FPV-Drohnen an Olympia sind Premiere – so sieht das aus
Bei den olympischen Winterspielen 2026 in Milano Cortina kommen bei der Live-Übertragung neben den regulären Drohnen dieses Mal erstmals auch sogenannte FPV-Drohnen zum Einsatz. Sie sorgen für spektakuläre Aufnahmen, aber auch für Lärm und Beinahe-Zusammenstösse. Wie das aussieht (und wie es klingt), erfährst du im Video:
FPV ist die Abkürzung für den englischen Begriff «First Person View», was übersetzt so viel wie «eigene Perspektive» heisst. Der Pilot steuert die Drohne dabei mit einer Brille und sieht alles wie durch seine eigenen Augen – ein bisschen, als würde er selbst in der Drohne sitzen.
Es gibt mittlerweile sogar Drohnen, die mit Formel-1-Autos mithalten können:
Tatsächlich sind die Drohnen aber meist sehr klein und wendig. Durch ihre hohe Manövrierfähigkeit und Geschwindigkeit eignen sich FPV-Drohnen zur Übertragung von Sportereignissen wie den olympischen Winterspielen. Sie können mit den bis zu 130 Kilometer pro Stunde schnellen Athletinnen und Athleten mithalten und dabei extrem dynamische Aufnahmen hervorbringen.
Bei Skirennen und anderen Wintersportveranstaltungen werden FPV-Drohnen schon länger eingesetzt. Für Olympia ist es nun aber eine Premiere. Neben zehn regulären Drohnen sollen nun laut Washington Post über zwei Dutzend FPV-Drohnen im Einsatz stehen.
Auch Schweizer Freestyle-Skifahrer Andri Ragettli hat schon mit FPV-Drohnen experimentiert:
Der Einsatz dieser neuen Art von Drohnen hat schon in mehrerer Hinsicht für Diskussionen gesorgt. Einerseits sorgen sie für eine neue Art der Immersion und eröffnen neue Möglichkeiten des visuellen Storytellings, so die Washington Post. Andererseits könnten sie die Athletinnen und Athleten, die an den Wettkämpfen jedes letzte Quäntchen Leistung aus sich herausholen müssen, jedoch ablenken. Sie verursachen nämlich ziemlich viel Lärm.
That constant drone noise at the Olympics is the new vuvuzela. pic.twitter.com/zT8rl5wMO3
— Lauri Hänninen (@Lahannin) February 8, 2026
Die Washington Post zitiert in einem Artikel zum Thema verschiedene Olympia-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer. Die meisten sind sich einig: Von den Drohnen lassen sie sich nicht ablenken – sie bemerken sie kaum, sei es, weil sie Musik hören oder in einen mentalen Zustand der vollen Konzentration gehen, eine Art Tunnelblick kriegen.
Die Gefahr des Zusammenstossens
Eine Sorge ist, dass es bei den hohen Geschwindigkeiten zu einem gefährlichen Zusammenstoss zwischen den Drohnen und den Sportlerinnen und Sportlern kommen könnte.
Das ist auch nicht ganz aus der Luft gegriffen. Im Jahr 2015 entging der österreichische Skiprofi Marcel Hirscher nur knapp einer Verletzung, als während eines Weltcup-Slaloms im italienischen Madonna di Campiglio eine Kamera-Drohne abstürzte und nur wenige Meter hinter ihm in den Schnee krachte, während er die Piste hinunterraste.
Danach waren Drohnen vom Internationalen Ski- und Snowboardverband für mehrere Jahre verboten. Damit sich solche Szenen nicht wiederholen, gibt es heute viele Sicherheitsmassnahmen.
Jede Drohne wird von einem dreiköpfigen Team bedient – einem Piloten, einem Regisseur und einem Techniker –, das über einen speziellen Kanal in ständiger Kommunikation steht, um Flugwege, Zeitplanung und technische Anpassungen zu koordinieren.
Verantwortlich dafür sind die «Olympic Broadcasting Services» (OBS), die hauseigene Produktionsabteilung des Internationalen Olympischen Komitees. Vor den dynamischen Aufnahmen habe die Sicherheit Priorität, heisst es vom OBS. (lzo)
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