Nach Babymilch-Skandal: EU empfiehlt Cereulid-Grenzwerte für Milchpulver
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am Montag Höchstwerte für ein Toxin festgelegt, das manchmal in Milchpulver vorkommt. Zuvor war es in mehreren Ländern zu Rückrufaktionen gekommen.
Die EFSA erklärte, dass eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm Cereulid pro Liter in Säuglingsmilch oder von mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgemilch «zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen könnte.» Die Wissenschaftler der EFSA schlugen eine akute zulässige Tagesdosis (ARfD) von 0,014 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht für Cereulid bei Säuglingen vor.
«Diese Empfehlung soll den Risikomanagern in der EU dabei helfen, zu entscheiden, wann Produkte vorsorglich aus Gründen der öffentlichen Gesundheit vom Markt genommen werden müssen», erklärte die in Italien ansässige Behörde in einer Mitteilung.
Es war zunächst unklar, ob diese neue Empfehlung zu weiteren Rückrufaktionen führen würde.
Seit Dezember haben mehrere Hersteller, darunter Giganten wie Nestlé, Danone und Lactalis, aufgrund eines Risikos der Cereulid-Kontamination in mehr als 60 Ländern, darunter auch der Schweiz, Rückrufe von Säuglingsmilch durchgeführt. Auch der Schweizer Hersteller Hochdorf war betroffen.
Cereulid, ein von bestimmten Bakterien produziertes Toxin, kann laut dem französischen Gesundheitsministerium «vor allem Verdauungsstörungen wie Erbrechen oder Durchfall verursachen».
In Frankreich wurden bereits zwei strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, nachdem zwei Säuglinge gestorben waren, die von Nestlé zurückgerufene Säuglingsmilch getrunken hatten.
Das französische Gesundheitsministerium erklärte, dass bislang kein direkter Zusammenhang zwischen dem Verzehr der Milch und den Todesfällen hergestellt werden konnte.
Die EFSA wurde von der Europäischen Kommission beauftragt, einen Höchstwert für Cereulid in Produkten für Kinder festzulegen. (sda/awp/afp)
