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Bayer rüstet sich für US-Glyphosatstreit

Bayer rüstet sich für US-Glyphosatstreit – 4.5 Milliarden Dollar Rückstellungen

29.07.2021, 16:3629.07.2021, 16:36
ARCHIV - Ein Landwirt sprüht am 30.05.2016 mit einem Traktor und Ausleger selektive Herbizide zur Vernichtung von Unkraut auf ein Feld mit Zuckerrüben bei Münstedt im Landkreis Peine (Niedersachsen).  ...
Umstritten: GlyphosatBild: DPA

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer legt für den ohnehin schon teuren Glyphosatrechtsstreit in den USA weitere Milliarden zur Seite. Für das zweite Quartal 2021 werde eine zusätzliche Rückstellung von brutto 4.5 Milliarden Dollar vor Steuern und Zinsen für mögliche langfristige Risiken gebildet..

Dies teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit. Das geschehe, falls das oberste US-Gericht einen wegweisenden Fall entweder nicht zur Verhandlung annehme oder im Sinne der Kläger urteile. In diesem Fall würde Bayer ein eigenes Programm aufsetzen, um mit weiteren Klagen in der Sache umzugehen. Gleichwohl zeigte sich der Konzern zuversichtlich, dass der Supreme Court ein für das Unternehmen vorteilhaftes Urteil fällt.

Konzernchef Werner Baumann setzt grosse Hoffnungen in die Entscheidung des Gerichts. Dabei geht es um den Fall des Klägers Edwin Hardeman, der Glyphosat für seine Krebserkrankung verantwortlich macht, und dem insgesamt gut 25 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen wurden.

Bayer legt Rekurs ein

Bayer will den Antrag auf Überprüfung des Hardeman-Falls im August einreichen, eine endgültige Entscheidung sei dann vermutlich 2022 zu erwarten. Von einem für Bayer positiven Urteil versprechen sich die Leverkusener eine Signalwirkung.

Afroamerikanische Landwirte in den USA fordern ein Verbot des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat. Das Herbizid wird vom deutschen Chemie- und Pharmakonzern Bayer hergestellt und vertrieben. (Ar ...
Bild: sda

Das Management von Bayer versucht mit dem Schritt perspektivisch einen Schlussstrich unter den milliardenteuren Rechtsstreit zu ziehen. So wurde in einem umfangreichen Vergleich der Umgang mit bereits vorliegenden Klagen geregelt, wodurch Angaben vom Mai zufolge 96 000 Fälle endgültig beigelegt sind.

Offen ist weiter der Umgang mit künftigen Klagen. Bayer hatte jüngst einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt, nachdem ein Richter vorherige Lösungsvorschläge abgelehnt hatte. Alles in allem hat Bayer für das Gesamtpaket bisher mehr als 11 Milliarden Dollar vorgesehen, zu denen nun 4.5 Milliarden hinzukommen. (aeg/sda/awp/dpa)

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Dritter Schuldspruch für Bayer innert wenigen Monaten
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