Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Dec. 3, 2018 photo, robots at the Tesla Gigafactory help assemble battery cells from Panasonic into battery packs for Tesla's Model 3 sedan and other products in Reno, Nev. Tesla says a fire in one of its cars in Shanghai was caused by the failure of a single battery module and investigators found no defects in the car's systems. (Benjamin Spillman/The Reno Gazette-Journal via AP, File)

Blick in die Tesla Gigafactory. Bild: AP

Tesla-Geschäftsbericht überrascht die Anleger – doch das ist keine gute Nachricht



Hohe Kosten für Produktion und Auslieferung des Hoffnungsträgers Model 3 haben den Elektroautobauer Tesla im zweiten Quartal überraschend tief in die roten Zahlen gebracht. Zwar drückte Tesla den Verlust im Jahresvergleich von 717,5 auf 408,3 Millionen Dollar. Doch damit wurden die Erwartungen der Wall-Street-Analysten trotzdem weit verfehlt.

Bei Anlegern kam der Geschäftsbericht überhaupt nicht gut an: Die Aktie stürzte im nachbörslichen Handel am Mittwoch um mehr als zehn Prozent ab. Seit Jahresbeginn ist der Kurs bereits um über 20 Prozent gefallen, obwohl es zuletzt eigentlich eine Weile wieder ziemlich steil bergauf gegangen war.

Tesla hatte die Börse zwar auf rote Zahlen eingestellt, doch mit so viel Verlust war nicht gerechnet worden. Auch der Umsatz konnte die Prognosen der Analysten nicht erfüllen – trotz eines starken Anstiegs um fast 60 Prozent im Jahresvergleich auf 6,4 Milliarden Dollar. Das Unternehmen kurbelt sein Geschäft mit dem ersten günstigeren E-Auto Model 3 seit einiger Zeit massiv an, was jedoch viel Geld kostet.

Das Auslieferungsziel von 360'000 bis 400'000 Fahrzeugen im Gesamtjahr 2019 bestätigte Tesla, obwohl dies trotz eines Rekordwerts im zweiten Quartal sehr ambitioniert erscheint. «Wir arbeiten daran, unsere Auslieferungen zu erhöhen», schrieb Firmenchef Musk in einem Brief an die Aktionäre. In den ersten sechs Monaten hat Tesla lediglich knapp 160'000 Fahrzeuge an die Kundschaft gebracht, vor allem zu Jahresbeginn gab es grosse logistische Schwierigkeiten bei den ersten Lieferungen des Model 3 nach Europa und China.

Bild

Quelle: Tesla / Grafik: The Verge

Tesla-Chef Elon Musk hatte Ende vergangenen Jahres die lange Durststrecke mit zum Teil sehr hohen Verlusten für beendet erklärt – doch der Konzern rutschte danach wieder in die roten Zahlen ab. Nun bereitete er Anleger auf weitere schwierige Quartale im kommenden Jahr vor. Im aktuellen Vierteljahr könne es eine «schwarze Null» geben, im Schlussquartal rechne man mit einem Gewinn. Die ersten beiden Quartale 2020 würden dann «hart», bevor die zweite Jahreshälfte «unglaublich» sein werde, prognostizierte der Tech-Milliardär. Tesla bereitet sich für den Anlauf der Produktion des nächsten Fahrzeugs vor – des Kompakt-SUV Model Y, das auf der 3er-Reihe basiert. Bisherige Produktionsstarts bei Tesla waren schwierig und teuer.

FILE - In this March 14, 2019, file photo Tesla CEO Elon Musk speaks before unveiling the Model Y at Tesla's design studio in Hawthorne, Calif. Musk says in an internal memo that Tesla has enough orders to set a record, but it’s having trouble shipping vehicles to the right locations.(AP Photo/Jae C. Hong, File)
Elon Musk

Hat gerade wenig zu lachen: Elon Musk. Bild: AP

Musk wies abermals Zweifel an der Nachfrage bei Elektroautos zurück. Er sehe Potenzial für eine weltweite Produktion von 15'000 Model 3 pro Woche, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Zunächst einmal sei das Ziel, die wöchentliche Fertigung auf rund 8500 Fahrzeuge des Model 3 und rund 1500 Wagen der älteren und teureren Modelle S und X hochzufahren.

Der Absatzrückgang bei den lukrativeren Reihen S und X in diesem Jahr trägt zu den roten Zahlen bei. Eine Vermutung von Analysten ist, dass das Model 3 potenzielle Käufer der grösseren Tesla-Modelle auf sich zieht. Musk sagte, das Tesla-Management sei selbst nicht sicher, ob das passiere. Er mutmasste, vielleicht warteten Interessenten auch nur auf eine mögliche Auffrischung der Fahrzeuge – die aber nicht geplant sei. Gemessen an den Stückzahlen seien ohnehin Model 3 und Model Y die Zukunft.

epa05243588 An undated handout photo made available by Tesla late 31 March 2016 shows the Tesla Model 3 electric car that was unveiled in Hawthorne, California, USA, 31 March 2016. According to Tesla, the Model 3 orders have reached the 253,000 mark, and a value of 10 billion USD during the first 1,5 days of orders being placed for the vehicle. The full electric mid-size sedan car costs 35,000 US dollars before incentives. The production is planned to begin late 2017.  EPA/TESLA / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Tesla Model 3. Bild: EPA/TESLA

Platz für die Produktion des Model Y im kalifornischen Stammwerk Fremont solle unter anderem durch den Abbau von Lagerplatz bei Bauteilen der S- und X-Modelle freigemacht werden, sagte Musk. Tesla hatte eine Fertigungslinie des Model 3 bereits in ein grosses Zelt auf dem Hof verlagern müssen, weil die Fabrikfläche komplett ausgefüllt war.

In der Telefonkonferenz sagte Musk auch, dass Kunden in der EU aus regulatorischen Gründen länger als im Rest der Welt auf ein grosses Update des Assistenzsystems Autopilot mit einigen Funktionen zum automatisierten Fahren werden warten müssen. Nähere Details dazu gab es zunächst nicht.

Der langjährige Technik-Chef JB Straubel wird sich auf eine Berater-Position zurückziehen, gab Tesla ausserdem bekannt. In den vergangenen Monaten hatten diverse ranghohe Manager das Unternehmen verlassen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Tesla präsentiert E-Brummi auf Steroiden

Das ist Elon Musk, einer der erfolgreichsten Unternehmer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

OMG! «Knight Rider» wird neu verfilmt! Und welches Auto soll der neue K.I.T.T. sein?

Welcher Göppel könnte den ikonischen Trans Am ersetzen? Ich hätte da ein paar Vorschläge ...

Jubelt! Denn jüngst macht in Hollywood die Nachricht die Runde, dass es eine Kinoverfilmung von «Knight Rider» geben soll! Produzieren wird «Aquaman»-Regisseur James Wan, so viel ist bekannt ... und sonst sehr wenig. Nicht, wer Michael Knight spielen soll und somit Nachfolger unser aller David Hasselhoff werden wird, etwa. Und auch nicht, welches Automodell der Knight Industries Two Thousand sein soll, dass gewissermassen die zweite Hauptrolle der kultigen Ur-Serie (1982-1986) spielte.

Erinnern …

Artikel lesen
Link zum Artikel