US-Kriegsminister Hegseth zitiert während Gottesdienst aus «Pulp Fiction»
Bei einem monatlich stattfindenden Gottesdienst im Pentagon hat US-Kriegsminister Pete Hegseth im April einen fiktiven Bibelvers zitiert.
Hegseth sprach ein Gebet, welches er als «CSAR 25:17» vorstellte. Dieses würde, so der Kriegsminister, jeweils vor den Einsäzen der gleichnamigen Einheit («Combat Search and Rescue») der US-Luftwaffe gesprochen – und sei vermutlich abgeleitet vom Bibelvers Hesekiel 25:17.
Tatsächlich handelt es sich bei dem Vers aber um eine fiktionalisierte Bibelstelle aus dem Kult-Film «Pulp Fiction» von Quentin Tarantino. Im Film wird sie vom Schauspieler Samuel L. Jackson rezitiert, kurz bevor er einen Mann erschiesst.
Laut Pentagon-Chefsprecher Sean Parnell wusste Hegset von diesem Umstand. Mediendarstellungen, wonach der Kriegsminister nicht gewusst habe, dass es sich um einen fiktiven Vers handelt, seien «Fake News». Klar ist aber Hegseths Wortlaut während des Gottesdienstes: Er forderte die Anwesenden auf, mit ihm zu beten, bevor er das (abgewandelte) Filmzitat rezitierte.
Im Video könnt ihr euch den entsprechenden Ausschnitt des Pentagon-Gottesdienstes und die Szene aus «Pulp Fiction» anschauen:
«Pulp Fiction» hat die fiktionalisierte Bibelstelle zwar berühmt gemacht, aber eigentlich stammt sie aus dem japanischen Martial-Arts-Film «Bodyguard Kiba» von 1973. Auch dort wird sie schon fälschlicherweise dem Propheten Hesekiel zugeschrieben. Tatsächlich liest sich der Vers Hesekiel 25:17 wie folgt:
Mittlerweile hat sich auch Roger Avary zum Vorfall geäussert. Als Co-Drehbuchautor hat er zusammen mit Tarantino einen Oscar für «Pulp Fiction» erhalten. Auf der Plattform X schreibt er, er habe absolut nichts dagegen, dass der Kriegsminister den Film zitiere, wenn dies Kugeln davon abhalte, US-Soldaten zu treffen.
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