Audi überrascht mit hohem Gewinn
Audi hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn gesteigert und sich damit gegen den Branchentrend gestellt. Nach Steuern verdiente der Ingolstädter Autobauer 4,6 Milliarden Euro – ein Plus von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilte.
Ein wesentlicher Grund für den Anstieg ist jedoch nicht die Verbesserung des Kerngeschäfts. Vielmehr profitierte Audi von einer Ausgleichszahlung aus dem Volkswagen-Konzern, die Audi-Finanzchef Jürgen Rittersberger auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag beziffert. Das Finanzergebnis verdoppelte sich dadurch auf 2,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank hingegen um knapp 14 Prozent.
Rittersberger erklärte, Audi habe «ein anspruchsvolles Jahr finanziell robust abgeschlossen». Belastet wurde das Geschäft unter anderem durch neue US-Zölle, die das Unternehmen rund 1,2 Milliarden Euro kosteten. Hinzu kamen Rückstellungen für CO₂-Vorgaben sowie Kosten für den angekündigten Stellenabbau. Auch der zunehmende Wettbewerbsdruck in China wirkt sich negativ aus. Dort herrscht laut Rittersberger ein intensiver Preiskampf bei Elektro- und Hybridautos.
Audi verkauft weniger Autos, aber mehr E-Autos
In den vergangenen zwölf Monaten sanken die weltweiten Auslieferungen der VW-Marke Audi um 2,9 Prozent auf 1,62 Millionen Autos. Zuletzt zogen die Zahlen allerdings an und lagen seit September jeden Monat über dem Vorjahreswert.
«Unsere Produktoffensive kommt auf die Strasse, was sich auch sukzessive in den Auslieferungen widerspiegelt», sagte Vertriebsvorstand Marco Schubert bereits im Januar. Insbesondere bei den Elektroautos gehe es nach oben. Dort ergab sich im Gesamtjahr weltweit ein Plus von 36 Prozent auf mehr als 223'000 reine Stromer. Weltwelt legten Audis Stromer deutlich stärker als der gesamte E-Auto-Markt zu.
Trumps Zölle treffen Audi hart
Beim Abbau von Stellen kommt Audi nach eigenen Angaben voran. Von den geplanten 6000 Jobs bis 2027 seien bereits rund 3900 gestrichen oder vertraglich geregelt. Insgesamt sollen bis 2029 etwa 7500 Arbeitsplätze wegfallen.
Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen weiterhin hohen Druck auf Margen und Effizienz. Dennoch soll die operative Marge auf sechs bis acht Prozent steigen, nach 5,1 Prozent im vergangenen Jahr. Die Umsätze sollen mit 63 Milliarden bis 68 Milliarden Euro auf ähnlichem Niveau wie 2025 bleiben. Vergangenes Jahr waren sie um 1 Milliarde auf 65,5 Milliarden Euro gestiegen. Das China-Geschäft, wo die Absätze sanken, wird wegen Joint-Ventures bei Audi allerdings nicht im Umsatz abgebildet.
Gleichzeitig rechnet Audi erneut mit erheblichen Belastungen durch US-Zölle. Im abgelaufenen Geschäftsjahr brach Audis Absatz in den USA um 12,2 Prozent ein.
Lücke zu BMW und Mercedes verkleinert
Mit dem Gewinnanstieg nähert sich Audi im innerdeutschen Wettbewerb seinen beiden grossen Konkurrenten wieder an, da BMW im vergangenen Jahr einen leichten Gewinnrückgang auf 7,5 Milliarden Euro hinnehmen musste, Mercedes sogar einen Absturz auf 5,3 Milliarden Euro.
Die Entscheidung über ein mögliches Werk in den USA verzögert sich weiter. Ursprünglich hätte sie bereits getroffen sein sollen, sagte Konzernchef Gernot Döllner. Die Entscheidung werde in diesem Jahr im VW-Konzernvorstand getroffen. Anders als etwa Konkurrent BMW hat Audi bisher kein eigenes US-Werk und ist daher besonders stark von den dortigen Zöllen betroffen.
2025 hatte Audi 1,62 Millionen Autos der Kernmarke ausgeliefert. Dazu kamen 10'747 Lamborghini und 10'131 Bentleys, die beide zum Audi-Konzern gehören.
Verwendete Quelle:
- Nachrichtenagentur dpa

