahnwitzige Erfolgsserie von Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova. Die letzten 28 Weltcup-Slaloms – seit dem 10. Januar 2017 und dem Sieg von Frida Hansdotter in Flachau – wurden stets von der Amerikanerin oder der Slowakin gewonnen. «Gigantinnen» nannte sie Gisin, die von einem «perfekten Tag» sprach. «Mein erster Lauf war top und im zweiten Durchgang hatte ich das Glück, dass mein Trainer den Kurs stecken durfte. Es ging alles auf.»

Gisins 2. Lauf im Video.

Holdener knapp am Podest vorbei

Gisin nannte das gesamte Team als einen Grund für ihren Erfolg. «Wir haben so lange darauf hin gearbeitet, endlich wieder einen Schweizer Slalomsieg feiern zu können. Heute stehe nun ich hier und nicht Wendy (Holdener), aber sie ist auch bald an der Reihe.» Die Schwyzerin gilt längst als überfällig für einen Slalom-Erfolg: 13 zweite und 11 dritte Plätze stehen im Weltcup auf ihrem Konto.

epa08910027  Michelle Gisin of Switzerland (L) celebrates with her teammates after the Women?s Slalom race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Semmering, Austria, 29 December 2020.  EPA/CHRISTIAN BRUNA

Gisin feiert mit Trainern und Teamkolleginnen. Bild: keystone

Holdener muss zwar weiterhin auf den ersten Podestplatz in diesem Winter warten. Sie schaffte aber ein weiteres starkes Resultat. Nach zwei vierten Plätzen in Levi wurde sie Fünfte. Melanie Meillard war die dritte Schweizerin, die Weltcuppunkte holte. Sie konnte sich im zweiten Lauf um fünf Plätze verbessern und belegte Rang 20.

Die Frauen setzen die Weltcup-Saison im neuen Jahr weiter. Am 3. Januar steht in Zagreb das nächste Rennen auf dem Programm – ein weiterer Slalom. Für die Speed-Spezialistinnen ist St.Anton am Arlberg die nächste Station, dort finden am 9. und 10. Januar eine Abfahrt und ein Super-G statt.

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