Wirtschaft
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Versorgungsengpässe

Stell dir vor der Bundesrat besetzt eine Supermarkt-Kette – in Venezuela passiert so etwas gerade



Angesichts von massiven Versorgungsengpässen nimmt Venezuelas Regierung verstärkt private Einzelhandelsketten ins Visier. Der linkspopulistische Staatschef Nicolás Maduro ordnete die Besetzung von Geschäften der Supermarktkette «Día a Día» an. Mehrere Manager der Firma sollen zudem festgenommen werden. Er warf ihnen vor, Lebensmittel zu horten und so die Preise in die Höhe zu treiben.

Maduro sieht einen «Wirtschaftskrieg» und Putschversuche im Gange, an denen aus seiner Sicht auch die USA beteiligt sein sollen. Washington hatte diese Woche Einreisebeschränkungen für venezolanische Regierungsvertreter ausgeweitet.

Parlamentspräsident Diosdado Cabello betonte am Dienstag, dass die Massnahmen gegen die Supermarktkette temporär seien. Als Grund für das Vorgehen nannte er Unregelmässigkeiten bei der Verteilung von Lebensmitteln.

Über 60 Prozent Inflation

Schon am Wochenende waren Manager der Drogeriekette «Farmatodo» wegen «Konspiration gegen das Volk» festgenommen worden. Viele Venezolaner müssen seit Monaten oft für bestimmte Nahrungsmittel und Hygieneprodukte in langen Schlangen vor Supermärkten anstehen. Viele Waren müssen importiert werden, doch fehlt es an Devisen. 

Das Land leidet unter dem Verfall der Ölpreise und den daraus folgenden Einnahmeverlusten. Das Ölgeschäft steht für rund 90 Prozent der Deviseneinnahmen. Zudem kämpft Venezuela mit einer enormen Teuerungsrate: 2014 lag die Inflation bei über 60 Prozent. 

Die Opposition gibt der Regierung die Schuld an der Misere. Maduro beschuldigte die Opposition, gegen die Regierung zu konspirieren und das Land destabilisieren zu wollen. Er sieht auch eine Gruppe von Exil-Venezolanern in Miami hinter den jüngsten Schritten der US-Regierung. (whr/sda/dpa) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 03.02.2015 18:15
    Highlight Highlight Hugo Chavez probte die Umverteilung. Er vergass dabei aber, dass Umverteilung nicht von selbst produktiv ist. Er vertrieb die produktive Mittelklasse, weil er durch die Preispolitik den Unternehmen ihre wirtschaftliche Grundlage nahm. Ganze Fabriken wurden ins Ausland verkauft, da war dann nicht nur der Kapitalist, da war dann auch die Arbeit weg. Chavez finanzierte sich aus den Erdöleinnahmen. Es ist zu befürchten, dass er auch hier die Förderanlagen verkommen lässt.
    Der Chavismus hat am Ende nicht nur "den Reichen" geschadet wie er das wollte, sondern auch den Armen.

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