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epa06997677 A mobile phone screen displays the Amazon Inc. mobile apps in Taipei, Taiwan, 05 September 2018. Amazon.com Inc. has become the second publicly traded US company to reach one trillion US dollars in market value. Last month Apple Inc. was the first company to be valued at 1 trillion US dollars.  EPA/RITCHIE B. TONGO

Noch ist unklar, welche Dienste Amazon in der Schweiz anbieten will. Bild: EPA/EPA

Amazon kommt wohl bald in die Schweiz – dafür gibt es gleich drei neue Hinweise

Benjamin Weinmann / Nordwestschweiz

Amazon macht einen weiteren Schritt Richtung Markteintritt in der Schweiz: Gleich drei Markennamen hat der Tech-Gigant in den letzten Tagen ins Markenregister eintragen lassen.



In der Schweiz stellen sich die Detailhändler schon länger gebannt die Frage, welche Strategie Amazon hierzulande fahren will. Eine Kooperation für eine einfachere Verzollung ist das Online-Warenhaus mit der Schweizerischen Post bereits eingegangen. Und in Deutschland arbeitet der Muttenzer Kiosk-Konzern Valora neuerdings mit den Amerikanern zusammen.

Wie nun Recherchen der «Aargauer Zeitung» zeigen, hat Amazon weitere Schritte in Richtung Schweizer Marktoffensive unternommen. Gleich drei Namen hat Amazon im Markenregister in den vergangenen Tagen registrieren lassen: Die Tochterfirma Amazon Technologies mit Sitz in Seattle sicherte sich die Rechte in der Schweiz für die Marke «Amazon Blink» und «Amazon Chime». Und das Amazon-Subunternehmen A9 mit Sitz im Silicon Valley, das auf Such- und Inserate-Technologie spezialisiert ist, registrierte den Brand «Amazon Ring».

«Amazon Blink» stellt Systeme für Videoüberwachung her. Der Dienst «Chime» ist ein Kommunikationsservice für Videokonferenzen, Anrufe und Chats. Und hinter «Ring» dürfte sich das gleichnamige Smarthome-Start-up verbergen, das Amazon Anfang dieses Jahres für geschätzt eine Milliarde US-Dollar aufkaufte und vernetzte Türklingeln und Sicherheitskameras anbietet.

Nebst diesen drei Marken kommen fünf weitere Einträge seit Anfang Jahr. Eine Anfrage, welche Pläne Amazon mit diesen Markeneintragungen in der Schweiz hegt, blieb unbeantwortet. 2017 hatte Amazon ebenfalls acht Marken registrieren lassen, 2016 waren es drei, und ein Jahr davor war es gerade mal eine. Manche dieser Dienste sind für Schweizer Kunden zum Teil eingeschränkt nutzbar, beworben werden sie aber hierzulande noch nicht.

3000 kassenlose Filialen bis 2021?

Das US-Onlinewarenhaus, das zuletzt vermehrt wegen seiner Anstellungsbedingungen in den Logistikzentren in die Kritik geraten ist, wagt sich zudem Schritt für Schritt in die Einkaufsstrassen vor – einerseits mit der Übernahme des Lebensmittelhändlers «Whole Foods» 2017 für knapp 14 Milliarden Dollar, und andererseits mit dem eigenen Filialkonzept «Amazon Go». Die Supermärkte kommen ohne Kassen und ohne Bargeld aus, die Bezahlung des Einkaufs läuft über die App. Eine erste Filiale wurde Ende 2016 in Seattle eröffnet. Am Donnerstag berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, gestützt auf gut informierte Quellen, dass Amazon bis 2021 bis zu 3000 «Go»-Filialen ohne Kassierer eröffnen will. Bis 2019 sollen 50 Geschäfte in den grössten Städten der USA das Ziel sein.

Das Einkaufen ohne Kassenschlange – so lauft das in Seattle

Video: watson

Ob und wann genau der verschwiegene Konzern, dessen Wert im September erstmals mehr als eine Billion US-Dollar betrug, erste Filialen in Europa eröffnen wird, ist aber weiterhin unklar. Die britische «Sunday Times» berichtete Anfang 2017, dass der Konzern nach Ladenflächen in London Ausschau hält. (aargauerzeitung.ch)

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