Wirtschaft
Banken

ZKB deckelt Boni für 2023 und erhöht Anteil des Fixlohns ab 2024

Geld Banker
Bild: Shutterstock

ZKB deckelt Boni für 2023 und erhöht Anteil des Fixlohns ab 2024

27.10.2023, 15:4527.10.2023, 15:45

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat die Bonuszahlungen für das laufende Jahr auf dem Niveau von 2022 eingefroren. Mitarbeitende erhalten ab 2024 mehr Fixgehalt statt Bonus. Hohe Kader sollen zudem stärker an ihren längerfristigen Ergebnissen gemessen werden.

Die ZKB steuert auf einen Rekordgewinn zu. Damit die Boni nicht auch explodieren, werden sie auf dem Niveau von 2022 gedeckelt. «Damit wird die variable Vergütung vom Gewinnsprung entkoppelt», teilte die Bank am Freitag mit. Allein im ersten Halbjahr 2023 stieg der Gewinn der Bank vor allem wegen der Zinswende um ein Viertel.

Zur Einordnung: 2022 betrug der Personalaufwand bei der ZKB rund 1.1 Milliarden Franken. Davon entfiel etwa die Hälfte auf die fixe Vergütung. Der Anteil der variablen Vergütung lag bei knapp einem Drittel, konkret waren es rund 350 Millionen Franken.

Anteil Fixvergütung steigt

Mit den neuen Jahr 2024 stellt die Bank das Vergütungsmodell auch neu auf. Mitarbeitende erhalten dann mehr Fixlohn anstelle von Boni. Dadurch werde die fixe Vergütung auf ein marktgerechteres Niveau angepasst, heisst es.

In der Umsetzung sieht das so aus: Den Mitarbeitenden wird ein Teil der variablen Vergütung abgezogen und dem Fixlohn gutgeschrieben, in einem Beispiel etwa 1000 Franken. Jedoch landet nicht der ganze bisherige Bonus in der Lohntüte, sondern die Bank zieht noch eine sogenannte «Sicherheitsprämie» in Höhe von 6 Prozent ab, womit in dem Beispiel 940 Franken übrig blieben. Die Höhe des Abzugs ist von der Bank in Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung festgelegt worden.

Durch das höhere Fixgehalt erhielten die Mitarbeitenden mehr Planbarkeit und Sicherheit, begründete ein Mediensprecher die Entscheidung für den Abzug. Anderseits werde die Bank damit für die geringere Flexibilität entschädigt, wenn die Zeiten wieder schwieriger werden sollten.

Reaktion auch auf politische Diskussion

Bei der Überarbeitung des Vergütungsmodells hätten auch Diskussionen im Kantonsrat Zürich eine Rolle gespielt, ordnete der Sprecher die Entscheidungsfindung ein. Als Reaktion hatte Bankratspräsident Jörg Müller-Ganz in einem Interview eine umfassende Überprüfung des bestehenden Vergütungsmodells in Aussicht gestellt, was nun zu der Anpassung des Vergütungsmodells führte.

Durch die guten Geschäftsergebnisse der ZKB in den vergangen Jahren habe der Stellenwert der variablen Vergütung stetig zugenommen, sagte der Sprecher weiter. Der Bankrat sei nun zu dem Entschluss gekommen, den fixen Lohnanteil wieder stärker zu gewichten.

Gesperrter variabler Anteil für Kader verdoppelt

Gleichzeitig will die ZKB das Vergütungsmodell für hohe Kader stärker auf die langfristigen wirtschaftlichen Interessen auszurichten. Für Mitglieder der Geschäftsleitung und «Schlüsselpersonen» wurde dazu der sogenannte gesperrte variable Anteil verdoppelt.

Diese langfristige Lohnkomponente ist für drei Jahre gesperrt und wird nur unter gewissen Bedingungen ausgezahlt. Der gesperrte Anteil steigt ab 2024 für Mitglieder der Generaldirektion auf 50 Prozent und für Schlüsselpersonen auf 30 Prozent.

Gewinne bei Banken sprudeln kräftig

Wegen der wieder gestiegenen Zinsen sprudeln auch bei anderen Kantonalbanken in diesem Jahr die Gewinne. Viele Institute erwarten Rekordergebnisse oder zumindest Werte nahe daran. Die Entscheidung der ZKB die Boni 2023 zu deckeln und dem Fixgehalt mehr Gewicht einzuräumen, könnte daher auch eine Signalwirkung auf andere Kantonalbanken haben.

(yam/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ein neues AKW? «Nicht realistisch»
Die neue BKW-Produktionschefin Margarita Aleksieva warnt vor zu grossen Hoffnungen in neue Kernkraftwerke. Sie setzt auf bestehende AKW, Wind- und Wasserkraft – und fordert deutlich schnellere Bewilligungsverfahren.
In die Schweiz kam Margarita Aleksieva wegen eines Jobs beim damaligen Energieversorger Atel, der heute zum Alpiq-Konzern gehört. Zwei Jahre wollte die gebürtige Bulgarin bleiben. Daraus sind inzwischen 20 geworden. Aleksieva hat den Schweizer Pass, stimmt ab und engagiert sich in Vereinen an ihrem Wohnort in der Nähe von Baden AG. Und sie hat hier Karriere gemacht: Seit sechs Monaten sitzt sie in der Konzernleitung der BKW und ist dort für die Energieproduktion verantwortlich. Eine besondere Leidenschaft hat sie für die Windenergie. Schon in ihren ersten Jahren bei Atel schlug sie der Geschäftsleitung ein Windprojekt vor – und blitzte ab. Die Windkraft galt damals als zu exotisch, heute ist sie weltweit etabliert, aber in der Schweiz äusserst unbeliebt.
Zur Story