Wirtschaft
Epstein-Affäre

WEF Präsident Børge Brende kommt in Epstein-Files vor

WEF-CEO Brende hatte Kontakt mit Epstein – externe Untersuchung eingeleitet

05.02.2026, 09:5105.02.2026, 17:47

Seit der Veröffentlichung weiterer Epstein-Dokumente ist bekannt geworden, dass Børge Brende, Präsident und CEO des World Economic Forum (WEF), Kontakt zu Jeffrey Epstein hatte.

epa12361801 President of the World Economic Forum (WEF) Borge Brende speaks during closing ceremony of the 'Spain, Vanguard in the Green Industry', in Madrid, Spain, 08 September 2025. EPA/D ...
Børge Brende tauschte Nachrichten mit Jeffrey Epstein aus. Bild: EPA EFE

Zwischen 2018 und 2019 tauschten Brende und Epstein mindestens 27 Nachrichten aus. Zudem sind drei gemeinsame Abendessen in Epsteins New Yorker Residenz dokumentiert, wie der Blick berichtet.

Das WEF hat inzwischen eine externe Untersuchung zur Beziehung zwischen Brende und dem verstorbenen, wegen Sexualdelikten verurteilten Jeffrey Epstein eingeleitet. Externe Rechtsberater sollen die Kontakte prüfen, berichtet die NZZ.

Gründer Schwab soll davon gewusst haben

Nach dem Bekanntwerden der Epstein-Dokumente wandte sich Brende mit einer Erklärung an den Stiftungsrat. Darin erklärte er, nichts von Epsteins Vergangenheit gewusst zu haben, bestätigte drei gemeinsame Abendessen und sprach von nur wenigen ausgetauschten E-Mails und SMS. Zudem drückte er sein Mitgefühl mit den Opfern aus. Weiter hielt er fest, dass die Führung des Forums, darunter Klaus Schwab, über die Kontakte informiert worden sei.

«Nachdem die gesamte Geschichte über Epstein 2019 ans Licht kam, habe ich die Führung des Forums informiert.»
German Klaus Schwab, Founder and chairman of the Board of Trustees of the WEF, talks with the staff after a remote Pre-meeting press conference of the World Forum Annual Meeting 2025, in Cologny near  ...
WEF-Gründer Klaus Schwab erklärt, er habe von den Kontakten nichts gewusst.Bild: KEYSTONE

WEF-Gründer Klaus Schwab war früher Brendes Vorgesetzter. In einem weiteren Schreiben erklärte Brende, er habe die ausdrückliche Unterstützung Schwabs erhalten. Schwab weist diese Darstellung jedoch zurück.

Gegenüber dem «Blick» sagte Schwab, er sei nie über Kontakte zwischen Brende und Epstein informiert worden und hätte diese auch nicht gutgeheissen. Bereits damals hätte man Abstand zu Epstein halten sollen. Sollte Brende an seiner Darstellung festhalten, habe Schwab zudem mit rechtlichen Schritten gedroht, so der «Blick» weiter.

Brende bedauert fehlende Überprüfung

Diese Abendessen sowie einige E-Mails und SMS hätten «den gesamten Umfang des Kontakts dargestellt», erklärte Brende weiter. Er habe keinerlei Kenntnis von Epsteins Vergangenheit und kriminellen Aktivitäten gehabt.

«Hätte ich seinen Hintergrund gekannt, hätte ich die ursprüngliche Einladung abgelehnt sowie jede weitere Einladung zu Abendessen oder andere Kommunikationsformen», sagte Brende. Der WEF-CEO räumte ein, er hätte «eine gründlichere Überprüfung von Epsteins Vergangenheit durchführen können» und bedauere, dies nicht getan zu haben.

Er habe 2019 den damaligen WEF-Vorsitzenden Klaus Schwab über das Zusammentreffen informiert, so Brende auf Anfrage. Und weiter: «Ich habe keine Ahnung, warum er jetzt etwas anderes behauptet.»

«Ich bin weiterhin entschlossen, aus dieser Erfahrung zu lernen, und begrüsse die bevorstehende unabhängige Untersuchung», liess er sich in der Mitteilung des WEF zitieren. Weitere Kommentare zur Sache wollen weder das WEF noch Brende selbst abgeben, wie es weiter hiess. Dies, bis die Überprüfung durch einen externen Rechtsbeistand abgeschlossen sei. (fak, ergänzt mit Material der sda/ans)

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32 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wolf Rabe
05.02.2026 10:47registriert Februar 2015
Da hat sich einfach eine internationale Kabale von Ultra-Reichen gebildet, für die nach eigener Auffassung die normalen Gesetze nicht mehr gelten - sie können ungestraft tun und lassen was sie wollen: Sich eine 747 schenken lassen, ihre Bestechungs-Wallet-Addresse offen in den Nachrichten kommunizieren, Menschen vergewaltigen und foltern, etc.

Ich hoffe sehr, dass das wenigstens ausserhalb der USA jetzt zügig zu Untersuchungen und - wo angebracht - Verurteilungen führen wird.
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stronghelga
05.02.2026 10:38registriert März 2021
Klassische „Schadensbegrenzung“, wo plötzlich alle so tun, als hätten sie Epstein nur aus Versehen im Lift gegrüsst.

Nicht weil sie plötzlich ein Gewissen haben, sondern weil sie merken, dass der Dreck jetzt sichtbar wird.
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FrankFTW
05.02.2026 10:36registriert November 2024
Komisch, all diese Typen wussten immer von nichts. Auffällig.
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