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«Das ist der perfekte Deal»: Basler Chemie-Riese Clariant fusioniert mit US-Firma Huntsman



ARCHIVBILD ZUR GEWINNZUWACHS BEI CLARIANT IM JAHR 2016, AM DONNERSTAG, 16. FEBRUAR 2017 - Das Corporate Center von Clariant in Pratteln am Freitag, 2. August 2013. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

In der Chemiebranche kommt es zu einem weiteren Zusammenschluss: Der Basler Spezialchemiehersteller Clariant fusioniert mit dem US-Konzern Huntsman. Damit soll ein weltweit führender Spezialchemiekonzern mit einem Umsatz von rund 13,2 Milliarden Dollar entstehen.

Die neue Firma soll HuntsmanClariant heissen und ihren globalen Firmensitz in Pratteln BL haben. Die operativen Geschäfte sollen von The Woodlands im US-Bundesstaat Texas aus geführt werden. An der neuen Gesellschaft sollen die Clariant-Aktionäre 52 Prozent halten, die Huntsman-Eigner den Rest.

Eine Fusions-Vereinbarung sei von den Verwaltungsräten der beiden Firmen unterzeichnet worden, teilten die beiden Unternehmen am Montag gemeinsam mit. Die Familienaktionäre von Clariant und Huntsman unterstützten die Fusion.

«Dies ist der perfekte Deal zur richtigen Zeit», sagte Clariant-Chef Hariolf Kottmann an einer Telefonkonferenz. Er soll Verwaltungsratspräsident des neuen Unternehmens werden. Bei dem Zusammenschluss handle es sich nicht nur um eine Fusion unter Gleichen, sondern auch um eine Fusion der Chancen, sagte Huntsman-Präsident und -Chef Peter Huntsman, der als Konzernchef amten wird.

«Gegenseitiges Vertrauen»

Kottmann und Huntsman betonten beide, dass der Zusammenschluss auf einem Fundament gegenseitigen Vertrauens und Kompatibilität stehe. Er habe Huntsman etwa 2009 das erste Mal getroffen, sagte Kottmann. Seither hätten sie in vielen Treffen und Gesprächen eine offene und vertrauensvolle Freundschaft aufgebaut.

Eine Fusion sei anspruchsvoller als eine Übernahme, sagte Huntsman. Bei einer Fusion müssten Persönlichkeiten und Kulturen vermengt werden. «Wenn es richtig gemacht wird, schafft das mehr Wert.»

Das neu entstehende Unternehmen soll auf einen bereinigten Betriebsgewinn (EBITDA) von 2,3 Milliarden Dollar kommen und einen Unternehmenswert von 20 Milliarden Dollar aufweisen.

Einsparungen bei Kosten und Einkauf

Die beiden Unternehmen versprechen sich vom Zusammenschluss Synergien von jährlich über 400 Millionen Dollar, mehr Wachstum in den Schlüsselmärkten USA und China sowie mehr Innovation. Die Synergien sollen innerhalb von zwei Jahren nach der Fusion durch tiefere Betriebskosten und optimierten Einkauf erreicht werden. Zuerst fallen jedoch einmalige Kosten von rund 500 Millionen Dollar an.

Die Unternehmen zeigten sich zuversichtlich, die Fusion bis Ende Jahr in trockene Tücher zu bringen. Clariant stand unter dem Druck von Investoren, einen Partner zu finden, um Kosten zu senken und das Wachstum anzukurbeln. Firmenlenker Kottmann baut seinen Konzern seit Jahren um. So trennte er sich 2012 von den Sparten für Textil- und Papierchemie.

Weil sich das Wachstum in der Chemiebranche insgesamt abschwächt, setzen viele europäische Unternehmen auf Übernahmen. Seit Mitte 2015 gab es etwa Milliardenzukäufe von BASF, Solvay, Evonik und Lanxess. In den USA wagen Dow und DuPont eine Fusion im Volumen von 130 Milliarden Dollar. Nach dem Zusammenschluss soll das neue Unternehmen in drei Bereiche aufgespalten werden. (sda)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • goschi 22.05.2017 10:07
    Highlight Highlight Und der neue Name: Cuntsman
    😉
    • Bad Carlitos 22.05.2017 11:48
      Highlight Highlight 😂😂👍
  • Caturix 22.05.2017 08:44
    Highlight Highlight Wie blöd kann man sein. Es wird alles einmal den Bach runtergehen mit diesen Fusionen und Verkäufen.
    • Hansdamp_f 22.05.2017 10:01
      Highlight Highlight Diese Fusionen und Übernahmen schaffen selten Wert, sondern sind Aktivismus und Grössenwahn der Verwaltungsräte. Man sitzt auf grossen Cash-Reserven aber wächst organisch kaum mehr. Dann halt irgendwas "Grosses".

      Der Novartiskauf von Alcon und die Fusion von Holcim und Lafarge sind schöne Beispiele der letzten Jahre.
  • RacKu 22.05.2017 08:35
    Highlight Highlight Huntsman garantiert den Erhalt der Stellen für Zeit X. Danach die Holzfällernethode!
  • Chääschueche 22.05.2017 07:21
    Highlight Highlight Und wer hat das sagen? Hoffe nicht die US Manager denn sonst gibts bald wieder einen happigen Stellenabbau in der Schweiz.
    • Chääschueche 22.05.2017 11:09
      Highlight Highlight Mich interessieren vorrangig die Arbeitnehmer in der Schweiz.
      Was passiert wenn die Amis zu sagen haben, sah man vor nicht all zu langer Zeit im Kanton Aargau bei Alstom.

      Ich hoffe du verstehst nun meine aussage.

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