Tatort
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bild: WDR/Uwe Stratmann

«Tatort» Köln

Danke, wir kennen Köln

Ballauf und Schenk müssen als Handlanger für eine anschliessende Talkshow moralische Empörung darstellen: «Ohnmacht» heisst der desaströse «Tatort», der das mediale Schockerthema Jugendgewalt nicht annähernd verarbeitet bekommt.



matthias dell

«Verstehe, papierloses Büro», sagt Staatsanwalt von Prinz (der 2013 verstorbene Christian Tasche in seinem vorletzten Kölner Auftritt). «Laughing out loud, brüllendes Gelächter», erklärt Fab Five Freddy Schenk (Dietmar Bär). Zwei Sätze, die den selbstgewählten Platz des «Tatort» im öffentlichen Gespräch illustrieren: Die beliebte Sonntagabend-Krimireihe gibt sich als Kehrmaschine, die immer hinterher ist und stolz, wenn sie ein diskursives Fundstück aufgelesen hat, das der Zuschauerin von anderswoher bekannt vorkommt. Also wird die Erklärung eines SMS-Akronyms aus der Wikipedia-Übersicht gecopied und dem Kommissar in den Dialog gepasted.

Das Traurige daran – und noch lange nicht das Traurigste an «Ohnmacht», einer der vermutlich traurigsten Folgen aller Zeiten – ist die mangelnde Ambition. Dass so ein «Tatort» nicht die «Gier» (Oliver Kahn) hat, selbst einmal mit einem Treffer in Führung zu gehen, anstatt immer nur auszugleichen: etwas zu erzählen, zu schaffen, zu prägen, das den Leuten, die während des Films auf Twitter oder am nächsten Morgen im Trämmli oder Büro über den «Tatort» reden, Respekt abnötigen, auf eine neue Idee, eine neue Formulierung bringen würde.

Dass der «Tatort» zum Darüberreden gemacht ist, weiss «Ohnmacht» (WDR-Redaktion: Frank Tönsmann) besser als andere «Tatort»-Folgen. An den Film schliesst sich die «Günther Jauch»-Diskussion diesmal nicht nur chronologisch, sondern thematisch an. Das verspricht einen Relevanztransfer in beide Richtungen, und es wird nicht nur einen Jungdynamo auf der Entscheiderebene geben, der mit knackiger Power-Point-Präsentation belegen kann, wie noch superer der träge Zuschauerquotenbrei sich vom Darling «Tatort» in die Anschlussverwendungsform «Günther Jauch» giessen lässt. Für Romantiker des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wäre es am Rande interessant zu wissen, ob der Hinweis, dass in diesen Tagen durchaus andere Themen von Bedeutung diskutiert werden könnten als selbstgebackene Aufreger, ARD-intern überhaupt noch zu Protokoll gegeben wird. Realisten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens würden einwenden, dass «Günther Jauch» sowieso nicht dazu da ist, Bildungsauftrag zu performen. Sondern Unterhaltung.

Die konsequenteste (und preiswerteste) Lösung wäre freilich gewesen, «Günther Jauch» gleich im «Tatort» stattfinden zu lassen. Denn moralisch empörter als «Ohnmacht» selbst kann keiner der Teilnehmer der Runde (diesmal immerhin ohne Schauspielerinnen, die aus der Erfahrung ihrer Rollen sprechen) mehr sein: Wie Ballauf (Klaus J. Behrendt) abends auf verwaiste Bolzplätze rennt, um extra dort wartenden Problemjugendlichen wie Kai (Robert Alexander Baer) dann doch noch mal den Marsch zu blasen, zu dem es beim Erstkontakt nicht reichte. Wie der Kai-Vater angemacht wird («Dann setzt man überhaupt keine Grenzen mehr») bei dem Auftaktverhör, als ob die Polizei gleichzeitig Super-Nanny sein müsste. Wie allen Ernstes erwachsene Polizisten hämische Kindergarten-Überbietungsspiele mit 18-Jährigen spielen («Jura in Theorie und Praxis») – es ist alles so: traurig.

«Moralische Empörung ist von der Axt nur der Griff», heisst der vielleicht interessanteste Satz aus «Ohnmacht». Wobei wir nicht sicher sind, den richtig verstanden zu haben, weil «Moral» und «Axt» sich so schwer zusammen denken lassen. Und ausserdem ist «Empörung» vielleicht nicht der beste Rat für die Lösung eines komplexen Problems – glaubt der «Tatort» feat. «Günthi Jauch» ernsthaft, dass wenn «wir» alle nur dauerhaft und öfter und härter empört wären über die schlimme Jugendgewalt, dass die wegginge als (medial gepimptes) Problem?

Umfrage

Hat Ihnen der «Tatort» gefallen?

86

  • Ja70%
  • Nein15%
  • Weiss nicht13%

Die Paradoxie dieses «Tatort» besteht darin, dass er billigster Pulp ist, aber hinter jedem noch so grossen Plausibilitätsloch in der Geschichte das Ressentiment drohend hervortritt, dass es in Wirklichkeit doch so sei. Zumindest thematisch. Also es gibt doch diese krasse Jugendgewalt, und die ist ein Problem, und auch wenn hier nicht alles ganz genau stimmt (wo kommt am Ende der Auflösungsfilm von der Handykamera her, von dem es ein paar Sekunden vorher noch hiess, man habe ihn nicht?), ist es doch wichtig, also das Thema, und dass das nicht verschwiegen wird – so geht der Zirkelschluss der Selbstlegitimation. Oder um es etwas drastischer zu sagen: So funktioniert mediale Onanie. «Ohnmacht» dient nicht als Gesprächsgrundlage, sondern als, mit Verlaub, Wichsvorlage eines wohlfeilen Emo-Alarmismus, der der Zuschauerin Angst einjagen will.

Wie soll man aber einem Film irgendetwas glauben, der so hanebüchen gestrickt ist? Schon das fiktive Boulevard-Blatt im Film («Rheinland Kurier») ist pure Fantasie: Hat die grossen, roten Buchstaben vom «Express», dazwischen aber Bleiwüsten, die in der NZZ selten geworden sind. Mag ein Detail sein, sagt aber etwas darüber aus, wie ernst Leute ihre Arbeit nehmen. Zumal man das hätte wissen können: Drehbuchautor Andreas Knaup hatte bei seinem «Tatort»-Debüt eine solche Stasi-Räuberpistole vorgelegt, dass man sich fragen muss, wieso ausgerechnet der verpflichtet wird, wenn es um Wirklichkeitsanlehnung geht. Die Frage von Ballaufs Befangenheit wird mal so, mal so behandelt, kommste heute nicht, kommste morgen, und wie das in echt wäre – keine Ahnung. Aber dass diese Untersuchungsrichterin (Stephanie Japp) die viel zu lasche Policy gegen Problemjugendliche so exakt, präzise und genau verkörpert, wie wir das aus dem richtigen Leben kennen – das ist dann so? Reflektiert Regisseur Thomas Jauch, der sich mit dem Film über Gewalt empört, dass seine Bilder (Kamera: Clemens Messow) auf diese Gewalt ziemlich abgehen? Man wünschte sich, Corinna Kirchhoffs Mutter hätte ihr dauerndes «Das dürfen Sie nicht» nicht erst auf dem Revier rausgeholt, sondern sich damit schon gegen Buch und Regie geschützt.

Bezeichnenderweise kommt Migration, die boulevardmedial mit Jugendgewalt doch eigentlich verklumpt ist, nicht vor. Warum? Weil man Angst hat, sich an dem Thema im Staatsfernsehformat die Finger zu verbrennen. Nicht zu Unrecht – denn mit den limitierten reflexiven Fähigkeiten von einem Drehbuchautor wie Knaup wäre Migration hier nur als das Ressentiment erzählt worden, als das man sie aus den Schmähungen von Thilo Sarrazin und seiner Freunde kennt (und nicht etwa als Teil einer sozialen, gesellschaftlichen Realität, in der man Leute, die nicht aussehen wie man selbst, nicht zwingend rassistisch darstellen müsste). Grösstes Warum nun aber: Wenn man den eigenen Fähigkeiten, eine solche Geschichte zu erzählen, derart misstraut, wieso lässt man es nicht gleich ganz?

Als Erklärung, warum die Wohlstandskinder, die alles haben, gewalttätiger werden als die Wohlstandskinder, die Geigenkästen tragen, taugt dann nur noch künstliche Befruchtung («Die Zeugung, kalt und technisch»). Da bleibt einem die Spucke weg! Vermutlich hätte das alte «Dischkussionskäschperle» (Selbstauskunft) Sibylle Lewitscharoff selbst nicht geglaubt, dass die Dresdner Rede von den «Halbwesen» so schnell vom Fernsehen verfilmt würde. Wenn Vati (Felix von Manteuffel) nach einem Theaterabend erfolgreich Mutti (Kirchhoff) besamt hätte, wäre beider Janine (Nadine Kösters) die blonde Unschuld geworden, die sie für die Kommissare spielt? Und nicht die teuflische Täterin, die den «Sieg» dann mit perversem Sex zu dritt «feiert»?

Man kann verzweifeln über diesen «Tatort». Auch weil man das Gefühl nicht los wird, dass der reaktionäre Unsinn, der da zusammenfantasiert wird, nicht beabsichtigt ist, sondern dem Film eher passiert. Aber vielleicht unterschätzen wir die politischen Ansichten der Verantwortlichen. Immerhin beschreibt der Titel deren künstlerische Fähigkeiten im Verhältnis zum Stoff ziemlich gut: «Ohnmacht».

Ein Hinweis, der einen Beschwerdebrief an die «Tatort»-Macher anführen könnte: «Sie haben Ihre Kompetenzen überschritten».

Ein Sprachgebrauch, den man im Land der Judenvernichtung durchaus überdenken könnte: «Sonderbehandlung für den Knaben».

Ein Satz, der sich vorm Schönschreibwettbewerb gedrückt hat: «Das dürfte Ihnen ja hinlänglich geläufig sein».

Abonniere unseren Newsletter

Themen
44
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bacchus 13.05.2014 01:04
    Highlight Highlight Du liebe Güte, was ist denn das hier für ein Haufen von anspruchslosen Heulsusen! Dell hat Recht, der Tatort war ein Offenbarungseid, ein Worst-Of-Tatort, da stimmte vom Casting (war das jetzt ein böser Schlägerbursche oder doch der Coverboy von der Kinderschokolade?) bis zum Abspann (was genau war jetzt die Message des mordenden Lehrerpapas? Wenn der Staat versagt, greift der Bürger eben selber zur Waffe?) überhaupt gar nix, das Gegurke dazwischen entbehrte jeglicher Logik (zwanzig Zeugen, aber keiner will was gesehen haben?) und entsprach in seiner ideologischen Botschaft einer kruden Mischung aus bürgerlichen Angstphantasien ("so in etwa wird das wohl in der Großstadt ablaufen") und einer unkritischen Affirmation boulevardesker Empörungsrhetorik. Grausamer Film.
  • Urs83 12.05.2014 17:09
    Highlight Highlight Wer kritisieren kann, muss auch loben können. Daher: Herr Dell, mein ehrlicher Respekt vor der Art und Weise, wie sachlich und geschickt Sie auf die teilweise sehr ruppigen Vorwürfe reagieren. Da können sich viele ein Beispiel daran nehmen...!
    • Matthias Dell 12.05.2014 18:28
      Highlight Highlight Danke. Ich fände es ja grundsätzlich schöner, wenn man, statt nur seinen Unwillen zum Ausdruck zu bringen über den Text (was freilich völlig legitim ist), eine gegenteilige Sicht zum "Tatort" argumentieren würde, statt nur zu sagen, fand ich nicht. Aber vielleicht ist diese Vorstellung auch etwas romantisch
    • Urs83 12.05.2014 23:50
      Highlight Highlight Vielleicht, Herr Dell, das wage ich auch mit erst 30 Lenzen auf dem Buckel zu sagen, funktionieren die Menschen hier ganz ähnlich altmodisch wie ich: Ich mag zwar online meine Zustimmung oder Abneigung ausdrücken, diskutieren und argumentieren hingegen mag ich von Angesicht zu Angesicht bei Wein und/oder Bier und guter Musik (die auch als Hintergrundmusik taugt)...
    • Matthias Dell 13.05.2014 12:16
      Highlight Highlight Muss ja auch nicht. Die Idee ist allein: Wenn man den Text als eine Art Gesprächspartner begreift, dessen Meinung man nicht teilen muss, an dem im besten Fall aber seine eigene schärft, dann liegt es nahe, sich über evtl. Differenzen auszutauschen online. Was eben deshalb besser funktionieren könnte als bei anderen Gegenständen, weil den Tatort alle gesehen haben.
  • küde333 12.05.2014 15:57
    Highlight Highlight Mensch Herr Dell, was für Drogen haben denn Sie eingeschmissen, dieses Kritikergeschwurbel macht einem ja ganz Kirre in der Birne....
  • Bart Quadrat 12.05.2014 13:40
    Highlight Highlight Puh, dieser Tatort war wirklich kein Meisterstück.

    Mir stellen sich immer die Nackenhaare auf, wenn Ballauf sich moralisch echauffiert. Der Kommissar muss in seinem Leben sehr viel richtig gemacht haben, um immer so schnell die Moralkeule zur Hand zu haben. Sobald er einen Verdächtigen oder Zeugen für 30 Sekunden kennt, kommt er mit dem Urteil um die Ecke und seine Emotionen sind auf 180 [wirkt meistens auch schauspielerisch recht künstlich]. Von Intelligenzglanzleistungen wie z.B. dem Fingerabdruckklau und instantaner Präsentation dieses Vergehens vor allen sehen wir wohl besser ab. [Was soll so ein Quark?? Soll noch der verkalkteste Zuschauer durch solch ins Abstruseste gehende Fehler des Kommissars in seiner Intelligenz bestärkt werden?]

    Wenn diese Eigenschaften von Ballauf dann durch einen zweiten konträren Kommissartypen balanciert und in ein Spannungsverhältnis gesetzt würden, könnte es ja vielleicht noch funktionieren, aber da steht der bärige Kumpel-Dandy-Dady Schenk, dessen intellektuelle Überlegenheit sich auf das Wissen um das Kürzel "lol" und die Fähigkeit des iPhone-Wischens beschränken muss [Wozu diese kleinen Lektionen in moderner Alltagskultur?]. Origineller Weise muss das Hirnvakuum mal wieder durch eine nerdy-sexy Assistentin notdürftig gestopft werden. [Gefühlt, ist das leider die Standardschablone der Tatortreihe.]

    Von dieser ernüchternden Grundkonstruktion/-probelmatik des Kölner Tatorts abgesehen, geht diese Folge, wie von Herrn Dell schon aufgezeigt, fast immer den billigsten Weg:
    * Sich über Migranten oder ärmere Schichten zu echauffieren ist politisch nicht korrekt und fällt dem Zuschauer schwer, also nehmen wir böse Kinder von Wohlhabenden.
    * Über den Staat haben wir das Vorurteil der Unfähig- bzw. Untätigkeit, also müssen die Strafen der Delinquenten als lasch dargestellt werden. Ja, nun darf sich der dankbare Zuschauer ein bisschen über den Staat aufregen.
    * Aber wir dürfen den Zuschauer nicht zu aufgeregt und mit einem Gerechtigkeitsdefizit ins Bett schicken, sonst überträgt er die moralische Unzufriedenheit noch auf uns, also muss am Ende der Vater noch schnell seine Tochter erschlagen und so das Böse aus der Welt vertreiben? *würg* [Bei der irgendwie sympathischen Rolle von Vater Bertram stimmte so einiges nicht. Ein Lehrer mit Tiefgang und gemütlicher Ausstrahlung, der seine Tochter zum Lügen- und Prügelmonster werden lässt? Ein gebildeter und ruhig/gemütlich erscheinender Mann soll dann plötzlich seine Tochter erschlagen, wenn er ihr vorher jahrzehntelang nicht mal die Lüge versagen konnte?]
    • Kian 12.05.2014 16:32
      Highlight Highlight Herr Dell, sind Sie das?
    • Bart Quadrat 12.05.2014 17:36
      Highlight Highlight "lol", warum? Nein ich bin nicht Herr Dell. Etwas komisch, dass sich so viele mit Herrn Dell anstatt mit dem Tatort beschäftigen. Die Kritik am Kritiker wurde doch zur Genüge wiederholt, oder?
    • Matthias Dell 12.05.2014 18:22
      Highlight Highlight Nein. Kann es nicht noch jemanden außer mir geben, der diesen "Tatort" problematisch fand? Der Post von Bart Quadrat erklärt ja außerdem seine Kritikpunkte - wenn man darauf reagierte statt zu sagen, ich fand's spannend, unterhaltend, ausreichend für Sonntagabendkrimi, wer weiß, vielleicht wird am Ende doch noch eine Auseinandersetzung draus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eselsohr 12.05.2014 13:11
    Highlight Highlight Sehr geehrter Herr Dell
    Trainieren Sie für den Pulitzerpreis? Solch ein Spracherguss möchten lesen Sie wohl voller Stolz am meisten von allen. Sollte es Ihr Ziel sein mir den Tatort und Watson madig machen, haben Sie es nur bei Watson geschafft.
    Ich kann nicht verstehen warum Watson solche hochgestochene Kritiken die nicht viel Leute verstehen, ins Netz stellen!
    • Matthias Dell 12.05.2014 14:54
      Highlight Highlight eselsohr! es ist doch keine böse absicht, und es geht weder um den pulitzer-preis noch darum, sie persönlich zu ärgern. bleiben sie gewogen
  • papierboot 12.05.2014 11:11
    Highlight Highlight Danke für diese phantastische Rezension. Also im Ernst! Der Tatort war eine Katastrophe, ich wäre am liebsten vor Scham über einen solchen Diskursmüll unters Sofa gekrochen.
  • Trafix 12.05.2014 11:06
    Highlight Highlight Herr Dell, bitte das nächste Mal zuerst schauen und dann die Kritik schreiben. Bei Ihrem Geschwurbel können Sie unmöglich den gleichen Tatort gesehen haben. Ich fand den Tatort stellenweise beklemmend aber gut.
  • schaedipaer 12.05.2014 09:01
    Highlight Highlight Ich fand den Tatort in seiner politischen Ausrichtung sehr bedenklich. Scheint ein Trend zu sein, den Kuscheljustiz-Diskurs sehr einseitig und populistisch zu bedienen. Zu viel SVP gestern.
    Erst zusammen mit Jauch (wo die Realitätsnähe des Tatorts interessanterweise arg zerpflückt wurde) wäre so was wie eine Diskussion über das Thema Jugendstrafrecht entstanden. Aber wer tut sich Jauch schon an am Sonntagabend ...
  • Boniek 12.05.2014 08:50
    Highlight Highlight Herr Dell regt sich darüber auf, dass die jugendlichen Schläger keinen Migrationshintergrund haben. Meine Güte.
    • Matthias Dell 12.05.2014 10:11
      Highlight Highlight nein, tut er nicht, bitte um genaue lektüre. ich lediglich zeigen wollen, welche normierungen an so einem film wirken (und welche komischerweise nicht)
  • stefstef 12.05.2014 08:48
    Highlight Highlight Langsam fällt es mir schwer, diese Kritiken ernst zu nehmen. Sonntag für Sonntag dieses Tatort-Bashing, verpackt in 5000 mühseligen Zeichen. Ich meine es ist und bleibt ganz einfach ein Sonntagabend-Krimi. Und der soll in erster Linie eines: unterhalten. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn ich zwischendurch zum Kühlschrank gehen kann und noch eine Kugel Eis holen kann und dann trotz meiner kurzen Abwesenheit die Handlung noch verstehe, dann ist das für mich in Ordnung. Wer will denn schon am Sonntagabend hochkonzentriert vor der Kiste hocken und über die zweite und dritte Interpretationsebene hirnen? Ich jedenfalls nicht. Und wer auf Teufelkommraus abspruchsvolles Programm will, der soll ganz einfach nicht einschalten. Oder wegzappen. Oder rausgehen, spazieren und nachdenken. Darüber könnte man dann zum Beispiel etwas schreiben. Eine Spaziergang-Kritik. Interessanter wärs auf jeden Fall. Aber wahrscheinlich würde auch daraus wieder ein Spaziergang-Bashing. "Mein Spaziergang war heute einfach nur: traurig."
    • Matthias Dell 12.05.2014 10:14
      Highlight Highlight Sie müssen sie ja auch nicht ernstnehmen. Und Sie brauchen sich auch meinen Kopf nicht zu machen. Aber was soll das denn sein "ganz einfach ein Sonntagabendkrimi"?
  • Rene_Artois 12.05.2014 08:28
    Highlight Highlight Na, Meister Dell. So schön ist Ihnen Ihr Thomas-Mann-Syndrom (aus einer Tüte Vakuum einen unlesbaren 1000-Seiten-Roman schwurbeln) schon lange nicht mehr um die intellektuellen Öhrchen geflogen. Ich gebe gern zu: Meine Freude darüber ist überhaupt nicht klammheimlich, und ich sage mit Karl Kraus: "Machen Sie sich nicht so klein: So groß sind Sie doch gar nicht."
    Wie hat es Marcel Reich-Ranicky mal formuliert: "Unverständlichkeit ist noch lange kein Beweis für tiefe Gedanken. "
    Vom gestrigen Tatort, den ich probeweise wieder mal eingeschaltet hatte, fühlte ich mich im übrigen durchaus gut unterhalten.
  • Zeit_Genosse 12.05.2014 07:26
    Highlight Highlight Wenn ihnen, Herr Dell, danach ist, sollten sie sich einer komplexeren Aufgabe widmen als einen Krimi derart zu sezieren wollen und mit dem ganzen Weltübel zu vermengen. Vielleicht finden sie für ihre Lösung noch ein passendes Problem und Publikum.
  • länzu 12.05.2014 07:09
    Highlight Highlight Ja Herr Dell, schauen sie sich die Zustimmung zum Tatort an und dann ist es auch klar, dass Ihr Artikel in den Kübel gehört. Weiss der Teufel, was sie alles in einem Sonntagskrimi haben wollen. Mir reicht es, am Sonntagabend spannend unterhalten zu werden. Und wenn die Figuren noch stimmen, wie im Fall der Ermittler aus Köln, dann bin ich zufrieden. Es gibt andere Gefässe genug, die gesellschaftskritischen Aspekte im Detail zu beleuchten.
    • Matthias Dell 12.05.2014 10:17
      Highlight Highlight Da würde ich Ihnen widersprechen (Spannung, stimmige Figuren): Wieso kann man nicht das Bild einer Gesellschaft diskutieren, dass ein Massenphänomen wie der "Tatort" von ihr zeichnet?
  • basel basel 12.05.2014 05:40
    Highlight Highlight Herr Dell
    haben Sie zusammen mit dem Journalisten von newsnetz den Tatort angeschaut?
    Ihre Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Der Tatort soll kein Dokumentarfilm sein. Es handelt sich um Unterhaltung. Oder haben Sie jemals einen Krimi angeschaut welcher nicht plakativ wirkt? Ich kenne keinen.
  • BigMic 11.05.2014 23:33
    Highlight Highlight War wohl ein übler Tag heute für den Verfasser dieser abstrusen Kritik! Kopf hoch, es kommt wieder besser ...
  • florbas 11.05.2014 23:28
    Highlight Highlight Ich frage mich auch, welches Problem Herr Dell hat. Ist ja nicht der erste abstruse Artikel von ihm. Müssen wir das wirklich lesen?
  • Matthias Haverland 11.05.2014 23:17
    Highlight Highlight Nun gut, dass das Thema Gewalt momentan nicht die Medien beschäftigt ist klar, denn normalerer Weise wird so ein Tatort ein Jahr vorher produziert. Dass es aber allgegenwärtig ist, musste mein Sohn erst vor kurzem erleben. Zugeben war das Ende etwas.... sagen wir merkwürdig, dennoch war es durchaus angebracht, das Wegschauen bei Gewalt zu thematisieren, wie auch die überholte Gesetzgebung des Jugendstrafrechts. Drama und Übertreibung sind nun mal Stilmittel des Films und waren für mich wohl dosiert eingesetzt.
    Aber wie dem auch sei, ein ordentliches Tatort Bashing macht sich wohl gut in einem CV jedes angehenden / wanabes Feuilleton Redakteurs
    • Matthias Dell 12.05.2014 10:20
      Highlight Highlight Ich will nicht sagen, dass Gewalt kein Thema ist. Mir geht es nur um die Art und Weise, wie das hier dargestellt, benutzt wird. Sie nennen das Ende doch selbst merkwürdig: Der Vater bringt seine Schlägerzombietochter um, weil die "Kuscheljustiz", wie hier jemand schrieb, die nicht zur Raison kriegt - ist das plausibel, realistisch oder auch nur wünschenswert? Und ich finde nicht nur diesen Ansatz im Film ziemlich krude.
  • Miro Hintermüller 11.05.2014 23:15
    Highlight Highlight Was fehlt im Artikel, ist die schauspielerische Leistung... und die war grandios!
  • Urs83 11.05.2014 23:14
    Highlight Highlight Muss mich euch anschliessen: Selbst als Germanist und Lehrperson habe ich Mühe, diese wirre Kritik zu verstehen. Manchmal lohnt es sich 1-2 Nächte über Texte zu schlafen...:-)
    • Fcz1000 11.05.2014 23:34
      Highlight Highlight hihi
    • patrick.siegenthaler 12.05.2014 12:07
      Highlight Highlight Guter Tipp. Den sollte sich der Herr Dell für ein nächstes Mal - ich hoffe ja nicht - vornehmen.

      @Watson: Lasst lieber den Eismeister Zaugg über den Tatort berichten :}.
  • Usualsuspect82 11.05.2014 23:12
    Highlight Highlight Schon wieder so eine schräge Kritik von Herr Dell. Irgendwie erinnern mich die Texte von ihnen an die ehemaligen Bundesratsreden von Herr Leuenberger vor der Tagesschau!

    Für mich zu verwirrend geschrieben! #kritikvonderkritik
  • Christian Hauser 11.05.2014 23:05
    Highlight Highlight Diese Kritik ist echt zu doof.
  • Rumpelstilz 11.05.2014 23:03
    Highlight Highlight Seufz. Zum Glück gibt so scharfsinnige und ach so kritische Beobachter, die tapfer dem Mainstream trotzen! Danke Herr Dell, danke!
  • Bestrafer 11.05.2014 23:02
    Highlight Highlight Das ist die wahrscheinlich schlechteste Filmkritik die ich je gelesen habe. Mir hat dieser Tatort ganz gut gefallen. Dass der Film betont dass auch Jugendliche aus guten Verhältnissen zu solchen Gewaltexzessen fähig sind, hat einen interessanten Aspekt hinzugefügt. Wären es asoziale Jugendliche mit Migrationshintergrund gewesen, dann wären nur die üblichen Klischees bedient worden - und Filme darüber gab es schon genug. Deswegen den Filmemachern mangelnde Fähigkeiten und dem Staatsfernsehen politische Hintergedanken zu unterstellen, finde ich ziemlich konstruiert. Und womit der Autor den Bogen endgültig überspannt, ist die Bezeichnung für Deutschland, die ich hier nicht wiederholen möchte!
  • pere4410 11.05.2014 22:58
    Highlight Highlight Lieber Herr Dell
    Sie schreiben es selber: der Tatort "Ohnmacht" ist eine Wichsvorlage. Jedenfalls für Sie, denn das was Sie hier schreiben ist, im Gegensatz zum Tatort aus Köln, aller unterste Schublade. Ich weiss nicht, was für ein Problem Sie haben, aber dass Sie eines haben, das haben Sie uns mit Ihrem Kommentar deutlich gezeigt. Ich fände es schön, wenn Sie in Zukunft auf Ihren abstrusen Ansichten für sich behalten würden.
  • Pano 11.05.2014 22:54
    Highlight Highlight Herr Dell, Ihr Erguss ist genau so, wie es die meisten «Tatort» leider sind: Langweilig und pseudo-intellektuell.
    Mir hat die heutige Folge gefallen, sie war unterhaltend.
  • Chrissie 11.05.2014 22:49
    Highlight Highlight irgendwie sind sie auch in ohnmacht, herr dell. wie sonst kann man denn so was schreiben...
    dieser tatort war wie im richtigen leben. kuscheljustiz pur und die opfer bleiben links liegen oder unter nem zug...
  • Gutelaunetyp 11.05.2014 22:44
    Highlight Highlight Sehr geehrter Herr Dell
    Ich verstehe nicht ganz was Sie uns mit dieser wirren Kritik genau mitteilen wollen. Denn meiner Ansicht nach, war dass einer der besten Tatort der jūngeren Geschichte des Tatorts. Und mit verlaub ist das Thema Jugengewalt aktueller denn je (ich weiss wovon ich spreche ich bin 17 Jahre alt.) Zudem glaube ich, dass wir grōssere Probleme als fiktive Zeitungen in einem Tatort haben.
  • Sylvie Fink 11.05.2014 22:30
    Highlight Highlight Fühl mich beim Lesen dieses Artikels gerade etwas hilflos oder soll ich sagen: ohnmächtig. Was bitte will uns der Autor sagen?
  • Sark 11.05.2014 22:09
    Highlight Highlight Tatort-bashing scheint noch immer in Mode zu sein. Ich fand den Tatort von heute spannend. Gute Sonntag-Abend-Unterhaltung.
  • Tsetse 11.05.2014 21:48
    Highlight Highlight Herr Dell, ich glaube ich bin zu blöde ihre Kritik zu verstehen. Sehr, sehr kompliziert zu verstehen. Denken Sie an uns Normalos.
    Ich fand den Tatort einer der Besten der letzten Jahre.

«Tatort» Stuttgart

Aber in Hamburg 'ne teure Ex-Frau

Erstaunlicher Abschied in die Sommerpause: Die Stuttgarter Folge «Freigang» findet zwar nicht immer die Ideallinie, überrascht aber mit ungewöhnlicher Grundoriginalität.

«8 Wochen später», informiert ein Insert ziemlich zu Beginn des Stuttgarter «Tatort: Freigang». Das Insert ist nicht elegant: Die Anzeige ist die einfachste – böse gesagt: plumpeste – Form zu erzählen, dass Zeit vergangen ist. Das Insert ist aber dennoch erstaunlich: Dass in einem «Tatort» Zeit vergehen kann, kommt eher selten vor. Gewöhnlicherweise rungst der Standard-Sonntagabendkrimi seine Ermittlung so zack-zack durch.

Auf die durchgerungste Standard-Ermittlung versteht sich kaum …

Artikel lesen
Link zum Artikel