Wirtschaft
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US-Unfallermittler fordern schärfere Regeln für Assistenzsysteme



Nissan Motor Co. General Manager Tetsuya Iijima gets his hands off of the steering wheel of a self-driving prototype vehicle during a test drive in Tokyo, Tuesday, Nov. 3, 2015. Nissan's

Selbstfahrende Autos bergen Risiken. Bild: AP/AP

Die einflussreichen Unfallermittler der US-Behörde NTSB wollen striktere Regeln für Fahrassistenzsysteme durchsetzen, weil sie Menschen am Steuer das Gefühl falscher Sicherheit geben können. Unter anderem wollen sie, dass bei Autos mit hochentwickelten Assistenzsystemen rigoros überwacht wird, ob der Fahrer abgelenkt ist.

«Es ist an der Zeit, zu verhindern, dass Fahrer in teilweise automatisierten Wagen so tun können, als hätten sie selbstfahrende Autos. Denn sie haben keine selbstfahrenden Autos», sagte NTSB-Chef Robert Sumwalt bei einer Anhörung am Dienstag. Die Assistenzsysteme können zum Beispiel die Spur, den Abstand zum vorderen Fahrzeug und die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten.

Bei den aktuellen NTSB-Ermittlungen ging es um einen tödlichen Unfall in Kalifornien, bei dem ein Tesla-Elektroauto vom Assistenzsystem Autopilot im März 2018 in einen Betonpoller zwischen den Fahrspuren gelenkt wurde. Die NTSB kam zu dem Schluss, dass sich das System von einer abgenutzten Fahrbahnmarkierung täuschen liess.

Sie stellte aber auch fest, dass sich der Fahrer so sehr auf die Software verliess, dass er während der Fahrt mit einem Handy-Spiel beschäftigt war. Tesla verwies seinerzeit darauf, dass der Fahrer in den letzten sechs Sekunden vor dem Aufprall die Hände nicht am Steuer hatte.

iPhone am Steuer genutzt

Zugleich betonten die NTSB-Ermittler, dass der Fahrer den Unfall vermutlich überlebt hätte, wenn die vorgesehene Metallbarriere vor dem Betonpoller intakt gewesen wäre. Diese war aber nach einem früheren Unfall nicht schnell erneuert worden. Die Ermittler kritisierten auch, dass der Fahrer - ein Apple-Mitarbeiter - sein Dienst-iPhone frei nutzen konnte, während er am Steuer sass.

Selbstfahrende Shuttles auf öffentlichen Strassen in Zug

Video: srf

Tesla hatte nach früherer Kritik bereits den Zeitraum verkürzt, nach dem der Autopilot einen Fahrer warnt, wenn das System seine Hände nicht auf dem Lenkrad spürt. Die NTSB will aber effizientere Systeme zur Überwachung der Aufmerksamkeit durchsetzen. Die Behörde, die unter anderem bei Flugzeugabstürzen ermittelt, kann zwar nur Empfehlungen abgeben. Diese führen aber oft zu Regeländerungen. (aeg/sda/awp/dpa)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • derEchteElch 26.02.2020 12:44
    Highlight Highlight Einerseits ist das Gesetz klar;

    Art. 31 Abs. 1 SVG; „Der Führer muss das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann.“

    Anderseits dürfen die Hersteller von den Assistenzsystemen nicht vergessen gehen und die Verantwortung einfach abschieben, denn sie bewerben Systeme, mit denen sie Geld (und nicht wenig) verdienen.

    Folglich;
    sollen die Hersteller gerade stehen, wenn etwas passiert und zur Mitverantwortung gezogen werden.

    Und diese Mitverantwortung sollen sie nicht mittels Kleingedruckten AGB auf den Fahrer abwälzen!
  • Til 26.02.2020 11:04
    Highlight Highlight Einfache Lösung: Hände müssen am Steuer sein, sonst kommt das Fahrzeug zum Stillstand.
    • w'ever 26.02.2020 12:42
      Highlight Highlight @til
      fahr mal ein auto, während deine hände ständig am lenkrad sein müssen. das ist unmöglich.
    • kobL 26.02.2020 13:09
      Highlight Highlight Eine Hand müsste eigentlich immer am Lenkrad sein und das System könnte man auch so auslegen, dass man die zweite Hand z.B. maximal 5 Sekunden nicht am Lenkrad haben muss. 5 Sekunden reichen locker für Gangwechsel, Senderwechsel oder die Klima zu verstellen.
    • Til 26.02.2020 14:09
      Highlight Highlight Ja? Also halt mindestens eine Hand um ganz präzise zu sein.
  • Jason848 26.02.2020 09:53
    Highlight Highlight Nicht die Assistenzsysteme sind das Problem, sondern der Mensch. Und den kann man nicht steuern, egal wieviel Überwachung es gibt.

  • andrew1 26.02.2020 09:45
    Highlight Highlight Zu fest trauen darf man der sache nicht.Bei meinem BMW 540i g30 kommt es oft vor,dass er bei abfahrten von der autobahn die rechte linie verliert,da sie nur noch gestrichelt ist. Greifft man nicht ein landet man irgendwo zwischen autobahn und abfahrt im betonelement. Bei kreiseln fährt er mit abstandtstempomat und spurhalteassistent einfach dem vorausfahrenden fahrzeug nach ohne zu prüfen ob von links einer kommt. Leider gab es von seiten bmw in den 2(!) Jahren noch kein sinnvolles update um die funktionen zu verbessern und an den neuen 3er bmw anzugleichen. Sehr schwach im vergleich zu tesla.
    • kobL 26.02.2020 14:38
      Highlight Highlight "Bei kreiseln fährt er mit abstandtstempomat und spurhalteassistent einfach dem vorausfahrenden fahrzeug nach ohne zu prüfen ob von links einer kommt."

      Warum sollte der Abstandstempomat und Spurhalteassistent das prüfen?! Du hast kein autonomes Auto, solche Updates wirst du auch gar nie erhalten weil die Entsprechenden Sensoren dafür nicht verbaut sind.

      Und es sind Assistenzsysteme, die ersetzen den Fahrer nicht, sie assistieren! Fahre gefälligst auch dementsprechend!
    • andrew1 26.02.2020 16:03
      Highlight Highlight Nicht ganz. Das auto hat eigentlich die fähigkeit querverkehr zu prüfen mittels kameras und sensoren. Macht das in der Situation einfach nicht🤷‍♂️
    • ursus3000 26.02.2020 21:31
      Highlight Highlight Sooo ein blödes Auto gehört in die Schrottpresse

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Unterwegs mit Teslas «Autopilot» – eine krasse Erfahrung

Nachdem ich kritisch über Teslas «Autopiloten» geschrieben hatte, machte mir ein watson-User ein Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte.

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