Wirtschaft
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In this image provided by Apple, from left to right, music entrepreneur and Beats co-founder Jimmy Iovine, Apple CEO Tim Cook, Beats co-founder Dr. Dre, and Apple senior vice president Eddy Cue pose together at Apple headquarters in Cupertino, Calif., Wednesday, May 28, 2014. Apple is striking a new chord with a $3 billion acquisition of Beats Electronics, a headphone and music streaming specialist that also brings the swagger of rapper Dr. Dre and recording impresario Jimmy Iovine. The announcement on Wednesday comes nearly three weeks after deal negotiations were leaked to the media. (AP Photo/Apple, Paul Sakuma)

Tim Cook und Dr. Dre (Bildmitte) posieren nach der Übernahme von Beats durch Apple im Hauptquartier des iPhone-Konzerns. Während die Chefs lachen, zittern die Beats-Mitarbeiter um ihre Jobs. Bild: AP/Apple

Mega-Deals und Mega-Entlassungen

Google, Microsoft, Apple und Co. kaufen für 50 Milliarden Firmen auf – und entlassen tausende Mitarbeiter



In der Wirtschaft gilt: Wer einen Trend verschläft und das nötige Kleingeld besitzt, macht seinen Nachteil durch den Zukauf anderer Unternehmungen wett. Besonders gut lässt sich dies anhand der schnelllebigen Tech-Branche beobachten: Google und Microsoft haben lang gezögert, bis sie über die Zukäufe von Motorola und Nokia selbst in der Lage waren, Smartphones zu entwickeln. Facebook wurde durch den Erfolg von WhatsApp und Instagram wachgerüttelt, die immer mehr junge Nutzer an sich ziehen. Apple hat sich so lange an das Download-Modell von iTunes geklammert, bis boomende Streaming-Anbieter wie Spotify und sinkende Download-Zahlen eine Reaktion erforderten. 

Mit 50 Milliarden Franken auf Einkaufstour

Apple schnappte sich daher jüngst den Musikstreaming- und Köpfhörer-Anbieter Beats für 2,7 Milliarden Franken

Facebook legte fast eine Milliarde Franken für die Foto-Sharing-App Instagram, 1,8 Milliarden für die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift und satte 17 Milliarden für den Smartphone-Messenger WhatsApp auf den Tisch. 

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Der WhatsApp-Kauf ist die teuerste Tech-Übernahme der jüngsten Zeit.

Microsoft bezahlte rund 7,7 Milliarden für Skype und 6,5 Milliarden für die Handy-Sparte von Nokia. Google schliesslich übernahm für 10 Milliarden Franken den Handy-Pionier Motorola Mobility und für 2,9 Milliarden den Thermostat- und Rauchmelderhersteller Nest Labs. 

Dies sind nur die prominentesten Zukäufe der grossen Vier, die fast im Wochentakt und meist von der Öffentlichkeit unbemerkt kleinere Übernahmen tätigen. 

Die grössten Tech-Zukäufe (in Milliarden US-Dollar)

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Eine Auswahl der teuersten Zukäufe von Tech-Unternehmen der letzten Jahre. Smartphone-Nutzer klicken hier, um die Grafik zu vergrössern. grafik: statista

Millionen für Tech-Gründer und erfolglose Manager

Eine weitere Konstante in der Wirtschaft: Firmengründer, CEOs, Manager, Berater und Banken sahnen bei den Übernahmen ab, die Zeche bezahlen die Mitarbeiter der aufgekauften Firmen, die keine Aktien besitzen. Ein paar Beispiele gefällig? 

WhatsApp-Chef Jan Koum ist nach dem Verkauf seiner Chat-App an Mark Zuckerbergs Facebook rund 6 Milliarden Franken schwer. 

BARCELONA, SPAIN - FEBRUARY 24:  Whatsapp CEO Jan Koum arrives for a Keynote conference as part of the first day of the Mobile World Congress 2014 at the Fira Gran Via complex on February 24, 2014 in Barcelona, Spain. The annual Mobile World Congress hosts some of the world's largest communication companies, with many unveiling their latest phones and gadgets. The show runs from February 24 - February 27.  (Photo by David Ramos/Getty Images)

WhatsApp-Chef Jan Koum. Bild: Getty Images Europe

Instagram-Gründer Kevin Systrom war nach dem Verkauf seiner Foto-App an Facebook über Nacht 360 Millionen Franken reicher. 

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Instagram-Gründer Kevin Systrom.  bild: entrepreneurwiki

Der iPod-Erfinder und Nest-Labs-Gründer Tony Fadell hat nach dem Verkauf seiner Rauchmelder-Firma an Google über 700 Millionen Franken auf dem Konto. 

epa04032725 US American computer engineer and founder of the company 'Nest Labs' Tony Fadell speaks during the Digital Life Design conference in Munich, Germany, 20 January 2014.  EPA/MARC MUELLER

iPod-Erfinder und Nest-Labs-Gründer Tony Fadell. Bild: EPA

Der Verkauf der schlingernden Handy-Sparte an Microsoft hat dem glücklosen Ex-Nokia-Chef Stephen Elop fast 30 Millionen Franken eingebracht. 

FILE - In this July 11, 2013 file photo, then Nokia CEO Stephen Elop shows the company's Nokia Lumia 1020, in New York. Elop, now Microsoft Executive Vice President, sent employees of the company's devices business a memo detailing its job cut plans. Microsoft on Thursday, July 17, 2014 said it would cut up to 18,000 jobs over the next year, with about 12,500 related to Microsoft's acquisition of Nokia's phone business in April. (AP Photo/Richard Drew, File)

Ex-Nokia-Chef Stephen Elop. Bild: Richard Drew/AP/KEYSTONE

Noch besser lief es für den ebenfalls erfolglosen Motorola-Chef Sanjay Jha. Er strich nach der Übernahme durch Google über 12 Millionen Franken ein und erhielt ein Aktienpaket im Wert von knapp 50 Millionen Franken.

LAS VEGAS, NV - JANUARY 05:  Chairman and CEO of Motorola Mobility Sanjay Jha speaks during a press event at the 2011 International Consumer Electronics Show at the Venetian January 5, 2011 in Las Vegas, Nevada. CES, the world's largest annual consumer technology tradeshow, runs from January 6-9 and is expected to feature 2,700 exhibitors showing off their latest products and services to about 126,000 attendees.  (Photo by Ethan Miller/Getty Images)

Ex-Motorola-Chef Sanjay Jha. Bild: Getty Images North America

Microsoft, Google und Apple vernichten 25'000 Jobs

Die grossen Tech-Konzerne haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten Zehntausende Jobs geschaffen. Nach Firmenkäufen fallen wegen Doppelspurigkeiten aber auch regelmässig Stellen weg: Nach der Motorola-Übernahme kündigte Google an, 20 Prozent der Motorola-Mitarbeiter zu entlassen. Schliesslich wurden mindestens 6200 Angestellte vor die Tür gestellt, bevor die Tochterfirma Anfang 2014 an den chinesischen Tech-Giganten Lenovo weiterverkauft worden ist. 

Microsoft kündigte unlängst die grösste Entlassungswelle seiner Firmengeschichte an. Als Erste gehen müssen 12'500 Mitarbeiter, die Microsoft übernommen hatte, als es Nokias Handysparte schluckte. Das ist gut die Hälfte aller Nokia-Leute, die Ende 2013 bei Microsoft gelandet waren. Insgesamt fallen 14 Prozent, respektive 18'000 Stellen bei Microsoft weg. 

Ungemach droht auch den Beats-Angestellten, die nun bei Apple auf der Lohnliste stehen. Apple habe bestätigt, dass rund 200 der 700 Beats-Angestellten ihre Stelle verlieren werden, berichtete das Techportal Mashable. Dies entspricht 29 Prozent der Beats-Crew. Apple hat inzwischen bestätigt, dass eine grosse Zahl der Beats-Stellen in den nächsten Monaten auf der Kippe steht.

Für Apple zahlt sich der Beats-Kauf vermutlich aus, für die Mitarbeiter kaum.

Bild

grafik: commitstrip.com

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    Alle Leser-Kommentare
  • zeromg 08.08.2014 08:29
    Highlight Highlight Die Bilder sind köstlich :-) Habt ihr sowas auf von Samsung und Microsoft? ;-)
  • Maya Eldorado 08.08.2014 00:00
    Highlight Highlight Geht es da bei diesen Käufen wirklich nur um verschlafene Entwicklungen einzukaufen?
    Ich meine noch etwas anderes festzustellen.
    Da wird doch eingekauft, um mehr Macht zu erlangen. Wenn dann ein paar Monopolisten sind, können die die Preise gestalten wie sie wollen und noch mehr absahnen.
    Bei wenigen Playern pro Sparte ist es dann ein Leichtes Kartelle zu bilden.
    • Oliver Wietlisbach 08.08.2014 07:19
      Highlight Highlight Ich stimme da völlig zu, das ist ein sehr wichtiger Grund. Es geht mir im Text aber nicht darum, möglichst umfassend Gründe für Firmenkäufe zu benennen. Das würde eine lange Liste. Der Artikel soll nur zeigen, dass mächtige Tech-Firmen für sehr viel Geld einkaufen (weil sie Trends verpasst haben), wer davon profitiert und wer nicht.
    • Maya Eldorado 08.08.2014 12:44
      Highlight Highlight Ich hab den Artikel schon verstanden und gehe auch damit einig.
      Danaben gibt es, wie Sie sagen weitere Gründe, die aber mehr verdeckt laufen. So kommen Sie nie richtig in der Tagespresse an. Wie der Name Tagespresse sagt, geht es ja um aktuelle Ereignisse.
      Und diesen Firmen kann es nur recht sein, dass das, was ich erwähnt habe, nicht so wahrgenommen wird.
      Das ist der Grund, warum ich es erwähnt habe.
  • christianlaurin 07.08.2014 23:07
    Highlight Highlight Ich finde so ein Vergleich schon ein bissen unfair. Nokia und Motorola waren am Ende. Die haben ein Trend komplett verpasst. Ohne google oder Microsoft wären sie komplett Bankrott. Es wird ja vergessen das nortel ein Riesen im Telekom komplett bankrott ging und keine Jobs wurden gerettet.

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