1. Camille Rast (SUI) 1:46,87
2. Wendy Holdener (SUI) +0,57
2. Anna Swenn Larsson (SWE) +0,57
…
4. Lena Dürr (GER) +0,60
5. Melanie Meillard (SUI) +0,77
15. Aline Höpli (SUI) +2,26
19. Michelle Gisin (SUI) +3,13
Out: Paula Moltzan (USA), Martina Dubovska (CZE), Emma Aicher (GER), Martina Peterlini (ITA).

Camille Rast rast in Killington zu ihrem ersten Weltcupsieg.Bild: keystone
Die Schweizer Slalom-Spezialistinnen zeigen sich in Killington (USA) von ihrer allerbesten Seite und stellen gleich drei Fahrerinnen in den Top 5. Camille Rast schnappt sich ihren ersten Weltcup-Sieg, Wendy Holdener wird Zweite, Mélanie Meillard Fünfte.
01.12.2024, 15:2002.12.2024, 07:35
Camille Rast gewann im Skiort im Bundesstaat Vermont, wo seit 2016 Weltcup-Rennen ausgetragen werden, mit 0,57 Sekunden Vorsprung vor ihrer Teamkollegin Wendy Holdener und vor der ex-aequo im 2. Rang klassierten Schwedin Anna Swenn Larsson.
Die 25-jährige Walliserin sorgte damit für den ersten Schweizer Slalom-Triumph seit zwei Jahren. Am 11. Dezember 2022 hatte Holdener in Sestriere gewonnen, zwei Wochen nach dem Premieren-Triumph in ihrer Spezialdisziplin in Killington. Schon damals hatte die Schwyzerin zusammen mit Swenn Larsson gefeiert, die zeitgleich Erste geworden war. Die vorletzte Schweizer Slalom-Siegerin war Michelle Gisin Ende Dezember 2020 in Semmering.
Rasts Fahrt zu ihrem 1. Weltcupsieg.Video: SRF
Von Rang 3 zum Sieg
Rast lag nach dem ersten Lauf im Bundesstaat Vermont als Dritte nur zwölf Hundertstel hinter der Halbzeit-Führenden Lena Dürr zurück. Während die Deutsche im Final in den 4. Rang zurückfiel, machte die Romande mit einer neuerlich starken Fahrt die entscheidenden zwei Positionen gut.
«Echt verrückt! Es ist alles so schnell gegangen. Ich habe mir gedacht, dieser Lauf ist so cool, da musst du einfach Vollgas geben. Das habe ich geschafft. Das Team-Resultat ist auch super, es macht einfach Spass so. Das Resultat zeigt, dass ich gut gearbeitet habe. Ich hoffe, ich kann die Form so mitnehmen. Dass ich führe im Gesamtweltcup habe ich nicht erwartet, das checke ich noch nicht.»
Camille Rast
Der Weg an die Weltspitze schien für die starke Technikerin bereits früh vorgezeichnet. Im März 2017 fuhr Camille Rast in Are zu Junioren-WM-Gold im Slalom. Zwei Jahre später, noch immer keine 20 Jahre alt, gewann die Walliserin in Val di Fassa auf gleicher Stufe auch Silber im Riesenslalom. Danach aber folgte der - vorläufige - Bruch in der Karriere. Probleme mit der Gesundheit, darunter neben einer Knieverletzung auch eine schwere Depression, und Probleme ebenfalls mit dem Material verhinderten während mehrerer Jahre Rasts Aufstieg.
Rast und Holdener wie zuletzt Nef und Oester
Um vor Camille Rast und Wendy Holdener letztmals zwei Schweizerinnen an der Spitze eines Weltcup-Slaloms zu finden, muss in den Geschichtsbüchern weit zurückgeblättert werden.
Genau genommen bis zum 26. Januar 1996, als in Sestriere Sonja Nef mit 14 Hundertsteln Vorsprung vor Marlies Oester triumphierte. Mit Pernilla Wiberg (3. Platz) komplettierte auch damals in Italien eine Schwedin das Podest. In Killington beim ersten Weltcup-Triumph von Rast klassierten sich Holdener und die Schwedin Anna Swenn Larsson zeitgleich im 2. Rang.
Das vorletzte Mal, als es die Plätze 1 und 2 für zwei Schweizer Slalom-Spezialistinnen gab, ereignete sich am 27. November 1994. Damals hatte sich in Park City, Utah, Vreni Schneider vor Martina Accola (und der Schwedin Kristina Andersson) durchgesetzt.
Führung im Gesamt- und Slalom-Weltcup
Erst seit Anfang 2024 liefert Rast konstante Resultate in den Top 10, oftmals sogar in den ersten fünf, ab. «Endlich», konstatierte sie vor neun Tagen im Zielraum in Gurgl mit Tränen in den Augen, nachdem sie mit Rang 3 erstmals über einen Weltcup-Podestplatz jubeln konnte. Am Tag vor ihrem Premierensieg doppelte sie als Dritte des Riesenslaloms in Killington nach.
Dank den 100 Punkten für ihren ersten Weltcup-Sieg übernahm Rast auch die Führung im Gesamt- und Slalom-Weltcup von Mikaela Shiffrin, die nach ihrem Sturz im Riesenslalom tags zuvor auf den Start zum Slalom verzichten musste.
52. Weltcup-Podestplatz für Holdener
Vor gut einer Woche in Gurgl hatte Wendy Holdener den angestrebten Podestplatz noch um knapp zwei Zehntel verpasst. Nun in Killington – auf der Piste, auf welcher sie Ende November 2023 hinter Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova Dritte geworden war und ihren zuvor letzten Podestplatz erreicht hatte -, schaffte die 31-jährige Schwyzerin die Rückkehr in die Top 3.
Der 2. Lauf von Wendy Holdener.Video: SRF
Dank Laufbestzeit im Final stiess Holdener noch vom 9. Zwischen- in den 2. Schlussrang vor. Ihr 52. Weltcup-Podestplatz, der 36. im Slalom, dürfte zu einem der schönsten gehören. Nach der im Dezember 2023 erlittenen Fraktur am linken Sprunggelenk bestritt die Innerschweizerin im vergangenen Winter kein Rennen mehr.
«Das Herz in die Hände nehmen und einfach gehen. Das hat geklappt, es war geil zum Fahren. Dass es so weit nach vorne reicht, hätte ich nicht gedacht. Mit einer Sekunde Rückstand nach dem ersten Lauf noch zweite zu werden. Auch das Team-Ergebnis mit Camille als Siegerin und Melanie als Fünfte. Killington ist ein guter Ort, es macht Spass hier.»
Wendy Holdener
Auch, weil im Februar dieses Jahres ihr Bruder Kevin an den Folgen einer Krebserkrankung starb. Erst Anfang Oktober äusserte sich Wendy Holdener öffentlich über den frühen Tod ihres Bruders, der auch ihr Manager war. Dabei sagte sie, dass dieser Todesfall sie nach wie vor beschäftige, sie oft an ihren Bruder denke.
Meillard im Weltcup erst zweimal besser
Mélanie Meillard wurde Fünfte und erreichte im dritten Slalom des Winters die dritte Platzierung in den ersten zehn. Besser war die 26-jährige Walliserin mit Neuenburger Wurzeln im Weltcup erst zweimal klassiert; beide Male im Januar 2018 und damit vor ihrer schweren Knieverletzung, die sie im Februar des gleichen Jahres in der unmittelbaren Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Südkorea erlitt.
Der 2. Lauf von Mélanie Meillard.Video: SRF
«Ich bin eigentlich sehr, sehr zufrieden mit meinen zwei Läufen. Ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem Resultat und freue mich für Camille und Wendy. Aber ich bin ein bisschen enttäuscht, weil nicht viel gefehlt hat fürs Podest. Aber wenn ich jedes Rennen so fahren kann, dann kommt es gut.»
Mélanie Meillard
Der 2. Lauf von Aline Höpli.Video: SRF
Aline Höpli (15.) – sie mit ihren ersten Weltcup-Punkten überhaupt –, und Michelle Gisin (19.) rundeten das Swiss-Ski-Topergebnis im Bundesstaat Vermont ab. (abu/sda)
Eindrückliche Rekordmarken aus dem Ski-Weltcup
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Eindrückliche Rekordmarken aus dem Ski-Weltcup
Legendärste Aufholjagd im 2. Lauf: Der Bündner Marc Berthod gewinnt 2007 den Slalom in Adelboden nach Rang 27 im 1. Lauf – und mit Startnummer 60. Unvergessen! quelle: keystone / alessandro della bella
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