«Gar nicht ungewöhnlich»: Das sagen Expertinnen und Experten zum Bitcoin-Absturz
Der Bitcoin stürzt aktuell massiv ab. Alleine in den letzten fünf Tagen verlor die Kryptowährung über 15 Prozent an Wert, seit Jahresbeginn sind es gar über 27 Prozent. Am Mittwoch lag der Wert gar unter 50'000 Franken – so tief wie seit September 2024 nicht mehr.
Die Frage nach den Gründen hinter der Krise der Kryptoleitwährung kennt keine einfachen Antworten. Noch schwieriger ist ein Blick in die Zukunft. Das sagen internationale Expertinnen und Experten dazu.
Die Gründe hinter dem Absturz
Der Finanzjournalist David Goldman von der CNN sieht hinter dem aktuellen Absturz die Besorgnis der Anlegerinnen und Anleger, dass es sich beim Bitcoin eben doch nicht um einen «sicheren Hafen» in der Kryptoszene handelt. BTC habe seinen Status als «Krypto-Gold» verloren.
Denn die Kryptowährung galt lange als krisenresistent. In schwierigen Zeiten zogen viele Kryptoinvestoren ihre Anlagen aus anderen Kryptowährungen ab und legten diese in Bitcoin an. Ähnliches lässt sich auch beim Gold beobachten: Sind die Zeiten an der Börse düster, kaufen Anlegerinnen und Anleger wieder vermehrt Edelmetalle.
Aktuell wirkt Gold als Krisenanlage aber deutlich attraktiver. Während der Goldpreis seit Oktober um 24 Prozent zulegte, brach der Wert von Bitcoin immer weiter ein. Trotzdem hält Goldman fest, dass die Kryptowährung bereits schlimmere Abstürze überstanden habe und schreibt: «Ein solcher Rückgang ist eigentlich gar nicht ungewöhnlich.»
Tech-Branche unter Druck
Häufig wird auch die KI-Bubble als Grund für den aktuellen Bitcoin-Absturz angeführt. Was der Release einer KI-Funktion für Auswirkungen auf Tech-Aktien haben kann, hat jüngst der Fall Claude gezeigt.
Kommt die Tech-Branche unter Druck, hat das Auswirkungen auf den Bitcoin, sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart in der Sendung «Newsflash». Viele Investorinnen und Investoren sähen ihre Bitcoin-Anlagen eben auch als Technologie-Anlagen.
Der aktuelle Absturz sei zudem durch eine Aussage von US-Finanzminister Scott Bessent von dieser Woche noch verstärkt worden, so Jacquemart. Bessent sagte vor dem US-Kongress, seine Finanzbehörde habe keine rechtliche Befugnis, den Bitcoin zu retten.
Wie geht es weiter?
Wall-Street-Legende Michael Burry (auch bekannt aus dem Film «The Big Short») ist pessimistischer, was die Zukunft von Bitcoin anbelangt. Er nimmt sogar den Begriff der «Todesspirale» in den Mund. Gemeint ist damit, dass weitere Abstürze eine Kettenreaktion auslösen und der Bitcoin schliesslich allen Wert verliert und stirbt. Es ist allerdings bekannt, dass Burry kein Fan von Bitcoin ist.
Im Blick kommentiert Kryptoexperte Rino Borini Burrys Aussage als «überspitzt». Fügt aber hinzu: «Einige Anleger haben Bitcoin in den vergangenen Jahren zu schnell als fertiges Produkt betrachtet, als digitales Gold, das sich in jeder Krise stabil verhält. Dafür ist das Asset noch zu jung.» (leo)
