Syrien
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Women collect food aid distributed by United Nations Relief and Works Agency (UNRWA) at the Yarmouk refugee camp in this March 10, 2015 picture provided by UNRWA. Aid was delivered at the camp on March 5, according to UNRWA, who also said that it was the first food distribution to the camp since December 6, 2014. Tens of thousands of Palestinian refugees in the camp were cut off from aid for nearly two months by armed groups, U.N. officials said. Picture taken March 10. REUTERS/Taghrid Mohammed/UNRWA/Handout via Reuters (SYRIA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT) 

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Laut den Hilfsorganisationen leistet die UNO in Syrien miserable Arbeit. Bild: X80001

Syrien erlebte 2014 das blutigste Jahr überhaupt – der UNO wird völliges Versagen vorgeworfen



21 Hilfsorganisationen haben dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) in der Syrien-Krise das schlechtest mögliche Zeugnis ausgestellt. Statt geschützt zu werden, hätten die 2014 Syrer das blutigste Jahr des Konflikts erlebt. Zudem droht den Helfern das Geld auszugehen.

Der UNO sei es nicht gelungen, die Menschen in dem Land zu schützen, hiess es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht «Failing Syria» (Versagen in Syrien) zum vierten Jahrestag des Beginns der Proteste am 15. März, die schliesslich zum Bürgerkrieg führten.

Die 21 Gruppen - darunter Oxfam, World Vision, Pax Christi International, Save the Children und Handicap International - bewerteten ihren Syrien-Bericht als «katastrophales Zeugnis» für die Vereinten Nationen und die Konfliktparteien. Seit 2011 seien 220'000 Menschen getötet worden.

Men walk amidst the rubble of damaged buildings at a site hit on Tuesday by what activists said were airstrikes by forces loyal to Syria's President Bashar al-Assad in the rebel-controlled area of Deir al-Asafir town, near Damascus March 11, 2015. REUTERS/Amer Almohibany (SYRIA - Tags: CIVIL UNREST POLITICS CONFLICT)

Die Zerstörung in Syiren ist unvorstellbar und sie geht weiter und weiter.  Bild: X80002

Alleine 2014 wurden 76'000 Menschen getötet

Die Helfer werfen dem Sicherheitsrat vor, dass keine seiner drei Resolutionen etwas bewirkt habe. Statt geschützt zu werden, hätten die Syrer 2014 das blutigste Jahr des Konflikts erlebt. 76'000 Menschen seien getötet worden, damit kam mehr als ein Drittel aller Todesopfer der vierjährigen Gewalt im vergangenen Jahr ums Leben.

Die Zahl der kaum zu erreichenden Hilfebedürftigen habe sich trotz einer UNO-Resolution auf 4.8 Millionen mehr als verdoppelt. 5.6 Millionen Kinder seien auf Hilfe von aussen angewiesen, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Der Syrienkrieg und die Flüchtlingsströme

«Die bittere Realität ist, dass der UNO-Sicherheitsrat die UNO-Resolutionen nicht umgesetzt hat. Das vergangene Jahr war das dunkelste seit Ausbruch dieses fürchterlichen Krieges», sagte Kathrin Wieland von Save the Children.

Robert Lindner von Oxfam sagte: «Die Regierungen einflussreicher Staaten müssen endlich dafür sorgen, dass der Konflikt nicht weiter angeheizt wird und dass die Nothilfemassnahmen massiv ausgeweitet werden.» Sie müssten den Druck auf die Konfliktparteien erhöhen.

Es fehlt das Geld

Den Helfern der UNO und anderen Hilfsorganisationen könnte auch noch das Geld ausgehen. Schon 2013 waren die UNO-Hilfsmassnahmen nur zu 71 Prozent finanziert, heisst es in dem Bericht. Im vergangenen Jahr seien es dann nur noch 57 Prozent gewesen.

Währenddessen verschärfe sich die humanitäre Krise mehr und mehr: Derzeit seien 3.7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien in den Nachbarländern. Den Prognosen der Helfer zufolge werden es Ende des Jahres 4.3 Millionen sein. (feb/sda/dpa)

Syrien: Der vergessene Krieg

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    Alle Leser-Kommentare
  • Roger Gruber 12.03.2015 07:07
    Highlight Highlight So sieht es überall aus, wo die USA Frieden, Demokratie und westliche Werte einführen.
  • Qwertz 12.03.2015 07:03
    Highlight Highlight Was soll die UNO denn machen? Eingreifen? Mit den Blauhelmen?
    Ist doch klar, dass die UNO nichts machen kann, solange UNO-Resolutionen von niemandem ernst genommen werden.

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