WEF-CEO Brende hatte Kontakt mit Epstein – externe Untersuchung eingeleitet
Seit der Veröffentlichung weiterer Epstein-Dokumente ist bekannt geworden, dass Børge Brende, Präsident und CEO des World Economic Forum (WEF), Kontakt zu Jeffrey Epstein hatte.
Zwischen 2018 und 2019 tauschten Brende und Epstein mindestens 27 Nachrichten aus. Zudem sind drei gemeinsame Abendessen in Epsteins New Yorker Residenz dokumentiert, wie der Blick berichtet.
Das WEF hat inzwischen eine externe Untersuchung zur Beziehung zwischen Brende und dem verstorbenen, wegen Sexualdelikten verurteilten Jeffrey Epstein eingeleitet. Externe Rechtsberater sollen die Kontakte prüfen, berichtet die NZZ.
Gründer Schwab soll davon gewusst haben
Nach dem Bekanntwerden der Epstein-Dokumente wandte sich Brende mit einer Erklärung an den Stiftungsrat. Darin erklärte er, nichts von Epsteins Vergangenheit gewusst zu haben, bestätigte drei gemeinsame Abendessen und sprach von nur wenigen ausgetauschten E-Mails und SMS. Zudem drückte er sein Mitgefühl mit den Opfern aus. Weiter hielt er fest, dass die Führung des Forums, darunter Klaus Schwab, über die Kontakte informiert worden sei.
WEF-Gründer Klaus Schwab war früher Brendes Vorgesetzter. In einem weiteren Schreiben erklärte Brende, er habe die ausdrückliche Unterstützung Schwabs erhalten. Schwab weist diese Darstellung jedoch zurück.
Gegenüber dem «Blick» sagte Schwab, er sei nie über Kontakte zwischen Brende und Epstein informiert worden und hätte diese auch nicht gutgeheissen. Bereits damals hätte man Abstand zu Epstein halten sollen. Sollte Brende an seiner Darstellung festhalten, habe Schwab zudem mit rechtlichen Schritten gedroht, so der «Blick» weiter.
Brende bedauert fehlende Überprüfung
Diese Abendessen sowie einige E-Mails und SMS hätten «den gesamten Umfang des Kontakts dargestellt», erklärte Brende weiter. Er habe keinerlei Kenntnis von Epsteins Vergangenheit und kriminellen Aktivitäten gehabt.
«Hätte ich seinen Hintergrund gekannt, hätte ich die ursprüngliche Einladung abgelehnt sowie jede weitere Einladung zu Abendessen oder andere Kommunikationsformen», sagte Brende. Der WEF-CEO räumte ein, er hätte «eine gründlichere Überprüfung von Epsteins Vergangenheit durchführen können» und bedauere, dies nicht getan zu haben.
Er habe 2019 den damaligen WEF-Vorsitzenden Klaus Schwab über das Zusammentreffen informiert, so Brende auf Anfrage. Und weiter: «Ich habe keine Ahnung, warum er jetzt etwas anderes behauptet.»
«Ich bin weiterhin entschlossen, aus dieser Erfahrung zu lernen, und begrüsse die bevorstehende unabhängige Untersuchung», liess er sich in der Mitteilung des WEF zitieren. Weitere Kommentare zur Sache wollen weder das WEF noch Brende selbst abgeben, wie es weiter hiess. Dies, bis die Überprüfung durch einen externen Rechtsbeistand abgeschlossen sei. (fak, ergänzt mit Material der sda/ans)
